Botschaften, die in Erinnerung bleiben

Interview mit Holger Kapanski, Geschäftsführer der DIE6 Promotion

Wirtschaftsforum: Herr Kapanski, Was sind aktuell die wichtigsten Produktbereiche? In welchen Bereichen konnten Sie in den vergangenen Jahren steigende Nachfrage verzeichnen?

Holger Kapanski: Nach wie vor zählen Schreibgeräte zu der Gruppe der stärkeren Umsatzträger. Süßwaren in jedweder Form, dies gilt vor allen Dingen im vierten Jahresquartal, sind aufgrund der vielfältigen Einsatzbereiche und nicht zuletzt wegen ihrer starken emotionalen Wirkung für unsere Kunden nicht aus dem Werbeartikelmix wegzudenken und sind entsprechend stark nachgefragt. Häufig werden sie mit nachhaltigen und langlebigen Artikeln kombiniert. Hier haben vor allen Dingen technische Produkte wie Powerbanks, induktive Ladestationen oder moderne Feuerzeuge mit Akkubetrieb die Nase vorn. Beliebt sind ebenfalls Werkzeuge aller Art, angefangen beim klassischen Zollstock bis hin zum qualitativ anspruchsvollen Schraubendreher mit Akkupack.

Wirtschaftsforum: Sie haben gezielt den Einstieg in eine internetbasierte Plattform forciert. Welche Chancen, aber auch Risiken, sehen Sie für Ihr Unternehmen durch die digitale Transformation für die kommenden Jahre?

Holger Kapanski: Die Digitalisierung wird immer mehr zunehmen, gerade jüngere Generationen verbringen mehr Zeit vor dem PC, Handy oder Tablet als je zuvor. Dadurch ist aber gleichzeitig die Fülle an Informationen und Produkten im Netz schier unüberschaubar groß geworden. Viele fühlen sich aufgrund dieser Vielfalt selbst in der Lage, sich geeignete Bezugsquellen auszusuchen und zu bestellen. Sind dann aber in vielen Fällen von der Qualität der Produktlieferung enttäuscht.

Auf unserer Website bieten wir ebenfalls ein großes, aber dennoch überschaubares ‘Schaufenster’. Der Kunde kann sich sicher sein, dass diese Produkte von Lieferanten-Partnern stammen, die von unserer Seite aus geprüft und zertifiziert worden sind. So ist unsere Internetplattform größtmöglich verbindlich und bietet dem Suchenden einen perfekten Überblick qualitativ hochwertiger Waren.

Dabei sollte niemand vergessen, den Werbeartikel in seine Gesamtkonzeption einzubinden, ihn also zu einem wichtigen Bestandteil eines zeitgemäßen Marketing-Mixes zu machen. Erst dann kann der Werbeartikel seine positive Wirkung beim Kunden entfalten und für eine nachhaltig positive Bewusstseinsbildung sorgen. Meine Empfehlung lautet daher: Digitalisierung hin oder her,

der persönliche Kontakt und damit verbunden die persönliche Beratung durch einen professionellen Fachmann aus der Werbemittelbranche ist durch nichts zu ersetzen.

Wirtschaftsforum: Die Beratungs- und Serviceleistung wird bei DIE6 großgeschrieben. Was genau steht dahinter? Was unterscheidet DIE6 hier von anderen Anbietern?

Holger Kapanski: Die maximale Wirkung des Werbeartikels steht eng im Zusammenhang mit der Botschaft, die vermittelt wird. Die beginnt beim Mailing und endet, verkürzt dargestellt, bei der persönlichen Übergabe. Eine Unterstützung in diesem Bereich ist nur durch Expertise, langjährige Erfahrung und bestmögliche Kenntnis des Marktes möglich.

Deshalb verstehen wir unter einem Rund-um-Service eine kompetente und individualisierte Betreuung von der Anfrage über die Konzeption, Umsetzung, Beschaffung und Veredelung bis hin zum Versand. Es umfasst auch die Lagerhaltung und steht für eine Full-Service-Abwicklung durch professionelle Partner. Was gleichbedeutend mit einer Freisetzung von Personalressourcen bei unseren Kunden ist.

Oftmals sind es auch nicht die Standardwerbeartikel, sondern Sonderanfertigungen, die in persönlichen Gesprächen konzipiert werden und eine besondere Werbewirkung erzielen. Service bedeutet für unsere angeschlossenen Partner ebenfalls, dass wir alles in Sachen Werbeartikel abdecken und der Kunde sich um andere wichtige Dinge seines Unternehmens kümmern kann. Im Full-Service-Bereich versenden unsere Partner auf Anforderung, kümmern sich um die Lagerbestellmengen, die richtige Lagerung der Ware, um gewünschte Personalisierungen, die richtige Verpackung mit oder ohne Anschreiben und wenn gewünscht auch noch mit einem ‘Schleifchen’ drum.

