Mit Passion für den Pferdesport gelingt der Sprung in die Zukunft

Interview mit Ralf Berger, Geschäftsführer der Pferdesporthaus Loesdau GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Berger, seit vielen Jahrzehnten steht Loesdau als einer der führenden Reitsporthändler Europas für die Passion Pferdesport. Welche Mission steht hinter Ihrem Unternehmen?

Ralf Berger: Wir möchten allen Reitsportbegeisterten ein attraktives Sortiment in sämtlichen Preisklassen anbieten – sowohl online als auch im stationären Handel. So können sich unsere Kundinnen und Kunden voll und ganz auf ihr Hobby, das Pferd und den Reitsport, konzentrieren. Unser Angebot reicht von Weidezäunen über Reitsportbekleidung und Hufkratzer bis hin zu Hundefutter und -zubehör – denn viele Pferdebesitzer sind zugleich passionierte Hundehalter. Unsere über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen sich insbesondere durch eine umfassende Beratungskompetenz aus. Dazu zählen selbstverständlich auch spezialisierte Dienstleistungen wie Sattelanpassungen. Ein Großteil unseres Teams konnte bei Loesdau sein Hobby zum Beruf machen und sitzt auch privat leidenschaftlich gerne im Sattel.

Wirtschaftsforum: Gilt das auch für Sie persönlich?

Ralf Berger: Bevor ich gemeinsam mit Nils Dehner in die Geschäftsführung von Loesdau eingetreten bin, hatte ich – offen gesagt – keine besonderen Berührungspunkte mit dem Pferdesport.

Ich war zuvor sowohl im Konzernumfeld als auch in der Unternehmens- und Strategieberatung als Wirtschaftsprüfer tätig und bringe nun eine Expertise in das traditionsreiche Familienunternehmen ein, die bislang vielleicht nicht ganz so stark im Mittelpunkt stand. Unser Pferdesporthaus wurde bereits in den 1960er Jahren gegründet. Der Gründer blieb bis zu seinem überraschenden Tod vor wenigen Jahren aktiv im Unternehmen und trieb dessen Wachstum konsequent und mit beachtlichem Erfolg voran. Heute betreiben wir 18 Pferdesporthäuser in Deutschland und Österreich sowie einen sehr erfolgreichen Online-Shop.

In den kommenden Jahren wollen wir kontinuierlich wachsen, uns weiterentwickeln und modernisieren, um unsere Kundinnen und Kunden auch künftig mit unserer gewachsenen Kompetenz und unserem ausgeprägten Serviceverständnis zu überzeugen – eben mit genau dem Anspruch, der uns schon in der Vergangenheit stark gemacht hat. Gleichzeitig werden wir in diesem Veränderungsprozess an unseren Werten als gewachsenes Familienunternehmen festhalten – Werte wie Verantwortung, Vertrauen sowie eine offene und aufrichtige Kommunikation. Gerade in dieser Verbindung aus bewährter Tradition und neuer Dynamik sehe ich ein enormes Erfolgspotenzial, das wir nun gemeinsam erschließen wollen.

Wirtschaftsforum: Was ist schwieriger – stationärer Handel oder E-Commerce?

Ralf Berger: Beide Vertriebskanäle sind für uns gleichermaßen wichtig, sie bedienen jedoch unterschiedliche Kundenbedürfnisse. Der Online-Markt ist insbesondere seit der Corona-Pandemie stark preisgetrieben. In dieser Zeit sind viele Anbieter in den Markt eingetreten, die – anders als wir – keine eigene Produktentwicklung betreiben, kein Filialnetz unterhalten und dementsprechend personell deutlich schlanker aufgestellt sind. Der daraus resultierende Preisdruck führt bisweilen zu Rabattschlachten, an denen wir uns nicht beteiligen möchten, die wir jedoch auch nicht ignorieren können. Im stationären Handel wiederum ist unsere Beratungskompetenz ein entscheidender Erfolgsfaktor – gerade im Dialog mit Kundinnen und Kunden, die wenig Erfahrung im Reitsport haben und sich von der Vielfalt des Angebots schnell überfordert fühlen könnten.

Da unsere Pferdesporthäuser mit rund 2.000 m2 eine beträchtliche Fläche beanspruchen und zudem gut mit größeren Fahrzeugen samt Anhänger erreichbar sein müssen, gestaltet sich die Standortsuche alles andere als einfach. Daher arbeiten wir derzeit auch an alternativen Filialkonzepten – denn Loesdau möchte dort präsent sein, wo die Pferde sind, und das ist oftmals eher im ländlichen Raum.

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