Mit smarten Waggons Transporte grüner machen

Interview mit Isabella Legat, CEO der Innofreight IT Solutions GmbH

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Innofreight bietet ganzheitliche Logistiklösungen für die Schiene, die speziell auf die jeweiligen Kundenanforderungen abgestimmt sind. „Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit steht die Entwicklung innovativer Waggons, Container und Entladesysteme in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden“, erläutert CEO Isabella Legat, die seit 2007 bei Innofreight ist und im vergangenen Jahr die Geschäftsführung der neu gegründeten Tochterfirma Innofreight IT Solutions GmbH übernommen hat.

Die Wurzeln des Unternehmens, das 2002 gegründet wurde, liegen in der Papier- und Zellstoffindustrie. In rund 20 Jahren kamen kontinuierlich neue Branchen hinzu. „Von Agrargütern über Baustoffe, Stahlerzeugnisse und Chemieprodukte bis hin zu Flüssigkeiten aller Art bieten wir heute Lösungen für fast alle Industriesektoren an“, sagt Isabella Legat. „Insbesondere den Flüssigkeitssektor wollen wir weiter ausbauen.“

Mit 120 Mitarbeitern ist Innofreight europaweit vertreten, mit eigenen Vertriebsniederlassungen in Deutschland, Schweden, der Schweiz und Tschechien und weiteren Büros in Wien und in Slowenien. 2020 wurden rund 95 Millionen EUR erwirtschaftet.

Mehr Zuladung möglich

Kernprodukt von Innofreight ist der InnoWaggon, die Basis für alle weiteren modularen Lösungen für einen optimierten Transport auf der Schiene. Es gibt ihn in drei Spurbreiten für alle europäischen Schienennetze. Alle InnoWaggons zeichnen sich durch ihre Leichtbauweise und hohe Belastbarkeit aus und lassen sich mit verschiedensten Aufbauten kombinieren. Eine unter vielen Speziallösungen sind die Smart-GigaWood-Waggons für den Rundholztransport, die im Vergleich zu konventionellen Holzwaggons bis zu 30% mehr Zuladung ermöglichen.

Neben smarten Waggons bietet Innofreight spezielle Container, wie den WoodTainer für den Transport von Holzhackschnitzeln oder das RockTainer-System für die Stahlindustrie. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch stationäre und mobile Entladesysteme.

„Die Entladung der Container und Waggons ist ein wichtiger Teil einer ganzheitlichen Logistiklösung“, bestätigt Isabella Legat. „Deshalb entwickeln wir auch passende Entladesysteme und decken so die Logistikkette von der Beladung über den Transport bis zur Entladung ab. Wir verfügen über eine eigene Entwicklungsabteilung und setzen im Gespräch mit den Kunden das um, was für den Kunden relevant und hilfreich ist.“

Bei allen Lösungen spielt das Thema Digitalisierung eine immer größere Rolle. „Wir digitalisieren unsere gesamte Flotte mit GPS-Sensoren und haben eine Plattform zur Aufbereitung der Daten und Überführung in die Webplattform entwickelt, inklusive einer eigenen App“, erklärt Isabella Legat, deren Aufgabe es ist, das Thema Digitalisierung in das Entwicklungsteam zu bringen. Gleichzeitig wird die IT-Sicherheit immer weiter ausgebaut, um sämtliches Equipment vor Cyberangriffen zu schützen.

Bei den Entladesystemen beschäftigt sich ein aktuelles Projekt mit der Betriebsdatenüberwachung in Echtzeit, um präventiv Instandhaltungsmaßnahmen umsetzen zu können. Eine weitere Entwicklung ist der digitale Lieferschein. „Wir möchten sukzessive die gesamte Logistikkette abbilden und in die ERP-Systeme von uns und unseren Kunden überführen“, so Isabella Legat. Die enge Verknüpfung von Innofreight mit seinen Kunden zeigt sich auch darin, dass man innovative Lösungen für die gesamte Branche entwickelt. Hierzu gehört zum Beispiel eine Buchungs- und Sharing-Plattform für die Schienenindustrie, wie sie es bereits für Lkw gibt. „Damit lässt sich die gesamte Flotte bestmöglich bewirtschaften“, erläutert Isabella Legat.

„Wir möchten sukzessive die gesamte Logistikkette abbilden.“ Isabella LegatCEO
Isabella Legat

Von der Idee bis zur Realisierung

Innofreight ist immer im direkten Kontakt mit den Kunden und begleitet jedes Projekt von der ersten Idee bis zur abschließenden Realisierung. „Wir sind innovativ, europäisch, professionell, ökologisch und modular“, fasst Isabella Legat die Erfolgsfaktoren von Innofreight zusammen. „Unsere Firma zeichnet die innovative Kraft aus, wir sind bekannt dafür, dass wir sehr innovativ sind, wirklich auf den Kunden eingehen und mit ihm gemeinsam etwas umsetzen, was der Markt auch wirklich brauchen kann. Wir sind in ganz Europa vertreten und täglich mit mehr als 200 Ganzzügen europaweit im Einsatz. Wir haben das gesamte Know-how im Unternehmen und nahezu 20 Jahre Erfahrung in Projekten mit unterschiedlichsten Partnern. Als Anbieter von Logistiklösungen für die Schiene tragen wir dazu bei, den Lkw-Verkehr zu reduzieren und CO2 zu reduzieren. Last but not least sind unsere Systeme modular aufgebaut und können flexibel kombiniert werden. Dieses Konzept hat sich sehr erfolgreich entwickelt, da es uns ermöglicht, fast die gesamte Logistikkette abzudecken.“

Die Gründer von Innofreight haben ihr Know-how im Bereich der Schiene über viele Jahre aufgebaut. „Sie haben gesehen, dass der Transport auf der Schiene sehr veraltet ist und dass es etwas Neues, Innovatives benötigt, um der Straße nicht den ganzen Markt überzulassen“, sagt Isabella Legat. „Die derzeitige Digitalisierung kann die Prozesse in der gesamten Branche erleichtern und sie wieder attraktiver machen.“

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