Alles in Butter

Interview mit Patricia Kief, Marketing- und Nachhaltigkeitsmanagerin der Ornua Deutschland GmbH

Seit zehn Jahren arbeitet Patricia Kief als Marketing- und Nachhaltigkeitsmanagerin bei Ornua Deutschland. Nach mehreren Jahren bei anderen bekannten Lebensmittelunternehmen wie Dr. Oetker oder Mars hat sie hier ein optimales Betätigungsfeld für sich gefunden.

„Ornua ist ein mittelständisches Unternehmen, bei dem man die Möglichkeit hat, viel mitzugestalten und Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung zu begleiten. Das ist einfach toll“, sagt sie.

Ornua Deutschland hat seine Wurzeln in den 1970er-Jahren. „Damals wurde eine Kooperation mit der Vereinigung Rheinischer Molkereien geschaffen, die die Kerrygold-Butter importiert hat. Schließlich entschloss sich das Irish Dairy Board, so der ehemalige Firmenname von Ornua, diese Vereinigung zu übernehmen“, erzählt Patricia Kief. 2007 zog das Unternehmen von Krefeld an seinen heutigen Standort – und startete eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.

Enormes Wachstum 

„Seit unserem Umzug nach Neukirchen-Vluyn haben wir die Anzahl unserer Mitarbeiter auf heute 170 verdoppelt, den Standort dreimal erweitert und auch unseren Maschinenpark für die Produktion, Verpackung und Ausgangslogistik um das Doppelte ausgebaut“, fasst sie zusammen.

Der Jahresumsatz des Unternehmens liegt heute bei 550 Millionen EUR – ebenfalls ein enormes Wachstum, waren es doch vor zehn Jahren noch 125 Millionen EUR. Das Rohprodukt bezieht Ornua nach wie vor aus Irland.

„Die Ornua Cooperative in Dublin ist eine Genossenschaft mit 33 Molkereien und 14.000 irischen Farmen“, erklärt Patricia Kief. Die Besonderheit der Kerrygold-Produkte, zu denen mittlerweile auch Joghurt, Käse und diverse Butterspezialitäten gehören, liege in der geografischen Lage Irlands begründet. „Dort herrscht ein supermildes Klima mit relativ viel Niederschlag. Das sind optimale Bedingungen für das Weideland. In Irland sind die Kühe 300 Tage im Jahr auf der Weide. Dadurch hat die Milch einen höheren Gehalt an Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren.“

Die Branche, in der sich Ornua bewegt, sei, so Patricia Kief „ein Haifischbecken. Gerade im Joghurtbereich ist der Markteintritt sehr schwierig. Wir wollen daher immer irgendetwas besser machen als das, was es bereits gibt. Die Produkte müssen sich abheben, um vom Konsumenten wahrgenommen zu werden. Wir wollen es besser machen in der Branche und damit auch uns selbst ständig optimieren.“

Das scheint zu gelingen: Ornuas Marktanteil bei Butter und Mischstreichfett liegt bei 17%. Damit ist das Unternehmen in Deutschland Marktführer. „Mit diesem Wert sind wir dreimal so groß wie der nächste Wettbewerber. Die Markenbekanntheit von Kerrygold ist immens. In jedem zweiten Haushalt in Deutschland werden die Produkte konsumiert. Mit unserer permanenten Strategie haben wir das Irland-Bild insgesamt ein Stück weit mitgeprägt“, sagt Patricia Kief nicht ohne Stolz.

Ein wichtiger Teil der Unternehmensphilosophie ist das Thema Nachhaltigkeit. „Allein der CO2- Ausstoß durch die Kühe erzeugt jede Menge Methan. Wir arbeiten stetig daran, das, was wir tun, in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht zu verbessern“, betont Patricia Kief. Aspekte wie das Wohl der Tiere und Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz liegen ihr daher besonders am Herzen.

2011 hat der Betrieb erstmals eine Klimabilanz erstellt, zudem wurde ein Nachhaltigkeitsteam aus drei Mitarbeitern gebildet. Aktuell ist Deutschland der stärkste Absatzmarkt für die Kerrygold-Produkte. „Hier liegt der jährliche Butterkonsum bei durchschnittlich 6 kg pro Kopf. Unser Joghurt wurde sogar speziell für den deutschen Markt entwickelt.“

Auch in Zukunft soll Ornua Deutschland wachsen. „Unser Ziel ist es, uns als Molkereimarke mit hochwertigen, irischen Produkten zu etablieren“, so die Marketingexpertin.

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