Wirtschaftsforum: Der Werbemittelmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert – DIE6 gibt es bereits seit 25 Jahren. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren und Stärken, die DIE6 so erfolgreich gemacht haben und den langfristigen Erfolg sichern werden?

Holger Kapanski: DIE6 bietet in der Werbemittelbranche eine einzigartige Konstellation. Als Zentrale in der rechtlichen Form einer GmbH sind wir ausschließlich für Serviceleistungen an unsere angeschlossenen Mitgliedshäuser tätig. Diese sind selbst Gesellschafter der Zentrale in Hagen und haben somit ein Eigeninteresse an der positiven Weiterentwicklung von DIE6.

Jeder tätigt sein Geschäft auf seine erfolgreiche Weise. Dennoch haben wir viele gemeinsame Nenner, die dann für die gesamte Gruppe als Servicedienstleistungen angeboten werden (Marketingaktionen, Internetaufbau und Pflege, Anfrage-Shop Entwicklungen und Aktualisierungen, einheitliche Vertragsbasis mit ausgewählten Lieferanten-Partnern oder der gemeinschaftlicher Katalog, um nur einige Leistungen zu nennen). So bleibt jeder Gesellschafter der Profi vor Ort und kann sich intensiv auf die Beratung und den Verkauf konzentrieren, während wir in der Zentrale die administrativen Dinge erledigen und somit dem Einzelnen den entsprechenden Freiraum für das operative Geschäft ermöglichen. Wir sind uns sicher, dass genau diese Konstellation für den Erfolg in der Vergangenheit, aber auch für den Erfolg in der Zukunft steht. Zudem können wir auf die sich ändernden Marktbedingungen sehr flexibel und schnell reagieren.

Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie die Zukunftsaussichten für den Werbemittelmarkt, vor allem unter Berücksichtigung der veränderten Bedürfnisse der Digital Natives?

Holger Kapanski: Der Werbeartikel bleibt ein haptisches Erlebnis und die optimale Wirkung wird nicht nur durch das Produkt, sondern vielmehr durch zusätzliche Rahmenbedingungen entfaltet. Werbeaufbringung (beispielsweise ein einfacher Logodruck oder ein umfangreiches Motiv), Form, Sonderanfertigung, Werbebotschaft, Farbigkeit oder ein hoher Qualitätsanspruch kann nicht durch das Internet geleistet werden. Hier ist der Mensch in der Beratung gefragt und genau deshalb ist das Internet ein Hilfsmittel, um sich inspirieren zu lassen. Wer sich allein von dort aus bedient, wird nie den maximalen Erfolg beim Einsatz von Werbeartikeln erreichen.

Die Chancen im Bereich der Digitalisierung sind dennoch phänomenal. Doch dazu muss man den Begriff Digitalisierung näher definieren. Es ist ein Begriff mit sehr vielen verschiedenen Ausprägungsformen. Digitalisierung bedeutet für uns vor allem Optimierung von Arbeitsschritten und Vorgängen. So bieten wir über unsere Anfrage-Shopsysteme eine sehr große Auswahl an Werbeartikeln. Dieses ‘Schaufenster’ macht aber nur Sinn, wenn wir die dort dargestellten Daten auch möglichst einfach weiterverarbeiten können. Dies ist nur ein kleines Beispiel von Workflow-Optimierungen.

Wir arbeiten an sehr vielen Stellen der digitalen Optimierung und hier liegen eindeutig die Chancen. Die größten Risiken sehe ich in der vielfach ‘inszenierten’ Vergleichbarkeit von Produkten. Letztendlich mögen Produkte gleich aussehen, doch Qualität und Funktion unterscheiden sich häufig gravierend. Zum Schluss entscheiden Kunden dann über den Preis und dies führt zu unerwünschten Effekten.

