CRM dort, wo Sie arbeiten – in SAP und Microsoft 365

Interview mit Stefan Eller, Geschäftsführer der itmX GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Eller, Sie sind Gründer und Geschäftsführer der itmX und begleiten das Softwareunternehmen damit seit vielen Jahren. Gab es Entwicklungen, die itmX bis heute geprägt haben? 

Stefan Eller: Rückblickend war es von Vorteil, dass ich als Wirtschaftsingenieur schon während meines Studiums den Fokus auf SAP gerichtet habe. Anschließend habe ich für ein SAP-Beratungsunternehmen gearbeitet, das, nachdem ich zwei Jahre dort tätig war, verkauft wurde. Für mich und zwei Kollegen bot sich damit die Chance, uns selbstständig zu machen. 1998 fiel der Startschuss für ITML. Es war eine spannende Zeit, das Internet boomte und wir wuchsen schnell. 2001 kam die Idee auf, neben der klassischen SAP-Beratung eine eigene Software zu entwickeln und dabei den Schwerpunkt auf den Bereich CRM zu legen. So sind wir mit einem eigenen Produkt in das Thema eingestiegen, das bis heute im Vordergrund steht.

Wirtschaftsforum: Aus der ITML ist irgendwann die itmX geworden. Es gab also weitere Veränderungen? 

Stefan Eller: Ja. Die Technologiezyklen werden immer kürzer und es ist wichtig, sich immer wieder neu zu erfinden. 2016 wurde die ITML an NTT Data Business Solutions verkauft, damit einher ging die Namensänderung und der klare Fokus auf CRM-Software. Heute bieten wir keine SAP-Beratung mehr; wir sehen uns als Hersteller und Einführungspartner für Kunden mit SAP und Microsoft als technische Basis. So verbinden wir das Beste aus zwei Welten.

Wirtschaftsforum: Der CRM-Markt ist wettbewerbsintensiv mit vielen großen Playern. Wie setzt sich itmX hier ab?

Stefan Eller: Wir setzen auf Microsoft- und SAP-Technologien. Mittlerweile gibt es mit Microsoft Azure und Copilot eine neue Generation. Alle sieben, acht Jahre muss man in unserer Branche ein Technologie-Upgrade machen. Unsere Stärke hier ist, dass alle Daten im SAP-System gespeichert sind und die benutzerfreundlichen Oberflächen identisch bleiben; nur technisch ändert sich ein wenig, wie aktuell die künstliche Intelligenz, die uns noch viele Jahre intensiv beschäftigen wird. Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir alles aus einer Hand bieten; wir sind Hersteller und Implementierer, bieten Wartung und Betrieb an; das gibt es nicht oft. 

Wirtschaftsforum: An wen wendet sich itmX mit den CRM-Lösungen? 

Stefan Eller: Grundvoraussetzung, um mit unserer Software zu arbeiten ist, dass SAP im Einsatz ist. Bei unseren Kunden handelt es sich um Unternehmen ab 200, 300 Mitarbeitenden, die schwerpunktmäßig aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Bau- und Bauzulieferindustrie sowie dem Handel kommen. Unter unseren Kunden finden sich namhafte Großunternehmen ebenso wie Hidden Champions – viele von ihnen begleiten uns seit Jahren. Was uns verbindet, ist eine starke Partnerschaft auf Augenhöhe: gemeinsam meistern wir technologische Veränderungen und entwickeln die Lösungen kontinuierlich weiter. Unser Ziel ist klar – nachhaltiger Kundenerfolg. 

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt KI für itmX? 

Stefan Eller: Wir haben früh die strategische Bedeutung von KI erkannt und gezielt eine eigene Einheit mit spezialisiertem Know-how aufgebaut, die unsere Kunden praxisnah begleitet. Dabei setzen wir auf die leistungsstarke Microsoft-Technologie, die im Vergleich zu anderen Plattformen technologisch führend ist. Beispiele wie KI-gestützte Anfrageanalysen oder die automatisierte Besuchsberichtserfassung zeigen: Uns geht es nicht um Visionen, sondern um konkrete Anwendungsfälle, die den Arbeitsalltag unserer Kunden spürbar erleichtern. 

Wirtschaftsforum: itmX ist seiner Kernkompetenz immer treu geblieben. Hat sich durch die Übernahme etwas an der Unternehmenskultur verändert?

Stefan Eller: Mit eigener Marke, eigenem Marketing, Vertrieb und Marktzugang agieren wir unabhängig – und genau das wissen wir zu schätzen. Auf der anderen Seite profitieren wir vom Mutterkonzern, vom internationalen Netzwerk oder finanzieller Sicherheit. Als agiles Unternehmen mit flachen Strukturen können wir unseren Mitarbeitenden vielfältige Angebote rund um modernes Arbeiten machen – von flexiblen Arbeitszeitmodellen bis hin zu inspirierenden Teamformaten. Seit knapp zwei Jahren sind wir in einem neuen, modernen Büro mit großer Küche, in der regelmäßig gemeinsam gekocht wird. Wir investieren bewusst in eine Arbeitsatmosphäre, die verbindet – denn wir möchten, dass unsere Mitarbeitenden gerne Teil von itmX sind. 

