Spezialist für Präzision in Spritzguss und Prüftechnik

Interview mit Dr. Andreas Ebert, Geschäftsführer der WESKO GmbH

Ihren Ursprung hat die WESKO GmbH als eine Ausgründung der Murrelektronik GmbH, die ihre Sparte Werkzeugbau auslagerte. „Das war 2001 der Startschuss zur Gründung von WESKO“, erzählt Dr. Andreas Ebert. „Angefangen haben wir damals mit 23 Mitarbeitern im erzgebirgischen Oelsnitz und sind seitdem kontinuierlich gewachsen.“

Letzteres nicht nur hinsichtlich Auftragsvolumen, Umsätzen und Mitarbeiterzahl, sondern auch im Hinblick auf das Portfolio, das sich nacheinander um die Segmente Kunststoff-Spritzguss und Prüftechnik erweiterte. 2014 erfolgte der Umzug an den heutigen Firmensitz in Stollberg, wo ein neues Werk nach dem neuesten Stand der Technik und mit bestmöglichen Produktionsbedingungen gebaut worden war.

„Ein wichtiger Meilenstein war der Eintritt als Lieferant bei Bosch, wo wir 2018 innerhalb nur eines Jahres 65 Neuwerkzeuge liefern konnten“, berichtet der Geschäftsführer aus der Firmengeschichte. Inzwischen sind 130 Mitarbeiter, davon eine zweistellige Zahl Auszubildende, für das Unternehmen tätig, das derzeit einen Jahresumsatz von 14,5 Millionen EUR erwirtschaftet. Noch heute sind die Geschicke der WESKO GmbH und der Murrelektronik GmbH miteinander verbunden.

Umfassendes Portfolio, spannende Projekte

Die Bereiche Werkzeugbau und Spritzguss stehen bei WESKO in direktem Bezug zueinander: Im Segment Werkzeugbau konstruiert und produziert das Unternehmen Spritzgusswerkzeuge und Umspritzformen. Im Segment Spritzguss umfasst das Portfolio vor allem Kunststoffteile für die Steuerungs- und Automatisierungstechnik, die Automobilindustrie sowie weitere Teile, bei denen es auf besondere Präzision ankommt, etwa in den Branchen Feinwerktechnik, Optik und Bauelementeindustrie. „Doch auch das Umspritzen von Stanzteilen oder das Aufbringen von Dichtungen sowie der Mehrkomponenten-Spritzguss gehören dazu“, ergänzt Andreas Ebert.

Der Bereich Prüftechnik ist der jüngste unter den drei Geschäftsbereichen. „Das ist für uns eine sehr spannende Welt, die sich ausschließlich mit sehr speziellen Kontaktierungslösungen auseinandersetzt. Wir arbeiten in diesem Bereich fast zu 100% für die Automobilindustrie. Mit unseren Lösungen wird die Funktionssicherheit aller elektronischen Komponenten im Fahrzeug überprüft und die Prüfwerte mittels einer Software weitergegeben und analysiert“, erläutert der Geschäftsführer. „In diesem Bereich sind wir sehr innovativ und konnten in den letzten fünf Jahren durch die Entwicklungen in der Automobilbranche, vor allem durch den Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb, einen Wachstumsschub verzeichnen.“

„Durch die Bandbreite an Produkten und Technologien finden Ingenieure bei uns ein spannendes Betätigungsfeld.“ Dr. Andreas EbertGeschäftsführer
Dr. Andreas Ebert, Geschäftsführer der WESKO GmbH

Mit 25% Umsatzanteil liegt der Bereich Prüftechnik gleichauf mit dem Bereich Werkzeugbau mit ebenfalls 25%, während der Umsatzanteil des Spritzgusssegments bei 50% liegt. „Wir sind insgesamt mit einem breiten Portfolio sehr gut aufgestellt“, nennt Andreas Ebert einen wichtigen Erfolgsfaktor. „Diese Bandbreite an Produkten und Technologien kommt auch unseren Ingenieuren entgegen, die hier ein interessantes Betätigungsfeld finden, gerade auch mit spannenden Projekten im Bereich der Mobilität.“

Gesucht: Ingenieure

Die Kunden von WESKO sind vor allem Anlagenbauer, welche die Werkzeuge des Unternehmens in ihre Linienfertigung integrieren, mithin zum größten Teil die Zuliefererbetriebe der Automobilindustrie. Doch gerade im Bereich Prüftechnik ist WESKO auch bei Herstellern anderer Branchen präsent: „Etwa wo es um die Prüfung elektrischer Gartengeräte geht“, nennt Andreas Ebert ein Beispiel.

Um angesichts der zuerst durch Corona und derzeit durch den Ukrainekrieg teilweise schwierigen Materialbeschaffungslage weiter lieferfähig zu bleiben, hat die WESKO ihren Lagerbestand massiv aufgestockt: „So konnten wir Lieferengpässe und Preisschwankungen beim Rohmaterial auffangen. Momentan normalisiert sich die Lage allerdings wieder, lediglich im elektronischen Bereich, bei den Sensoren zum Beispiel, gibt es manchmal noch Engpässe. Aber die Gesamtprognose ist positiv“, ist der Geschäftsführer sicher.

