Weil wir so sind: Stark in der Nische, klar in der Haltung

Interview mit Werner Brase, Vorstand der Allcura Versicherungs-AG

Wirtschaftsforum: Herr Brase, was ist das Besondere an der ALLCURA Versicherungs-AG?

Werner Brase: Wir sind ein junges Unternehmen mit traditionellen Werten. ALLCURA wurde 2011 nicht als Tochter eines Konzerns gegründet, sondern von einem kleinen Kreis engagierter Menschen. Diese persönliche Basis prägt uns bis heute. Die ALLCURA gehört zu großen Teilen den Mitarbeitern. Die Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft ist größter Einzelaktionär und besitzt eine Sperrminorität. Das bedeutet: Wer hier entscheidet, trägt auch die Verantwortung, ideell und wirtschaftlich.

Wirtschaftsforum: Wie wirkt sich diese Struktur auf Ihre Unternehmenskultur aus?

Werner Brase: Sie fördert Identifikation, Eigenverantwortung und Resilienz. Wenn wir Fehler machen, betrifft das nicht ‘irgendein Unternehmen’, sondern uns selbst. Das beeinflusst unser tägliches Handeln, in der Risikoprüfung wie im Schadenmanagement. Diese Struktur schafft Vertrauen – bei Kunden, Partnern und Rückversicherern. Unser Handeln ist auf Langfristigkeit und Verlässlichkeit ausgerichtet, nicht auf schnelle Effekte. Wir sind kein Vehikel für kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern ein Unternehmen mit Haltung.

Wirtschaftsforum: Ihr Unternehmen ist auf Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen spezialisiert – warum dieser Fokus?

Werner Brase: Wir glauben an Expertise statt Breite. Die Vermögensschaden-Haftpflicht ist ein anspruchsvolles Segment, das umfassendes Fachwissen erfordert. Ob für Anwälte, Steuerberater, IT-Spezialisten oder Geschäftsführer: Wir bieten individuell zugeschnittene Lösungen. Unsere Produkte sind verständlich, fair und ohne versteckte Klauseln. Kunden schätzen das. Wir sind kein Konzern mit Hotline, sondern ein verlässlicher Partner mit festen Ansprechpartnern. Unser Grundsatz ist: „Kunden verstehen. Risiken erfassen.“ Nur so entsteht fairer Versicherungsschutz.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Sie vom Wettbewerb?

Werner Brase: Unsere Mischung aus Fachkompetenz, Effizienz und persönlichem Service ist im deutschen Markt einzigartig. Wir bieten schnelle Reaktionszeiten, verständliche Produkte und direkte Erreichbarkeit. Viele Kunden kommen zu uns, nachdem sie woanders zu lange auf Antwort warten mussten. Uns ist wichtig, dass unsere Policen nicht nur rechtlich korrekt sind, sondern auch verstanden werden. Wir glauben daran, dass sich am Ende der Spezialist durchsetzt – mit Kompetenz, Klarheit und Ehrlichkeit.

Wirtschaftsforum: Was bedeutet Nachhaltigkeit für ALLCURA?

Werner Brase: Nachhaltigkeit ist bei uns keine Mode. Bereits 2017 haben wir unseren ersten freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, vier Jahre später folgte der zweite. Wir denken Nachhaltigkeit ganzheitlich: ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Wir verzichten zum Beispiel bewusst auf einen Fuhrpark und fördern klimafreundliche Mobilität. Unsere Bürostandorte in Hamburg und München sind zentral gelegen, ideal erreichbar per ÖPNV. Nachhaltigkeit leben wir auch im Arbeitsalltag. Unsere Mitarbeiter sind Partner auf Augenhöhe. Neben gesundheitsbezogenen Angeboten fördern wir Fortbildung, Transparenz und Beteiligung. Auch Digitalisierung ist für uns kein extra Nachhaltigkeitstreiber: papierarmes Arbeiten, digitale Kommunikation und effiziente Schadenprozesse gehörten von Beginn an dazu. So schaffen wir Freiraum für das Wesentliche – Denken und Handeln im Sinne unserer Kunden.

Wirtschaftsforum: Woran messen Sie Ihren Erfolg – und was bedeutet Wachstum für Sie? 

Werner Brase: Wir investieren gezielt in Aus- und Weiterbildung. Neben internen Formaten wie der ‘ALLCURA Fachakademie’ unterstützen wir externe Kooperationen, etwa mit der Deutschen Gesellschaft für Vermögensschadenhaftpflicht (DGVH e.V.). So sichern wir Know-how für eine anspruchsvolle Sparte mit Zukunft. Wir gelten als zuverlässig, stabil und kompetent, auf vielen Ebenen. Unser Wachstum bestätigt das: Seit dem fünften Jahr wirtschaften wir profitabel, 2021 lag unsere Bruttoprämie bei über 15 Millionen EUR, heute sind es über 21 Millionen. Für einen Nischenanbieter ist das beachtlich. Wichtig ist: Unser Wachstum ist nachhaltig. Jedes neue Geschäft muss zu unserer Philosophie passen. Größe ist für uns kein Ziel, Qualität schon.

Wirtschaftsforum: Was erwarten Ihre Kunden, und was dürfen sie erwarten?

