„Werden gefragt, wenn es besonders schwierig wird!“

Interview mit Rudolf Alda, Prokurist, Leiter Indus-trieofen-Technologie und Helmut Telaar, Prokurist, Betriebsleitung der Airtec Thermoprocess GmbH

„Wir beraten unsere Kunden gut, bieten ihnen Lösungen aus einer Hand und zeichnen uns durch das Einhalten von Lieferterminen aus“, versichert Rudolf Alda, Prokurist und Leiter Industrieofen-Technologie der Airtec Thermoprocess GmbH. „Eine weitere Stärke ist die langjährige Zusammenarbeit mit spezialisierten Unternehmen wie kleinen Schlossereien oder Elektrobetrieben. Diese Partner kennen unsere Abläufe und denken schon für uns mit.“ „Darüber hinaus sind wir bankenunabhängig und treffen schnelle Entscheidungen“, ergänzt Prokurist und Betriebsleiter Helmut Telaar.

Alles aus einer Hand

Industrieöfen und schlüsselfertige Automatikanlagen, Lüftungsbau und Vermietung von Industrieöfen zählen ebenso zu den Kompetenzen von Airtec wie Lohntempern und Wärmerückgewinnung. „Wir sind ausschließlich im Bau von Sonderanlagen tätig“, sagt der Leiter der Industrieofen-Technologie. „Bei uns gibt es keine Standardlösungen. Wir werden gefragt, wenn es besonders schwierig wird, die Montage nicht so einfach ist oder wenn es um besonders große oder schwere Öfen geht. Dabei arbeiten wir in der Planungs- und Entwicklungsphase immer sehr eng mit unseren Kunden zusammen. Bei uns bekommen sie alles aus einer Hand, auch das Engineering. Wir haben eine sehr hohe Fertigungstiefe und beschäftigen ausschließlich Facharbeiter. Über die Öfen hinaus liefern wir auch alles, was dazugehört, zum Beispiel Fördersysteme und Schutzzäune. Besonders stark sind wir bei Öfen im Temperaturbereich zwischen 200 bis 400 °C, bauen aber auch Öfen bis zu 600 °C.“

Neues Modell Vermietung

Als neues Geschäftsmodell vermietet Airtec auch kleine, gut transportable und steckerfertige Kammeröfen. „Das machen wir seit 2020“, erklärt Betriebsleiter Helmut Telaar. „Die Vermietung ist interessant für Kunden, die Öfen für einzelne Versuche benötigen oder die damit Produktionsspitzen abdecken. Ein weiteres Standbein ist das Lohntempern. Rudolf Alda: „Viele Auftraggeber haben Produkte, die nur kurz wärmebehandelt werden müssen. Das lassen sie bei uns machen. So werden zum Beispiel Backformen nochmals behandelt, bevor sie in den Handel gehen.“

Auch der Lüftungsbau, aus dem das Unternehmen ursprünglich hervorgegangen ist, wird noch betrieben. „Wir konzipieren und bauen Lüftungen für Fräsereien, Gießereien und andere Industrieanlagen, bei denen Luft abgesaugt werden muss, und liefern sie bis ins Ruhrgebiet“, verdeutlicht Helmut Telaar. „Mit unserem Maschinenpark erledigen wir alles hier am Standort, inklusive Blechbearbeitung.“

Ein großes Thema für Airtec ist auch der Bau von Wärmerückgewinnungsanlagen, welche die Hitze aus den Industrieöfen nutzen. „Dabei versuchen wir, die Energieverluste so gering wie möglich zu halten und überholen auch bestehende Anlagen“, so Rudolf Alda. Ob Industrieofen, Lüftungssystem oder Wärmerückgewinnung – alle Systeme werden natürlich von erfahrenen Monteuren vor Ort installiert und in Betrieb genommen. Das gehört ebenso zum Service wie Wartungen und Instandsetzungen.

Industrieöfen weltweit

Zu den Branchen, die Airtec bedient, gehören vor allem Automobilzulieferer, Hersteller von Elektromotoren und Windkraftanlagen sowie Maschinenbau und Kunststoffindustrie. Während die Industrieöfen weltweit gefragt sind, liegt der Schwerpunkt bei den übrigen Produkten auf Deutschland sowie den angrenzenden Ländern. „Viele Aufträge bekommen wir über Empfehlungen zufriedener Kunden“, freut sich Helmut Telaar.

Um weitere Kunden auf sich aufmerksam zu machen, ist das Unternehmen auf Fachmessen wie der THERMPROCESS und der K in Düsseldorf sowie auf der Fakuma in Friedrichshafen vertreten. Aktuell wird auch über eine Präsenz auf US-amerikanischen Messen nachgedacht. Suchmaschinenoptimierung und Webseite sind weitere Marketingkanäle, soziale Medien wie LinkedIn, Instagram und Facebook dienen vor allem der Gewinnung neuer Mitarbeiter.

Digitale Steuerung

Die Ursprünge des Unternehmens liegen in den 1980er-Jahren. Seinerzeit suchte die heutige Meier Prozesstechnik einen verlässlichen Ofenbauer, weil Firmenchef Aloys Meier mit den Lieferanten unzufrieden war. Also gründete er sein eigenes Ofenbauunternehmen und übernahm 1993 einen insolventen Metallbaubetrieb in Bocholt mitsamt Belegschaft. Die heute in Rhede ansässige Airtec beschäftigt mittlerweile 52 Mitarbeiter und bildet zusammen mit Meier Prozesstechnik, Meier Anlagenservice und DVA Holland-Merten die Meier Group. Schon heute sind die Anlagen von Airtec mit modernsten Steuerungen von Siemens ausgestattet. Außerdem ist jeder Ofen mit einem Fernwartungsmodul versehen.

„Mit Prozessoptimierung und Wärmerückgewinnung haben wir die Nachhaltigkeit ebenso im Blick wie mit der Umstellung unserer Hallenbeleuchtung auf LED sowie unserer Plasmaschneideanlage mit Reststückverwertung“, betont Rudolf Alda. „Außerdem haben wir gerade ein Angebot zur Errichtung einer Photovoltaikanlage eingeholt.“ Das Betriebsklima bei Airtec ist familiär, man duzt sich und die Hierarchien sind flach. Gemeinsame Feiern stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. „Für die kommenden Jahre planen wir ein gesundes Wachstum an, wollen unser Know-how weiter ausbauen und streben die Position als ‘Der Sonderofenbauer’ an“, skizziert Helmut Telaar die Pläne für die Zukunft.

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