Insofern bietet das Internet Verlockungen, alles ‘easy-going’ zu erledigen. Es stellt aber gleichzeitig eine Gefahr dar, Budgets schnell zu verbrennen, wenn etwa das falsche Produkt in unzureichender Qualität eingesetzt wird. Zudem wird immer wieder vergessen, dass bei einer Beratung auch Kosten entstehen, die sich in dem Verkaufspreis des Artikels wiederfinden müssen. Wird die Beratung genutzt und dann der billigste Artikel im Internet gekauft, betrügt sich der Kunde zwei Mal selbst, ohne es zunächst zu bemerken. Die Quittung bekommt er dann spätestens, wenn er mit diesen Artikeln seine Kunden ansprechen oder Neukunden akquirieren möchte. Sein Image und der hohe Anspruch an die eigenen Produkte und Dienstleistungen dabei aber nachhaltig leiden. Insofern betrügt er sich nicht nur selbst, sondern zahlt auch noch drauf.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Dienstleistungen & Consulting

Parken war gestern. Mobilität ist morgen

Interview mit Anja Müller, Geschäftsführerin der PBW – Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg GmbH

Parken war gestern. Mobilität ist morgen

Mobilität beginnt nicht erst unterwegs – sie beginnt beim Parken. Mit dieser Überzeugung entwickelt sich die PBW – Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg GmbH unter dem Motto „Parken verbindet“ immer stärker vom klassischen…

Recycling neu gedacht

Interview mit Andrea Gratzer, Geschäftsführerin und Peter Streinik, Geschäftsführer der UNTHA Deutschland GmbH

Recycling neu gedacht

Ressourcen effizient nutzen, Wertstoffe zurückgewinnen und fossile Energieträger ersetzen – moderne Recyclingtechnik ist ein entscheidender Baustein der Kreislaufwirtschaft. Die UNTHA Deutschland GmbH mit Sitz in ­Gemünden am Main entwickelt und…

Vom Werbemittelhändler zur ­Corporate-Fashion-Plattform

Interview mit Christof Kunze, Geschäftsführer der Gustav Daiber GmbH

Vom Werbemittelhändler zur ­Corporate-Fashion-Plattform

Mit kaum einem anderen Produkt können Mitarbeiter ihre Identifizierung mit ihrem Unternehmen so sichtbar und nachhaltig zeigen wie mit gebrandeten Workwear- und Corporate-Fashion-Outfits: Hierfür hält die Gustav Daiber GmbH seit…

Spannendes aus der Region Hagen

Mehr Komfort und Sicherheit in der Bahn

Interview mit Roberto Taccucci, Sales Director der TSL-ESCHA GmbH

Mehr Komfort und Sicherheit in der Bahn

Die TSL-ESCHA GmbH hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Tastern, Warnmeldern und Signalleuchten in der Bahntechnik spezialisiert und kann als Teil des französischen MAFELEC TEAM inzwischen noch auf…

Mobilität mit Anspruch: Markenstärke trifft Zukunft

Interview mit Frank Döhring, Vorsitzender Geschäftsführer der Jürgens GmbH

Mobilität mit Anspruch: Markenstärke trifft Zukunft

Seit über 100 Jahren ist die Jürgens Gruppe fester Bestandteil der Automobilwelt in Südwestfalen – mit Mercedes-Benz als Partner der ersten Stunde. Heute präsentiert sich das Familienunternehmen als regional verankerter…

Das könnte Sie auch interessieren

Nachhaltigkeit mit Tradition

Interview mit Daniela Schlotz, Geschäftsführende Gesellschafterin der HAKAWERK W. Schlotz GmbH

Nachhaltigkeit mit Tradition

Die Anforderungen an Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegeprodukte steigen: Sie sollen zuverlässig wirken, ergiebig und hautverträglich sein und zugleich Umwelt und Ressourcen schonen. Die HAKAWERK W. Schlotz GmbH verfolgt diesen Ansatz…

Nähe schafft Sicherheit

Interview mit Jörg Goldstein, Geschäftsführer der SVG Qualität- und Transport- Beratungs-GmbH

Nähe schafft Sicherheit

Die Transport- und Logistikbranche steht unter hohem wirtschaftlichem Druck. Gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen in Bereichen wie Arbeitssicherheit, Gefahrgut oder Gesundheitsschutz kontinuierlich. Die SVG Qualität- und Transport- Beratungs-GmbH unterstützt Unternehmen…

Die Besten für den Nordwesten

Interview mit Ricardo Corominas, Geschäftsführer der PRIMUS Personaldienstleistungen GmbH

Die Besten für den Nordwesten

Unter dem Motto „Just Works“ will die Primus Personaldienstleistungen GmbH aus Oldenburg mit einem engen Niederlassungsnetz im Nordwesten Deutschlands als starker Karrierepartner für ihre Mitarbeiter auftreten, die sie wiederum bei…

TOP