Werner Brase: Unsere Kunden erwarten individuelle Beratung, klare Kommunikation und schnelle Hilfe im Schadenfall. Wir halten, was wir versprechen, seit unserer Gründung. Wenn ein Schaden berechtigt ist, wird er zügig reguliert. Für uns selbstverständlich. Ebenso der persönliche Kontakt: Unsere Kunden können uns anrufen oder besuchen, ohne Umwege. Wir sind ‘altmodisch’ im besten Sinne – mit modernen Werkzeugen. Diese Mischung macht uns aus: in der Verarbeitung stark automatisiert, aber menschlich; effizient und gründlich. Wir bleiben auf Kurs. Beständigkeit, Fairness und fachliche Exzellenz bleiben unser Kompass. Neue Herausforderungen, ob durch Gesetzesänderungen, Cyberrisiken oder neue Berufsbilder, nehmen wir an, ohne unsere Werte aufzugeben. Wir bieten damit Verlässlichkeit für unsere Kunden, Mitarbeiter und Partner. 

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Handwerk als strategischer Vorteil

Interview mit Matthias Fischer, Geschäftsführer der Fischer Markenschuh GmbH

Handwerk als strategischer Vorteil

Wenn Konsumsegmente unter globalem Preisdruck schwanken, zeigt ein Produkt besondere Stabilität: der Hausschuh. Während in vielen Sparten schnelle Trends dominieren oder Billigware den Markt flutet, behaupten sich Anbieter wie die…

Intelligente Anlagen für anspruchsvolle Projekte

Interview mit Alexander Smeets, Geschäftsführer der LENTZEN Gebäudetechnik GmbH

Intelligente Anlagen für anspruchsvolle Projekte

In Zeiten steigender Energiepreise und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen gewinnt moderne Gebäudetechnik stark an Bedeutung. Unternehmen benötigen Lösungen, die Effizienz, Verlässlichkeit und intelligente Steuerung verbinden. Genau hier positioniert sich die LENTZEN Gebäudetechnik…

Wenn Klinikessen Hightech wird

Interview mit Marc Donners, Geschäftsführer der ELECTRO CALORIQUE ­Speisenverteilsysteme GmbH

Wenn Klinikessen Hightech wird

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Reha-Zentren müssen ihre Abläufe neu organisieren: Fachkräftemangel, Kostendruck und steigende Hygieneanforderungen verändern selbst scheinbar etablierte Prozesse. Besonders die Verpflegung rückt dabei in den Fokus. Die ELECTRO CALORIQUE…

Spannendes aus der Region Hamburg

Digitale Lösungen für den Faktor Mensch

Interview mit Helmut Maier Eggersmann, Chief Business Development Officer der Rexx Systems GmbH

Digitale Lösungen für den Faktor Mensch

Die Anforderungen an modernes Personalmanagement wachsen rasant. Unternehmen müssen Prozesse digitalisieren, Talente gezielter entwickeln und zugleich flexibel auf Veränderungen im Markt reagieren. Genau an diesem Punkt setzt die Rexx Systems…

Lieferfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Fernwärme

Interview mit Patrick Hollstein, Product Application Manager der LOGSTOR Deutschland GmbH

Lieferfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Fernwärme

Fernwärme spielt eine Schlüsselrolle für die Wärmewende, steht jedoch vor wachsenden Herausforderungen. Die LOG­STOR Deutschland GmbH entwickelt und vertreibt vorgedämmte Rohrsysteme, die eine effiziente, verlustarme Verteilung von Wärme in Fernwärmenetzen…

Fehlerfreiheit als Wettbewerbsvorteil

Interview mit Dr.-Ing. Ansgar Kaupp, CEO und Partner der EyeC GmbH

Fehlerfreiheit als Wettbewerbsvorteil

Fehlerhafte Verpackungen können Millionen kosten – durch Rückrufe, Lieferengpässe oder regulatorische Folgen. Genau hier setzt die EyeC GmbH mit intelligenten Inspektionssystemen an, die Druckbilder, Barcodes und selbst Brailleschrift zuverlässig prüfen.…

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Interview mit Alina Nauen, Geschäftsführerin der torq.partners Finance GmbH

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Sowohl Start-ups als auch mittelständische Unternehmen benötigen bei der Erschließung neuer Kapitalquellen, etwa durch Venture Capital-Investoren, oftmals Unterstützung bei der Professionalisierung ihrer Finance-Strukturen: An dieser Stelle kann torq.partners auf jahrelange…

Auf Tradition gebaut

Interview mit Paul Morzynski, Geschäftsführer der Hallesche Vermögen GmbH & Co. KG

Auf Tradition gebaut

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die Hallesche Vermögen GmbH & Co. KG in Hannover im Bereich Gewerbeimmobilien aktiv und hat sich als verlässlicher Anbieter langfristiger Investitionsmodelle etabliert. Das Unternehmen…

Garantie mit System

Interview mit Rainer Doerr, Geschäftsführer der mobile GARANTIE Deutschland GmbH

Garantie mit System

Steigende Reparaturkosten, neue Antriebstechnologien und wachsende Dokumentationspflichten verändern den Fahrzeugmarkt – und damit auch die Anforderungen an Garantielösungen. Händler und Flottenbetreiber brauchen Angebote, die verständlich sind, schnell greifen und wirtschaftlich…

TOP