Größere Sorge macht ihm der anhaltende Fachkräftemangel: „Wir brauchen Facharbeiter und Ingenieure“, sagt er. „Gute Leute zu gewinnen, bleibt eine Herausforderung.“ Für die Zukunft steht weiteres Wachstum auf der Agenda: „Wir wollen in allen drei Geschäftsbereichen weiterwachsen. Unser Vorteil ist, dass wir unsere Kunden aus einer Hand bedienen können, und das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Kunststoff, Metall, Holz & Co.

Zukunft aus Holz bauen

Interview mit Georg Nef, Geschäftsführer der Vögeli Holzbau AG

Zukunft aus Holz bauen

Holz ist einer der ältesten Baustoffe – und aktueller denn je. Als nachwachsender Rohstoff verbindet er Nachhaltigkeit mit moderner Technik und präziser Vorfertigung. Ob historische Sanierung oder mehrgeschossiger Wohnungsbau: Holzbau…

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Interview mit Dr. Ronald Bernstein, Geschäftsführer der BERGI-PLAST GmbH

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Steigende Kosten, globaler Wettbewerbsdruck und der rasche technologische Wandel fordern die Kunststoffindustrie heraus. Die BERGI-PLAST GmbH aus Bad Gottleuba-Berggießhübel begegnet diesen Entwicklungen mit konsequenter Automatisierung, digitaler Weiterentwicklung und einem klaren…

Schutz für Produkt und Mensch

Interview mit Dr. Michael Bungert, Leiter Produktmanagement und Jan Schultealbert, Geschäftsführer und Sebastian Heumüller, Vertriebsleiter der Jung Gummitechnik GmbH

Schutz für Produkt und Mensch

Von technischen Sonderbauteilen bis zu anspruchsvollen Handschuhsystemen für Pharma und Arbeitsschutz: Seit 1982 entwickelt und fertigt die Jung Gummitechnik GmbH in Einhausen hoch spezialisierte Lösungen aus Gummi und Elastomeren. Dabei…

Spannendes aus der Region Erzgebirgskreis

„Wir arbeiten an den ­drängendsten Fragen ­unserer Zeit mit!“

Interview mit Dr. Kay Dornich, Geschäftsführer der Freiberg Instruments GmbH

„Wir arbeiten an den ­drängendsten Fragen ­unserer Zeit mit!“

Nichts motiviert Mitarbeiter so sehr wie eine sinnstiftende Mitwirkung an der Lösung der größten globalen Probleme – so blickt zumindest Dr. Kay Dornich auf sein Unternehmen, dessen Messtechnik sowohl im…

Aufwind für erneuerbare Energien

Interview mit Lutz Stefaniak, Geschäftsführer der WKA Sachsen Service GmbH

Aufwind für erneuerbare Energien

Mit Flexibilität und Innovation hat sich die WKA Sachsen Service GmbH ein Unternehmen der 3Energy Unternehmensgruppe als Spezialist für erneuerbare Energien etabliert. Von den Anfängen in den frühen 1990er-Jahren bis…

Zukunftsweisende  Antriebstechnik im Fokus

Interview mit Martin Kroschk, Geschäftsführer und Gunther Budig, Geschäftsführer der EAAT GmbH Chemnitz

Zukunftsweisende Antriebstechnik im Fokus

Seit ihrer Gründung hat sich die EAAT GmbH Chemnitz zu einem führenden Anbieter in der elektrischen Automatisierungs- und Antriebstechnik entwickelt. Das Unternehmen ist bekannt für seine maßgeschneiderten Lösungen und Serienfertigungen,…

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn Standard nicht reicht

Interview mit Hubert Romoth, Geschäftsführer der TTS Transport- und Trennwandsysteme GmbH

Wenn Standard nicht reicht

Ob in Logistikzentren, Fertigungshallen oder der Automobilindustrie – Schutz- und Trennwandsysteme sind unverzichtbar für Sicherheit und Effizienz. Die TTS Transport- und Trennwandsysteme GmbH aus Werther setzt dabei seit 30 Jahren…

„Wir brauchen Mut zur Veränderung!“

Interview mit Axel Bürger, Geschäftsführer der BFI Stahlbausysteme GmbH & Co. KG

„Wir brauchen Mut zur Veränderung!“

Axel Bürger, Geschäftsführer der BFI Stahlbausysteme GmbH & Co. KG, tritt für mehr Mut für Veränderungen ein: unternehmerisch, wirtschaftlich, aber auch (gesellschafts-)politisch. Wie sein eigenes Unternehmen auf die vielfachen technologischen…

Formvollendet

Interview mit Rainer Schenk, Geschäftsführer der FBR Facondrehteile GmbH

Formvollendet

Seit über 40 Jahren bringt die FBR Facondrehteile GmbH aus Kirchhaslach in Schwaben Metall in die richtige Form. Was bescheiden in einem Keller begann, ist heute ein international agierendes Unternehmen,…

TOP