Leder ‘Made in Italy’

Interview mit Dott. Antonio Rossi, Head of Administration der Ghiropelli srl

„Leder wird normalerweise in rohem Zustand in drei Teile geschnitten. Diese werden dann getrennt an die verschiedenen Gerbereien verkauft, die das Leder weiterbearbeiten“, erklärt Dott. Antonio Rossi, Head of Administration der Ghiropelli srl.

Ghiropelli srl
„Wir wissen, was die Gerbereien brauchen und gehen auch in Vorleistung.“ Dott. Antonio RossiHead of Administration

Blaues Leder

„Mein Vater, der das Unternehmen vor 20 Jahren gründete, hatte die Idee, diesen Prozessschritt selbst zu übernehmen, das heißt, das gekaufte Leder selber zu teilen und dann weiterzuverkaufen“, führt er weiter aus. „Bei uns kaufen also Gerbereien Leder, das schon eine erste Verarbeitung hatte – dabei spricht man von sogenanntem blauem Leder – und machen daraus ein fertiges Produkt.“ 2018 handelte Ghiropelli mit rund 3,8 Millionen kg Leder. Davon stammten rund 70% frisch von den Schlachthöfen. „Unsere Stärke sind unsere langjährige Erfahrung und profunde Marktkenntnis“, erklärt Antonio Rossi. „Wir wissen, was die Gerbereien brauchen und gehen auch in Vorleistung.“ Ghiropelli gilt weltweit als Experte für Lederrohstoff. Neben dem italienischen Markt ist das Unternehmen auch in China gut aufgestellt. Rund 20% des Geschäftsvolumens entfallen auf den dortigen Markt.

Pionier der Branche

„Wir waren der erste Anbieter, der diese Art von Einkauf und Verkauf getätigt hat“, erklärt Antonio Rossi. „Vor sieben Jahren haben wir die ersten Kontakte nach China geknüpft. Wir kaufen und verkaufen international. Seit rund 15 Jahren arbeiten wir mit einem Lieferanten in Afrika zusammen. Auch das ist im Laufe der Jahre eine feste Partnerschaft geworden.“

In den kommenden Jahren stehen die weitere Internationalisierung sowie Spezialisierung und stärkere Fokussierung auf der Agenda von Ghiropelli. Antonio Rossi hat allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

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