Spielen mit Begeisterung

Interview mit Marc Oelker, Geschäftsführer der SIK-Holzgestaltungs GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Oelker, beim Blick auf Ihre bisherigen Projekte und das gesamte Produktportfolio wird sofort der innere Spieltrieb geweckt. Wie kam es zu dieser Unternehmensidee – und wie hat sie sich über die Jahre entwickelt?

Marc Oelker: 1988 ist das Unternehmen gegründet worden. Damals gab es ein vergleichbares Konzept nicht, SIK-Holz war das erste Unternehmen dieser Art. Mittlerweile gibt es natürlich mehr Wettbewerb, aber wir haben dennoch den größten Marktanteil. Wir haben seit 2004 von Handelsvertretungen auf einen Vertrieb mit eigenen Fachberatern umgestellt. Schließlich geht es um Anlagen, auf denen Kinder spielen sollen. Das ist jedes Mal eine spannende Herausforderung.

Wirtschaftsforum: Stichwort spielen: Welche Art von Projekten setzen Sie mit Ihrem Team um?

Marc Oelker: Das Wichtigste: Wir wiederholen kaum Produkte. Wir – und unsere Kunden – denken sich immer etwas Neues, Innovatives aus. Ob Piraten, Fledermäuse, Schaukelpark oder eine Polizeistation: Wir machen alles möglich. Die wichtigste Ressource ist die Information. Denn das Material und die Menschen, die es fertigen und zusammenbauen, haben wir selbstverständlich. Wichtig sind die Details, zum Beispiel welche Augenfarbe der Pirat haben soll. Genau darauf kommt es an.

Wirtschaftsforum: Holz ist schon als Material an sich nachhaltiger als vieles andere, was auf Spielplätzen verwendet wird. Wie wichtig ist Ihnen und Ihren Kunden der Aspekt der Nachhaltigkeit?

Marc Oelker: Unsere Produkte sollen ein Leben lang halten. Nach circa 15 Jahren sind unsere Geräte überarbeitbar – und das ist auch absolut kein Problem. Unser Holz ist unbehandelt und trägt somit noch mehr zur Nachhaltigkeit bei. Auch unsere Designs sind zeitlos schön, sodass unsere Spielgeräte und -landschaften von jetzt an für Jahre und Jahrzehnte bestehen sollen.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet das Team hinter SIK-Holz aus?

Marc Oelker: Wir arbeiten mit und für Menschen, daher ist das Gespür für Menschen unerlässlich. Wir alle verstehen uns gut – und wir sind mittlerweile 230 Mitarbeitende an insgesamt zwei Standorten. Jeder Einzelne hat eine wichtige Aufgabe im Unternehmen, sodass es auch auf jeden Einzelnen ankommt. Es steht und fällt mit der Kompetenz der Leute.

Wirtschaftsforum: Wie kam es zur Eröffnung eines zweiten Standortes?

Marc Oelker: Dieser liegt in der Lausitz und ist quasi unsere verlängerte Werkbank. Das war eine gute Entscheidung, da wir so dem Fachkräftemangel entgegenwirken konnten und zwölf Leute vor Ort haben. Diese sind allesamt Handwerker und Experten in ihrem Bereich. So sorgen wir dafür, der Nachfrage gerecht zu werden und gleichzeitig genau die Mitarbeiter zu beschäftigen, die wir brauchen.

Wirtschaftsforum: An welchem Faktor erkennen Sie, dass ein Projekt gelungen ist?

Marc Oelker: Ganz klar: an den leuchtenden Kinderaugen. Wenn die Kinder sich bei der Eröffnung freuen und einfach begeistert sind, dann wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne haben Sie für SIK-Holz und Ihr Team in den kommenden Jahren?

Marc Oelker: Wichtig ist uns, dass wir an beiden Standorten erfolgreich sein können. Außerdem wird Inklusion und somit auch inklusive Spielplätze ein immer wichtigeres Thema, das auch unserer Arbeit zugutekommt. Ein weiteres Thema ist Virtual Reality. Durch diese Technik können wir bereits in der Planungsphase unsere Kunden begeistern – und auch virtuelles Spielen kann dadurch möglich gemacht werden. Aktuelle Priorität hat aber nur eines: die aktuelle Zeit während und nach Corona zu überstehen.

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