Next Level cAIRe, damit alle Patienten durchatmen können

Interview mit Torsten Bochannek, Geschäftsführer der Fachkrankenhaus Coswig GmbH

„Das, was die Politik mit ihrer Krankenhausreform erreichen will, setzen wir im Kern schon seit vielen Jahren um“, beschreibt Geschäftsführer Torsten Bochannek die strategische Ausrichtung des Fachkrankenhauses Coswig: Als Teil der Recura Kliniken SE spezialisiert sich sein Haus auf das gesamte Spektrum der Pneumologie und Thoraxchirurgie, von der obstruktiven Schlafapnoe, die im eigenen Schlaflabor behandelt wird, bis hin zum metastasierten Bronchialkarzinom – Krankheitsbilder und Therapien, in denen sich die Klinik dank der Bündelung großer Fallzahlen an einem Standort eine außergewöhnlich tiefgreifende Expertise aufgebaut hat, die wiederum eine besonders hochwertige Behandlung ermöglicht: Rahmenbedingungen, die durch die Krankenhausreform so nun bundesweit forciert werden sollen. „Auch wir werden von der Gesetzesnovelle betroffen sein“, stellt Torsten Bochannek dennoch fest, „insbesondere von der vielfachen finanziellen Unsicherheit, etwa im Kontext der Vorhaltevergütung oder der Verschiebungen von Behandlungen in den ambulanten Bereich, wo bisweilen keine adäquate Kostenübernahme gewährleistet ist. Sinnvoller wäre es wahrscheinlich gewesen, wenn der Krankenhausreform eine tiefgreifende Gesundheitsreform vorangegangen wäre, die zunächst diese strategischen Fragen geklärt hätte.“

Vertrauen statt kleinteiliger Bürokratie

Torsten Bochannek sieht darin nicht zuletzt auch einen Ausdruck fehlenden Vertrauens der Entscheidungsträger, das so nun auch in die politischen Rahmenbedingungen eingeflossen sei: „Ich habe den Eindruck, den Kliniken wird oft unterschwellig unterstellt, sie würden nicht redlich arbeiten – daher auch die immensen Dokumentationspflichten, die inzwischen etwa 30% der Arbeitszeit des medizinischen und pflegerischen Personals binden – Zeit, die dann natürlich für die Patienten fehlt. Ein nicht unerheblicher Teil des allseits diskutierten Fachkräftemangels ist damit schlicht hausgemacht und ließe sich leicht abstellen, wenn die bürokratischen Hürden und Vorgaben abgebaut würden.“ Der Geschäftsführer des Fachkrankenhauses plädiert für den umgekehrten Ansatz: eine grundsätzliche Vertrauensbasis – und gerne nachhaltige Sanktionen, wenn dieses Vertrauen einmal missbraucht wird. Doch egal, welche Verwerfungen die derzeitige Krankenhausreform mit sich bringen wird – an der grundsätzlichen patientenzentrierten Haltung seines Hauses wird das nichts ändern: „In unserer vor den Toren Dresdens gelegenen Klinik stellen wir mit unseren engagierten Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten immer den Menschen ins Zentrum unseres Handelns – denn genau das hat uns stark gemacht“, unterstreicht Torsten Bochannek.

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