Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Zwischenzeugnis: Das bedeuten die Formulierungen

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Formulierungen entsprechen Schulnoten

Klassisch sind die Beurteilungen, die im Wesentlichen den Zeugnisnoten von 1 bis 6 entsprechen. So ist die Formulierung „hat sich bemüht“ ein vernichtendes Urteil und ist mit der Schulnote „ungenügend“ gleichzusetzen. Einem „mangelhaft“ entspricht die Floskel „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“, während „zur Zufriedenheit“ mit einem „ausreichend“ zu vergleichen ist. Besser ist da schon „zur vollen Zufriedenheit“, was einer 3 entspricht, während eine 2 mit den Formulierungen „zur vollsten Zufriedenheit“ oder „stets zur vollen Zufriedenheit“ ausgedrückt wird. Wem hingegen eine Arbeitsleitung „stets zur vollsten Zufriedenheit“ bescheinigt wird, der darf sich über ein „sehr gut“ freuen.

Im Zeugnis ist „gesellig“ keinesfalls positiv

Doch es gibt weitere einfache Formulierungen, die deutliche Aussagen über das Arbeits- und Sozialverhalten des Beurteilten treffen. Begriffe wie „gesellig“ oder „war bei den Kollegen sehr beliebt“ bedeuten, dass lieber geredet als gearbeitet wurde. „Wer „gut delegieren kann“, zeichnet sich ebenfalls nicht durch großen Einsatz aus, sondern überlässt die Arbeit lieber den anderen. Wer sich mit „großem Elan“ an die Arbeit begibt, der ist zwar eifrig, doch nicht besonders erfolgreich. Zeigt sich „jemand bei Kunden schnell beliebt“, so fehlt ihm jegliches Verhandlungsgeschick.

„Großes Selbstvertrauen“ = „große Klappe“

Ist ein Verhalten „ohne Tadel“, so ist noch reichlich Luft nach oben. Gleiches gilt für den „korrekten Umgang“ mit Kollegen und Vorgesetzten, denn dieses ist eine Grundvoraussetzung, die in einem Zeugnis eigentlich nicht erwähnt werden muss. Erbringt jemand eine Leistung „im Rahmen seiner Fähigkeiten“, so scheinen diese Fähigkeiten offensichtlich sehr begrenzt zu sein. Hat jemand „Fachwissen“ in Kombination mit „großem Selbstvertrauen“, so lassen seine Kenntnisse zu wünschen übrig, während er andererseits gerne das große Wort führt.

Ein „verständnisvoller“ Vorgesetzter kann sich nicht durchsetzen

Wer stets „mit Interesse“ bei der Sache ist, der hat außer seinem Eifer nicht viel zu bieten. Ist jemand den „Belastungen gewachsen“, heißt es, dass er schnell aus der Fassung zu bringen ist. Ein Chef, der gegenüber seinen Mitarbeitern als „verständnisvoller Vorgesetzter“ beschrieben wird, ist wenig durchsetzungskräftig und hat wenig Autorität. Wer durch seine „Geselligkeit zum guten Betriebsklima“ beiträgt, greift während der Arbeitszeit gerne mal zur Flasche. Ein Hinweis auf gewerkschaftliches Engagement oder die Mitarbeit im Betriebsrat lässt sich aus „umfassendem Einsatz für Kollegen innerhalb und außerhalb der Firma“ ableiten.

Wer selbst sein Zeugnis formuliert ist im Vorteil

Es gibt weitere „versteckte Botschaften“ in Arbeitszeugnissen und wer die Formulierungen sorgfältig liest, wird sie nach den vorangegangenen Beispielen sicherlich erkennen. Es spricht deshalb auch nichts dagegen, dem Vorgesetzten selbst einen Entwurf für ein Zeugnis vorzulegen. Das hat den großen Vorteil, dass Änderungen am Entwurf auch inhaltlich begründet werden müssten.

TOP