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Das digitale Bindeglied in der Logistikbranche

Interview mit Dr. Lasse Landt, Geschäftsführer Pamyra GmbH

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„Wir sind kein Spediteur, sondern eine Vergleichs- und Buchungsplattform für Versender, die einen Spediteur suchen“, verdeutlicht Dr. Lasse Landt, seit drei Jahren im Unternehmen und als CFO einer von zwei Geschäftsführern der Pamyra GmbH. „Für mittelständische Speditionen hingegen, die im 21. Jahrhundert angekommen sind und sich digital aufstellen wollen, fungieren wir als digitaler Lösungsanbieter. Wir sind gewissermaßen der Lösungsanbieter für den digitalen Vertrieb.“

Dabei profitieren beide Gruppen gleichermaßen vom Angebot des innovativen Leipziger Unternehmens. So kristallisieren sich bei den Spediteuren ganz neue Kundengruppen heraus. Dr. Lasse Landt: „Sie wollen keine Mails mehr schreiben und auch keine Faxe mehr verschicken. Sie möchten stattdessen auf eine Plattform. Was booking.com für die Reisebranche ist, sind wir für die Logistik. Seit diesem Jahr haben wir auch eine Whitelabel-Lösung, die Spediteure in ihre Webseite integrieren können. Ihre Kunden können direkt auf der Website Preise abfragen und buchen.“

Doch auch die Versender sparen Zeit und damit auch Geld, wie der CFO und Geschäftsführer erläutert: „In etwa 30 Sekunden haben die Versender einen Marktüberblick. Sie wissen sofort, was Transporte beim jeweiligen Spediteur kosten, wer für sie geeignet ist und welche Zusatzleistungen, zum Beispiel eine Ladebordwand, geboten werden. Das lässt sich alles filtern.“

Große Transparenz

Die beiden Softwareentwickler Steven Qual und Felix Wiegand gründeten Pamyra 2015. 2017 kam Dr. Lasse Landt mit ins Unternehmen, das er gemeinsam mit Gründer Felix Wiegand als Geschäftsführer leitet. Neben den beiden Gründern und Dr. Lasse Landt zählen verschiedene Investoren zu den Inhabern von Pamyra.

Heute sind 18 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. Seit der Gründung hat sich Pamyra sehr gut entwickelt. „Gerade das Thema Transparenz hat uns nach vorne gebracht“, freut sich Dr. Lasse Landt. „In einer hochdynamischen und wettbewerbsintensiven Branche ist unsere Plattform einzigartig.“

Neutraler Vermittler

Mit großer Überzeugung steht Dr. Lasse Landt hinter der Philosophie von Pamyra: „Was mich überzeugt, ist dass unser Konzept nicht auf Wettbewerb setzt – weder mit Speditionen noch mit anderen digitalen Konzepten. Wir suchen Partnerschaften mit Speditionen, die ihren Vertrieb digital ausbauen wollen und Tools brauchen. So können wir gegenüber Versendern als neutraler Vermittler auftreten. So etwas hat der Branche bislang eigentlich gefehlt.“

Nach wie vor wundert sich der Geschäftsführer darüber, dass es im Speditionsgewerbe zuweilen noch sehr behäbig zugeht: „In der Branche ist üblich, dass es, wenn Sie drei Angebote haben wollen, in der Regel immer noch Stunden dauert. Es gibt einige digitale Speditionen und Plattformen, wo man Preise einsehen kann. Aber es ist schwierig, sich einen Marktüberblick zu verschaffen. Das erstaunt mich immer wieder, denn Speditionen haben einen großen Margen- und Preisdruck.“

Nicht für Massenversender

Natürlich blieb das Thema Corona auch für Pamyra nicht ohne Folgen, doch hat das Leipziger Unternehmen flexibel auf die Herausforderung reagiert: „Wir haben ein komplettes Team auf HomeoOffice umgestellt. Trotzdem haben wir in verschiedenen Bereichen kleine Einbrüche erlebt. Das größte Problem war, dass unser Modell auf Partnerschaften mit Speditionen basiert. Deshalb war es für die Firmen in den vergangenen Monaten oft nicht einfach, etwas Neues zu beginnen. Ungeachtet dessen haben wir aber in diesen Monaten mit der Firma Cargo Translogistik eine große Kooperation begonnen.“

„Wir möchten der zentrale digitale Vertriebskanal für Speditionsdienstleistungen werden und der Lösungsanbieter für Speditionen.“ Dr. Lasse LandtGeschäftsführer
Dr. Lasse Landt

Mit seinem Geschäftsmodell richtet sich Pamyra an Speditionen und Versender. Dabei stehen jedoch nicht die großen Versender im Fokus. Die Plattform richtet sich vorwiegend an kleinere Auftraggeber, nicht an Massenversender. Wichtigste Marketingplattform für Pamyra ist Google. „Wir sind sehr stark im Content Marketing und überlegen uns, wie Informationen verpackt werden müssen, damit sie viele Klicks erreichen“, sagt Dr. Lasse Landt. „Bei Google werden wir pro Monat über eine Million Mal angezeigt.“

Internationalisierung im Blick

Weil die Plattform deutschsprachig ist, konzentrieren sich die Aktivitäten zumeist auf Deutschland und Österreich. Transporte hingegen werden in rund 20 europäische Länder vermittelt. Mittelfristig haben die Verantwortlichen jedoch auch internationale Märkte im Blick. Mit Partnern wird deshalb bereits an europaweiten Konzepten gearbeitet. Dr. Lasse Landt: „Internationalisierung und internationale Verkehre sind für uns ein großes Thema. Deutschland als Durchgangsmarkt bietet ein riesiges Potenzial.“

Digitalisierung gut nutzen

„Anfang 2021 werden wir unsere SAAS-Lösung mit der Marktplatzlösung verbinden“, nennt der Geschäftsführer ein Thema der nächsten Zeit. „Die Spediteure können dann auf ihrer eigenen Website als Subunternehmer auf den Marktplatz zugreifen, ohne dass der Kunde es merkt.“

Darüber hinaus hat Dr. Lasse Landt eine weitere Vision für sein Unternehmen: „Wir möchten der zentrale digitale Vertriebskanal für Speditionsdienstleistungen werden und der Lösungsanbieter für Speditionen. Wir wollen bestehende Prozesse nicht nur digitalisieren, sondern mit Pamyra Connect das Potenzial der Digitalisierung voll ausschöpfen.“

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