Die Welt mit neuen Augen sehen

Interview mit Dr. med. Jørn Jørgensen, Geschäftsführer und Inhaber der EuroEyes Deutschland GmbH

„In Deutschland sind 30% der Bevölkerung kurzsichtig, in China sogar 95%“, erklärt Dr. med. Jørn Jørgensen, Geschäftsführer, Gründer und Inhaber von Euro- Eyes. Was er damit sagen will: Die Zielgruppe des Unternehmens ist groß, das Potenzial ebenso.

Zu seinen Patienten, ausschließlich Privatkunden, zählen Menschen aller Altersklassen – von jüngeren Kurzsichtigen über die 45-plus- Gruppe mit Altersweitsichtigkeit bis hin zu älteren mit Grauem Star oder Glaukom, das in den letzten Jahren weltweit zugenommen hat. „Nur wenige sind unter 18“, ergänzt Jørn Jørgensen. „Es sind Leute, die in sich investieren.“

EuroEyes ist natürlich nicht der einzige Anbieter am Markt. Trotzdem wächst das Unternehmen mit seinen derzeit 350 Mitarbeitern jedes Jahr im zweistelligen Bereich. „Das liegt zum einen an unserem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist bei den Patienten aber auch ein Bauchgefühl. Man muss etwas ausstrahlen und Vertrauen schaffen. Sie erkundigen sich und sehen, dass wir sehr viel operieren – wir führen 20.000 Operationen im Jahr durch. Die meisten kommen über unser Onlinemarketing oder durch Empfehlungen zu uns.“

Wachstum durch zufriedene Patienten

Das komplett ärztegeführte Unternehmen ist mit 15 Kliniken in Deutschland, fünf in Dänemark und vier in China vertreten. Dabei wird es nicht bleiben. Zwei bis drei Augenzentren kommen jedes Jahr hinzu.

„Wenn man zufriedene Patienten hat, wächst man“, sagt der Däne. Vor allem in China, wo EuroEyes seit 2012 mit deutschen und skandinavischen Ärzten praktiziert, sei das Wachstumspotenzial riesig, auch aufgrund der großen Kaufkraft. „Ist dort ein Patient zufrieden, kommen drei neue.“

Als Chirurg operiert er selbst noch viel, ist aber als Unternehmer auch in der ganzen Welt unterwegs – für ihn eine perfekte Kombination. „Die Welt wird auf einmal klein und man sieht all die Menschen mit ihren Ähnlichkeiten. Ich mache das seit 25 Jahren und verstehe mich als Problemlöser. Wenn ein Patient unzufrieden ist, sehe ich es als meine Aufgabe, eine Lösung zu finden. Ich möchte, dass die Patienten happy sind.“

Der Spaßfaktor ist ihm dabei wichtig und dank seiner guten Mitarbeiter hat auch er selbst viel Freude an seiner Arbeit, betont er.

Der Trend zum guten Sehen

„Trend is your friend“, lautet das Motto des Arztes. „Für uns ist es wichtig, einen gesunden Trend zu finden, mit mehr Sicherheit und weniger Nebenwirkungen. Gerade bei der Alterssichtigkeit ist der Trend gut, die Eingriffe sind weniger invasiv, es wird immer mehr Schlüssellochchirurgie eingesetzt.“Gute Nachrichten also für die vielen Menschen, die die Lesebrille im Alltag stört.

Die Digitalisierung spielt in seinem Geschäft eine große Rolle, betont Jørn Jørgensen. „Wir sind immer Trendsetter gewesen und hatten das Glück, die Technologien zu wählen, die dann auch gut wurden. Wir sind in diesem Bereich sehr vielseitig aufgestellt.“

Vielseitig aufgestellt ist das Unternehmen auch in Sachen Sportsponsoring, etwa beim Ironman, Radrennen oder Handball, und im Charity- Bereich, wie zuletzt mit einer Reise nach Gannan in China, wo Jørn Jørgensen und seine Mitarbeiter mehr als 190 bedürftige sehbehinderte Menschen operiert haben.

Der Unternehmer mit Leib und Seele würde sich in Deutschland insgesamt etwas mehr Risikofreude wünschen. „Bei uns Shareholder zu werden, bedeutet immer auch ein Risiko, das man bereit sein muss einzugehen. In Deutschland gibt es davor eine große Angst, das zeigt auch der geringe Anteil an Hauskäufen. Es sollten mehr Leute Unternehmer werden. Wenn man diese Hürde überwunden hat, findet man auch viel Spaß daran. Unternehmen können oft sozialverträglicher sein als der Staat.“

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