Erfolgreich aus dem Quark gekommen

Interview mit Andrej Volynec, Geschäftsführer der Quarki fresh food GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Volnyec, Milch ist in aller Munde – und das in mehrfacher Hinsicht. Die Verarbeitung von Milch hat eine lange Tradition, gleichzeitig sind Milchprodukte Trendbarometer und nicht unumstritten. Wie gelingt es Quarki fresh food, sich auf dem wettbewerbsintensiven Markt durchzusetzen? 

Andrej Volnyec: Wir setzen auf Innovation, beobachten Trends und reagieren schnell. So können wir immer wieder neue Produkte auf den Markt bringen, die die Bedürfnisse der Konsumenten erfüllen. 

Wirtschaftsforum: Quarki nimmt Trends auf und ist gleichzeitig in osteuropäischen Traditionen verwurzelt. Diese Mischung aus Tradition und Moderne ist ein wichtiges Kennzeichen. Wie kam es dazu? 

Ingo Straub: Quarki fresh food ist ein Familienunternehmen, das auf Milchprodukte aus Osteuropa spezialisiert ist. Damit agieren wir auf einem stetig wachsenden Markt. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 von meinem Vater; ich war von Beginn an dabei und bin seit fünf Jahren als Geschäftsführer tätig. Begonnen haben wir mit einer eigenen Produktionsstätte. Seit 2017 ist die Produktion an ausgewählte Partner outgesourct, gleichzeitig konnten wir die Produktpalette erweitern. Am Standort Berlin beschäftigen wir heute sieben Mitarbeiter und setzen rund 20 Millionen EUR um. 

Wirtschaftsforum: Sie betonen, dass Innovationen entscheidend sind, um sich erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. Wie sieht das Produktprogramm heute aus und welche Innovationen sind in der Pipeline? 

Andrej Volynec: Unsere Wurzeln liegen in der osteuropäischen Küche; deshalb unterscheiden sich Kernprodukte wie Quark, Kefir, Saure Sahne und Quarkriegel durch ihre Struktur und ihren Geschmack von handelsüblichen Milchprodukten. Wir besetzen mit ihnen eine Nische mit großem Potenzial. Unsere Produkte haben eine nostalgische Note und sprechen vor allem Menschen aus Osteuropa an, deren Zahl in Deutschland stetig zunimmt. Nicht zuletzt durch den Krieg in der Ukraine sind viele Ukrainer in Deutschland heimisch geworden, die unsere Produkte schätzen. Allerdings richten wir unseren Fokus nicht nur auf diese Zielgruppe, wir möchten auch deutsche Konsumenten für die osteuropäische Küche begeistern. Im Frischebereich haben wir bereits erfolgreich Fuß gefasst, jetzt richten wir den Fokus auf den Tiefkühlbereich. Es gibt neue Produkte wie Eis und Quarkriegel mit Protein sowie Ideen im veganen Bereich wie vegane Sahne. Allerdings befinden wir uns noch in der Entwicklungsphase und werden das Sortiment Schritt für Schritt erweitern. Da wir die Unternehmensorganisation bewusst schlank halten wollen, arbeiten wir in der Entwicklung mit externen Spezialisten zusammen. 

Wirtschaftsforum: Quarki beliefert alle großen Handelsketten in Deutschland und war einer der ersten Nischenanbieter, der bei Kaufland gelistet war. Welche Herausforderungen stellen sich, um sich am Markt zu positionieren? 

Andrej Volynec:Neben der Tatsache, dass man schnell und flexibel auf Trends reagieren muss, ist es entscheidend, von der Produktion bis zur Lieferung Termine strikt einzuhalten und so die Qualität der Waren sicherzustellen. Wir haben es mit verderblichen Frischeprodukten zu tun, Kühlketten spielen eine entscheidende Rolle. Weil wir großen Wert auf authentische, natürliche Produkte legen und zum Beispiel keine Konservierungsstoffe verwenden, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum begrenzt und man muss schnell sein. Im Tagesgeschäft ist das die größte Herausforderung.

Wirtschaftsforum: Den Umsatz haben Sie auf 20 Millionen EUR beziffert. Ist dies eine feste Größe der vergangenen Jahre oder gab es Schwankungen? 

Andrej Volynec: 2023 hatten wir eine große Nachfrage nach Sonnenblumenöl; das hat sich inzwischen verändert, der Umsatz ging zurück. Im Hauptgeschäft Milchprodukte ist die Entwicklung dagegen konstant positiv; hier wollen wir mit neuen Produkten weiter wachsen.

Wirtschaftsforum: Um neue Produkte auf dem Markt zu etablieren, ist Kommunikation essenziell. Welche Marketinginstrumente haben sich in der Vergangenheit bewährt? 

Andrey Volynec: Wir haben viel ausprobiert und festgestellt, dass Kampagnen in den sozialen Medien sowie Aktionsgeschäfte im Handel für uns den größten Mehrwert bieten.

Wirtschaftsforum: Quarki soll weiter wachsen. Gibt es konkrete Ziele und auf welche Erfolgsfaktoren stützen Sie sich dabei? 

Andrej Volynec: Unser Ziel ist, international weiter zu wachsen und Kunden in Europa mit gesunden Produkten zu begeistern. Konsumenten sind offener geworden; deshalb sehen wir gute Chancen für unsere Nischenprodukte, die Tradition und Moderne harmonisch verbinden und einfach lecker sind.

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