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Zum Dahinschmelzen: Das Beste aus der Bohne

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46 eigene Geschäfte in der Schweiz, 14 in Deutschland, 14 im Mittleren Osten und in Asien – Läderach ist längst kein kleines Schweizer Unternehmen mehr. Derzeit ist der Blick der Chocolatiers nach New York gerichtet, wo noch in diesem Jahr eine von drei Filialen eröffnet werden soll.

800 Mitarbeiter sind mittlerweile bei dem Familienunternehmen beschäftigt. Trotz seiner Größe ist noch immer die ursprüngliche Leidenschaft für feine Confiserie spürbar. 1962 wurde das Unternehmen von Rudolf Läderach jun. gegründet. Sein Enkel Johannes Läderach, der seit März 2018 Geschäftsführer ist, erzählt: „Mein Urgroßvater war Bäcker und mein Großvater hat den Beruf von ihm gelernt und sich dann zum Chocolatier weitergebildet.“

Sein Vater, Jürg Läderach, übernahm 2004 auch die Confiserie der Schweizer Valora-Gruppe. „Bis dahin haben wir nur B2B gemacht“, sagt Johannes Läderach. Sein Vater ist heute Präsident und sein Bruder Elias, ebenfalls Mitglied der Firmenleitung, verantwortlich für Entwicklung und Produktion.

Meisterpralinen

2012 wurde die firmeneigene Fabrik zur Herstellung der Schokoladenmasse in Bilten gebaut. Stolz ist man darauf, von der Kakaobohne bis zum Verkauf in den eigenen Chocolaterien alles selbst in der Hand zu haben. „Wir gehen auch zu den Kakaobauern und unterstützen sie beim nachhaltigen Anbau“, erklärt der Geschäftsführer.

Einen weiteren Meilenstein hat sein Bruder 2018 gesetzt: Er wurde bei den World Chocolate Masters in Paris zum besten Chocolatier der Welt ernannt. „Die Pralinen, mit denen er gewonnen hat, gibt es bei uns zu kaufen. Wir haben sie Masters Collection genannt“, berichtet Johannes Läderach.

Längst ist das Unternehmen weit über die Schweiz hinaus bekannt. „Wir haben versucht, unser Wachstum von hier aus in die ausländischen Märkte zu übertragen“, erzählt er. Nach Nordamerika wurde bisher nur online verkauft. Die drei New Yorker Filialen sollen erst ein Anfang sein. In Deutschland sieht er Potenzial für zehn weitere Filialen. „Wir verfolgen eine sehr selektive Strategie und gehen vor allem in die größeren Städte.“

Johannes Läderach, Geschäftsführer der Läderach (Schweiz) AG
„Ein Stück Schokolade kann ein Genuss nach einem harten Tag sein, ein Geschenk und vieles mehr.“ Johannes LäderachGeschäftsführer

Viel Handarbeit, viel Frische

‘FrischSchoggi’ heißt einer der Renner unter den zahlreichen süßen Spezialitäten. Johannes Läderach erklärt, was diese Produkte ausmacht: „Unsere FrischSchoggi muss binnen maximal 3 Wochen verzehrt werden, um das volle Frische-Erlebnis bieten zu können. Da entfalten die hochwertigen Rohstoffe ihr volles Aroma.“

Neben dem dauerhaften Sortiment führt Läderach Saisonartikel wie Osterhasen und Nikoläuse. Das Wichtigste sei bei allen Produkten die Qualität der Rohstoffe, betont er. Die Produktion, in der 300 Mitarbeiter tätig sind, ist zum Teil automatisiert – nicht aber, wenn es um Dekor geht.

„Bei den Führungen durch unsere Produktion staunen die Besucher immer, dass wir so viel in Handarbeit machen“, erzählt der Chocolatier. Sechs Mitarbeiter sind mit der Entwicklung neuer Produkte beschäftigt, die sein Bruder Elias koordiniert. „Regelmäßig finden Produktbesprechungen statt, an denen auch mein Vater teilnimmt. Unsere Mini Mousses sind zum Beispiel entstanden, weil eine Kundin ihm einen Brief geschrieben hat. Sie fand es schade, dass dieses Produkt nur industriell hergestellt wurde.“

Johannes Läderach hat die Beobachtung gemacht, dass sich die Menschen heute bewusster ernähren. „Wer sich verwöhnen will, greift heute eher zu Premiumprodukten und dann ist er bei uns richtig. Ein Stück Schokolade kann ein Genuss nach einem harten Tag sein, ein Geschenk und vieles mehr.“ Die Kunden sind bunt gemischt. Dass unter ihnen auch viele junge Menschen sind, freut ihn besonders. Läderach setzt generell auf eigene Geschäfte. „So haben wir die Möglichkeit, das Personal so auszuwählen und auszubilden, wie wir es für richtig halten.“

Kein Wachstum auf Kosten der Frische

Die Kakaobohnen werden direkt bei den Bauern eingekauft. „Ich glaube schon, dass die frischen Rohstoffe eines unserer Erfolgsgeheimnisse sind. Durch unsere eigenen Filialen sind zudem die Wege kurz. Das spürt man“, ist Johannes Läderach überzeugt. Auf die Geschichte der Firma ist er stolz. „Die Mitarbeiter erzählen oft von meinem Großvater. Er war sehr konsequent, was die Qualität betraf, und hat keine Kompromisse gemacht.“

Wachstum und Größe waren von Anfang an nicht das Ziel. „Sie sind nur ein Resultat. Mein Großvater wollte lediglich eine kleine Filiale eröffnen. Aber wenn unsere Produkte gut ankommen, freut uns das natürlich. Daraus ist an immer mehr Orten die Nachfrage nach unseren Produkten entstanden.“

Dennoch bremst die Familie das Wachstum bewusst. „Wir wollen sicherstellen, dass die Frische weiterhin gewährleistet ist.“ Läderach ist heute eine Referenzmarke für höchste Schweizer Qualität. Dankbar ist der Geschäftsführer für die stabilen politischen Verhältnisse und die guten Ausbildungsstandards in seinem Land. Über Schwierigkeiten, Personal zu finden, kann Johannes Läderach auch nicht klagen. Abschließend beschreibt er seine persönliche Motivation: „Gemeinsam mit den Mitarbeitern Neues zu schaffen, Innovationen und Ideen auszutauschen und am Ende ein gutes Resultat zu bekommen.“

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