Wirtschaftsforum: Das vertrauensvolle Miteinander spricht neben der Kompetenz für itmX. Was steckt zudem hinter dem Unternehmenserfolg? 

Stefan Eller: Wir bieten Lösungen aus einer Hand, haben sehr gute Referenzen, gute USPs in der Software und sind, wie Kunden oft sagen, ‘sympathische Profis, die liefern, was sie versprechen’. 

Wirtschaftsforum: Wie soll es für itmX in Zukunft weitergehen? 

Stefan Eller: Wir wollen uns portfoliomäßig weiterentwickeln und Lösungen entwickeln und implementieren, die über CRM hinausgehen; auch für Kunden, die andere CRM-Software nutzen. Mit unseren Produkten möchten wir Erlebniswelten kreieren, getreu dem Slogan ‚Explore your experience‘. 

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Holländischer Pragmatismus, deutsches Vertrauen

Interview mit Oliver Thierolf, Geschäftsleiter der NIBC Bank N.V.

Holländischer Pragmatismus, deutsches Vertrauen

Wer eine Bank sucht, die keinen Unterschied macht zwischen Neu- und Bestandskunden, landet schnell bei einer unerwarteten Adresse. Die NIBC Bank, eine niederländische Direktbank mit Niederlassung in Frankfurt am Main,…

Die Transformation möglich machen

Interview mit Achim Köhler, Vorstand und Doris Woll, Vorstandsvorsitzende der Saarländische Investitionskreditbank AG

Die Transformation möglich machen

Industrie im Wandel, Investitionsstau im Mittelstand, gleichzeitig hoher Druck auf den Wohnungsmarkt: Im Saarland treffen gleich mehrere Transformationslinien aufeinander. Die Saarländische Investitionskreditbank AG (SIKB) versteht sich dabei als Finanzierungs- und…

Die stillen Macher

Interview mit Josef Miggisch, Geschäftsführer der Zambelli Metalltechnik GmbH & Co. KG

Die stillen Macher

Ob Wärmepumpe, Stromspeicher oder Archivregalsystem – wer die Metallteile dafür fertigt, bleibt meist unsichtbar. Die Zambelli Metalltechnik GmbH & Co. KG aus dem bayerisch-österreichischen Grenzgebiet hat sich vom Büromöbelproduzenten zum…

Spannendes aus der Region Pforzheim

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Interview mit Stephan Riese, CEO der reputatio systems GmbH & Co. KG

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Was braucht ein Unternehmen wirklich, um zu funktionieren? Für Stephan Riese ist die Antwort klarer, als viele denken. Mit reputatio systems entwickelt er Lösungen, die Komplexität reduzieren. Ein Gespräch über…

Zahntechnik heute: Qualität, Nähe und Verantwortung

Interview mit J.-Thilo Reinhardt, Selbstständiger Unternehmer des J.-Thilo Reinhardt Dental Labor Obermeister der Zahntechnikerinnung Baden

Zahntechnik heute: Qualität, Nähe und Verantwortung

Die Zahntechnik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt: vom klassischen Handwerksberuf hin zu einem hochpräzisen, technologiegetriebenen Gesundheitsberuf. Wie sich dieser Wandel auf Betriebe, Berufsbild und Markt auswirkt, erläutert…

Mit neuem Antrieb die  Zukunft bewegen

Interview mit Jacques Guyon, Geschäftsführer und Alexis Trouillet, Geschäftsführer der REDEX GmbH

Mit neuem Antrieb die Zukunft bewegen

Intelligente Mechatroniklösungen sind der Schlüssel für nachhaltige Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. ‘Made in Europe‘ steht dabei nicht nur für höchste Qualitätsstandards, sondern auch für technologische Innovationskraft, zuverlässige Lieferketten und verantwortungsbewusste Produktion.…

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Effizienz durch offene Agrarsysteme

Interview mit Robert Fraune, Geschäftsleiter der PTx Trimble GmbH und Associate VP der PTx OEM Solutions

Mehr Effizienz durch offene Agrarsysteme

Während viele Agrartechnologien Landwirte fest an einzelne Hersteller binden, setzt die PTx Trimble GmbH mit Sitz in Salzkotten bewusst auf Offenheit. Das Unternehmen entwickelt digitale Lösungen für den gesamten landwirtschaftlichen…

Digitale Lösungen für den Faktor Mensch

Interview mit Helmut Maier Eggersmann, Chief Business Development Officer der Rexx Systems GmbH

Digitale Lösungen für den Faktor Mensch

Die Anforderungen an modernes Personalmanagement wachsen rasant. Unternehmen müssen Prozesse digitalisieren, Talente gezielter entwickeln und zugleich flexibel auf Veränderungen im Markt reagieren. Genau an diesem Punkt setzt die Rexx Systems…

Wissen, worauf es ankommt

Interview mit Timo Möller, Sales und Marketing ­Director Software Company AMIC® GmbH

Wissen, worauf es ankommt

Eine ausgereifte ERP‑Lösung wird für Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelindustrie immer wichtiger. Von der Rohstoffbeschaffung über Produktion und Lagerhaltung bis hin zu Vertrieb und Rückverfolgbarkeit müssen zahlreiche Abläufe effizient koordiniert…

TOP