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Interview mit Sharath Bhat, CEO und Matthias Neumeyer, Marketingleiter und Dr. Birger Kohlert, CFO von Wörner Medical

Neun Unternehmen vereint die Wörner Medical Gruppe unter ihrem Dach. Die jüngste Akquisition war 2022 das Unternehmen Klitra Praxisbedarf GmbH & Co. KG. Erst ein Jahr zuvor war die Wörner Medical Gruppe von der irischen DCC plc Group übernommen worden. Seit September 2024 ist Dr. Birger Kohlert CFO von Wörner Medical. Er erklärt: „Wir streben sowohl mit der Firma klitra als auch mit unseren anderen Tochterfirmen eine softe Integration an. Unsere Einheiten behalten grundsätzlich ihre Spezifika und ihre Freiheiten.“ Die Coronazeit hat das Unternehmen aufgrund der großen Nachfrage nach Verbrauchsmaterial gut überstanden. „Die Zulieferung aufgrund der weltweiten Verknappung war allerdings furchtbar“, erinnert sich Marketingleiter Matthias Neumeyer.

Best-in-class

Auch der Geschäftsführer, CEO Sharath Bhat, ist erst seit 2024 im Unternehmen. Über die aktuelle Marktsituation sagt er: „Deutschland ist einer der größten Märkte in Europa und global. Das Krankenhaussystem ist hier unter Druck. Wir erwarten viele Insolvenzen. Das wird Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren einen Boom bescheren. Da wir den größten Teil unseres Geschäfts außerhalb der Kliniken machen, ist das gut für uns.“ Er erwartet in diesem Bereich allerdings auch einen hohen Preisdruck. Die Anfang des Jahres in Kraft getretene Hybrid-DRG, eine Verordnung zur sektorengleichen Vergütung, hält er an sich für eine gute Idee, sieht jedoch die Umsetzung als Herausforderung. In Deutschland ist Wörner Medical bereits einer der größten Anbieter. „Wir haben hier einen sehr fragmentierten Markt mit mehr als 3.000 Unternehmen“, so Sharath Bhat. Gerhard Wörner, der die Firma gegründet hat, hat sie auf drei Beine gestellt. Diese seien noch heute die Erfolgsfaktoren, ist Birger Kohlert überzeugt: „Das Wichtigste ist unser Best-in-class- Service. In 95% der Fälle liefern wir am nächsten Tag. Der zweite Punkt ist unser Sortiment. Im Sinne eines One-Stop-Shops bieten wir alles, was unsere Kunden brauchen, vom Toilettenpapier bis zum Hightech-Katheter, und das zu Bestpreisen. Der dritte Punkt ist unser Omnichannel-Ansatz.“ Mit dieser Kombination verfolgt Wörner Medical ein übergeordnetes Ziel: das Leben seiner Kunden einfacher zu machen. Und das beginnt bereits bei der Auftragserteilung. 

Noch lebt das Fax

Die drei wichtigsten Produktgruppen des Unternehmens sind Laborbedarf und Zubehör, Praxisbedarf und Sprechstundenbedarf für niedergelassene Ärzte und MVZs. „Gewachsen ist der Bereich OP-Ausstattung, den auch Klitra anbietet“, berichtet Matthias Neumeyer. In etwa fünf Jahren sieht er das Unternehmen als voll digitalisiert. Die Spielregeln gibt auf diesem Weg der Mutterkonzern vor. Dazu gehört auch das ERP-System. „Wir müssen digital auf der Höhe der Zeit sein. Schweden ist Vorreiter und uns deutlich voraus. In Deutschland ist die DSGVO ein Problem“, sagt CEO Sharath Bhat „Unsere Kunden sind immer noch Fax-lastig. Wir wollen sie zum bequemen und einfachen Onlinebestellen führen. Noch sind wir auf dem Weg zum papierlosen Büro.” Der Umgang mit der Digitalisierung ist eine Generationenfrage. „Jüngere Praxen haben auch eher ein digitales Konzept“, berichtet Matthias Neumeyer. Birger Kohlert ergänzt: „Deutschland hat wichtige Entwicklungen verschlafen. Seit Beginn der 2000er-Jahre wurden andere Schwerpunkte gesetzt und zu wenig infrastrukturelle Investitionen getätigt. Andere Länder haben hier immer investiert.“ Sharath Bhat sieht in Deutschland ein weiteres Problem: „Gründungen werden erschwert. Auch hier bieten andere Länder bessere Möglichkeiten.“ 

Mit Akquisitionen wachsen

Das Thema Nachhaltigkeit spiele in Deutschland eine wichtige Rolle, sagt CEO Sharath Bhat. Er erklärt: „Auch bei unserer Mutter DCC hat es einen hohen Stellenwert. Wir verfolgen einen holistischen Ansatz, der die verantwortliche Beschaffung, die Denkweise und die Energieeffizienz umfasst.“ Er berichtet zudem von einem Trend zu recycelbaren Produkten: „Bei den recycelbaren Produkten muss jedoch eine mögliche Kontamination berücksichtigt werden. Sie kommen deshalb nur für Bereiche infrage, in denen sie nicht direkt am Patienten eingesetzt werden.“ Er kündigt an: „Wir werden weiter akquirieren. Ein weiteres Ziel ist, innerhalb der Gruppe enger zusammenzuarbeiten und uns als solche zu vermarkten.“ Was die weitere Entwicklung seines Unternehmens angeht, hofft er auf die anstehende Bundestagswahl. „Auf den wichtigsten Wirtschaftszweigen lastet ein hoher Druck. Wir erleben einen Umbruch aufgrund des Einflusses Chinas und der Digitalisierung.“ Trotz hoher Nachfrage erwartet er im Bereich Healthcare keinen Boom. Im Frühjahr 2025 wird Wörner Medical mit einem neuen Webshop an den Start gehen. „Wir haben enorm in die Plattform investiert, um unseren Kunden den besten Service zu bieten“, so Birger Kohlert. Die Zukunft von Wörner Medical ist klar auf Wachstum gerichtet, erklärt der CFO: „Mit einer Kombination aus Akquisition und organischem Wachstum wollen wir in fünf Jahren die halbe Milliarde Umsatz geknackt haben.“

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