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Interview mit Thomas Rustige, kaufmännischer Prokurist und Manuel Nicolai, Vertriebsleiter der Gebr. Otto und Heinrich Müller Holzbearbeitung GmbH

Die Gebr. Otto und Heinrich Müller Holzbearbeitung GmbH steht seit knapp einem Jahrhundert für höchste Qualität und Präzision in der Holzverarbeitung. Mit Kontinuität, Innovation und Nachhaltigkeit setzt das Unternehmen Maßstäbe in der Branche.

Familienbetrieb seit 1925

Die Erfolgsgeschichte der Gebr. Otto und Heinrich Müller Holzbearbeitung GmbH begann 1925, als Heinrich Müller eine Schreinerei in Altenessen eröffnete. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen kontinuierlich, wobei sich jede Generation der Familie Müller weiterentwickelte und den Betrieb nachhaltig ausbaute. Einen entscheidenden Schritt machte die 4. Generation, als Heinrich Müllers Urenkel, die Brüder Matthias und Stephan Müller, das Unternehmen 2012 übernahmen und den Betrieb auf den neuesten Stand der Technik brachten. Mit einer Investition von 30 Millionen EUR verwandelten sie die Holzverarbeitung in eine der am höchsten automatisierten Produktionslinien in Deutschland. „Durch unsere Automatisierung sind wir heute in der Lage, mit 25 Mitarbeitern jährlich Fenster im Wert von etwa 40 Millionen EUR herzustellen“, erklärt der kaufmännische Prokurist Thomas Rustige. „Diese Effizienz ist in unserer Branche einmalig.“ Ein entscheidender Wert, der bei Müller Holzbearbeitung gelebt wird, ist das Bekenntnis zur Mitarbeiterschaft und deren Förderung. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt unseres Unternehmens. In schwierigen Phasen stehen wir zu 100% hinter ihnen und bieten Unterstützung“, sagt Thomas Rustige. Diese Philosophie sorgt für ein enges und loyales Team und ermöglicht eine offene Kommunikation und flache Hierarchien.

 

Innovation und Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg

Das Untermehmen legt nicht nur Wert auf höchste Präzision in der Fertigung, sondern auch auf eine nachhaltige Produktion. Die Fenster und Türen werden aus Holz gefertigt, das aus ökologisch verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt und den strengen Standards des FSC- oder PEFC-Gütesiegels entspricht. „Wir produzieren ein Produkt, das den heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit gerecht wird und gleichzeitig höchste technische Standards erfüllt“, erläutert Thomas Rustige. Besonders im Bereich Wärmeschutz setzt die Firma Maßstäbe. Die Fenster erreichen herausragende Werte in der Energieeffizienz und bieten gleichzeitig hohen Schallschutz. „Normalerweise stehen sich Wärmeschutz und Schallschutz technisch entgegen“, erklärt Thomas Rustige. „Umso stolzer sind wir darauf, dass wir beide Eigenschaften optimal kombinieren können. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal, das uns im Markt abhebt.“ Die hohe Qualität und Langlebigkeit der Produkte machen die Gebr. Otto und Heinrich Müller Holzbearbeitung GmbH zur ersten Wahl für Großprojekte und spezialisierte Bauten. Zu den Referenzprojekten zählt unter anderem der Bau von zwei Abschnitten der Württembergischen Versicherung in Kornwestheim – eines der größten Fenster- und Fassadenprojekte in der Region. „Unser Anspruch ist es, technisch ausgereifte und maßgeschneiderte Lösungen zu liefern“, betont Thomas Rustige. „Dabei arbeiten wir eng mit den Auftraggebern zusammen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.“

Strategische Marktorientierung

Im Juli 2024 hat Manuel Nicolai die Leitung des Vertriebs übernommen, um das Geschäft weiter auszubauen und das Unternehmen in neue Märkte zu führen. „Unsere Marktposition bei öffentlichen Ausschreibungen und Großprojekten ist sehr stark“, berichtet Manuel Nicolai. „Nun möchten wir verstärkt auch den B2B-Markt bedienen und das Geschäft mit mittelständischen Betrieben und Handwerksunternehmen ausbauen.“ Eine zentrale Neuerung ist die Einführung einer modularen Pfosten-Riegel-Fassade, die Kunden in Form eines fertig konfektionierten Bausatzes erwerben können. „Diese Produkte sind unter anderem speziell für Unternehmen wie Holzbauer, Metallbauer und Schreinereien und mittelständige Fensterbauer gedacht, die individuelle Fassadenlösungen suchen, so ihr Produktportfolio ergänzen können und gleichzeitig von der präzisen Produktion und Qualität der Marke ‚Müller‘ profitieren“, erklärt Manuel Nicolai. Durch die modulare Bauweise wird es auch kleineren, mittelständigen Betrieben möglich, kosteneffizient auf hochqualitative Fassadenelemente zuzugreifen. Um den Vertrieb weiter zu fördern, setzt das Unternehmen auf eine Mischung aus persönlichen Kontakten und Messen. „In unserer Branche sind der persönliche Austausch und die individuelle Beratung entscheidend. Wir überlegen aber auch, welche digitalen Wege uns zusätzlich dabei helfen können, Kunden zu erreichen“, so Manuel Nicolai. Neben den Vertriebsplänen ist Müller Holzbearbeitung auch in Bezug auf das Produktionsvolumen auf Wachstumskurs. „Anfang bis Mitte 2025 werden wir eine zweite Produktionsstätte eröffnen, die uns erlauben wird, den Umsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln“, berichtet Thomas Rustige. „Der neue Standort wird auch die Fertigung von Fassaden umfassen und unseren Kundenstamm sowie das Leistungsspektrum erweitern.“

Antizyklische Investitionen

Obwohl der Markt derzeit vor Herausforderungen steht, setzt Müller Holzbearbeitung auf eine antizyklische Wachstumsstrategie. „Mit dem Strom schwimmen kann jeder“, so Thomas Rustige. „Unser Ansatz ist es, in schwierigen Zeiten gezielt zu investieren, um nach der Erholung des Marktes noch stärker dazustehen.“ Die geplante Expansion und die Investition in die neue Produktionsstätte mit einem Volumen von 15 bis 20 Millionen EUR sind Ausdruck dieser Strategie. Müller Holzbearbeitung sieht sich gut gerüstet, um in den kommenden Jahren die Nachfrage im deutschen Markt weiter zu bedienen. „Der deutsche Markt im Objektgeschäft bleibt unser Kernmarkt und wir sind überzeugt, dass wir hier weiter wachsen können“, erklärt Thomas Rustige. „Gleichzeitig arbeiten wir im B2B-Bereich an einer erweiterten Präsenz im europäischen Raum, um das Potenzial international zu nutzen.“

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