Dresdner machen – und messen – Druck

Portrait

Drucksensoren, Kraftmesser und Temperatursensoren bilden die drei Säulen des anspruchsvollen ADZ-Portfolios. Drucksensoren – laut Unternehmen ‘die Sinne automatisierter Anlagen und Maschinen‘ – machen mit 98% den Löwenanteil aus. Sie sind in den unterschiedlichsten Industriezweigen von der Bahntechnik über die Luft- und Raumfahrt hin zu Bereichen, in denen hydraulische und pneumatische Anlagen eingesetzt werden, gefragt und Aushängeschilder des international operierenden Sensorspezialisten. „Wir kommen insbesondere dann ins Spiel, wenn es kompliziert wird“, erklärt Prokurist Hannes Georgi. „Natürlich fertigen wir auch Standardprodukte; richtig spannend sind allerdings kundenspezifische Lösungen, die wir dank eines ausgeklügelten Baukastenprinzips produzieren und an Kunden in aller Welt von Afrika bis Australien liefern.“

„Wir kommen immer dann ins Spiel, wenn es kompliziert wird.“ Hannes GeorgiProkurist

Ostdeutsche Erfolgsgeschichte

Die technisch ausgereiften Sensoren, die unter anderem in ARIANE 6-Raketen eingesetzt werden, zeugen vom ausgeprägten technischen Know-how der Dresdner – und großer Erfahrung. Dietmar Arndt und Wolfgang Dürfeld gründeten das Unternehmen 1998 gemeinsam mit Herrn Zimmermann – dem Z des Firmennamens – der allerdings später ausschied. Es war eine spannende Zeit, geprägt von der Aufbruchstimmung nach der Wende.

„In Dresden gab es damals das Zentrum für Mikroelektronik, das auch nach der Wiedervereinigung weitergeführt wurde“, so Hannes Georgi. „Viele renommierte Unternehmen wie AMD und INFINEON siedelten sich hier an und profitierten von den hervorragenden Standortbedingungen. Darunter war auch die Firma ISS, die Drucksensoren für Bosch produzierte. Einer der Hauptlieferanten für Komponenten war die Firma NAGANO Keiki aus Japan, die heute 20% der ADZ-Anteile hält. ADZ Nagano ist letztlich aus der ISS hervorgegangen, konnte den Kundenstamm mitnehmen und sich erfolgreich auf den Industriesektor konzentrieren.“

Projekte in anderen Sphären

Heute zählt ADZ NAGANO 110 Mitarbeiter, davon 27 im Bereich Forschung und Entwicklung, und setzt 18,6 Millionen EUR um. Zertifizierungen wie ISO 9001, TS 16949 und DIN EN 9100 für die Luftfahrt sind Ausdruck einer gezielten Qualitäts- und Diversifizierungsstrategie. „Seit 2003 sind wir im Bereich Automotive tätig“, so Hannes Georgi. „2007 lief das erste große Luftfahrtprojekt an, ein wichtiges Referenzprojekt, das 2011 in die Serienfertigung ging. Mittlerweile finden sich unsere Sensoren im Hydrauliksystem des A350 sowie im A380 für Emirates, wo sie im Wassertanksystem der Dusche integriert sind und dort den Wasserstand messen. Für MTU-Motoren von Rolls-Royce Power Systems liefern wir Drucksensoren für große Dieselaggregate. Für ein amerikanisches Unternehmen, das im Bereich Wasserstoffsysteme tätig ist, liefern wir Sensoren für stationäre Anlagen und Systeme.“

Galerie | ADZ NAGANO GmbH

Neben den Drucksensoren hat ADZ NAGANO mit Kraftmessern und Temperatursensoren zwei weitere Produktfelder erschlossen, die zwar Nischenprodukte, jedoch „sinnvolle Ergänzungen des Portfolios“ sind, wie Hannes Georgi sagt. „Gerade im Bereich der Temperatursensoren gibt es momentan spannende Herausforderungen. Ein Highlight war ohne Zweifel das Vorzeigeprojekt ARIANE 6. Aktuell beschäftigen wir uns mit der Entwicklung eines kombinierten Druck- und Temperatursensors für die ARIANE 6. Die Implementierung eines CAN-Bus-Systems ist ausgesprochen komplex, da es eine Kombination aus allen Signalen und Messgrößen und damit eine der höheren Anwendungsstufen ist.“

„Wir hören Kunden zu, diskutieren auf Augenhöhe und präsentieren Lösungen, die wirklich passen.“ Hannes GeorgiProkurist

Professionell, passend – und damit perfekt

Gerade bei derart anspruchsvollen Projekten überzeugt ADZ NAGANO – nicht nur, weil man wissenschaftlich und technisch auf dem aktuellen Stand ist und mit renommierten Einrichtungen wie dem Fraunhofer Institut und der Technischen Universität zusammenarbeitet. „Wir hören Kunden zu, diskutieren auf Augenhöhe und präsentieren Lösungen, die wirklich passen“, unterstreicht Hannes Georgi. „Dank dieser Philosophie können wir uns weltweit behaupten – auch wenn wir als kleiner Fisch in einem großen Ozean umringt von Haifischen schwimmen. Unser Vorteil gegenüber Global Playern ist unsere Flexibilität; selbst kundenspezifische Lösungen in kleineren Stückzahlen sind selbstverständlich.“ Diese Flexibilität soll auch künftig das Wachstum des Unternehmens ankurbeln. Investitionen in Maschinen und Technologien stehen ebenso auf der Agenda wie ein Neubau mit mehr Fläche für die Fertigung.

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