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Wer will schon Stillstand in Sachen Unternehmertum?

Interview mit Tijen Onaran, Unternehmerin, Speakerin und Moderatorin

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Wirtschaftsforum: Frau Onaran, die Leidenschaft für Kommunikation begleitet Sie bereits ihr Leben lang. Bleibt die Frage, was für Sie gute Kommunikation ausmacht?

Tijen Onaran: Gute Kommunikation ist Infotainment – sprich ein Mix aus Information und Unterhaltung. Immer dann, wenn ich berührt, aufgerüttelt oder überrascht werde, weiß ich: das ist gute Kommunikation. Viele denken bei guter Kommunikation an aufwendig konstruierte Kampagnen, dabei ist gute Kommunikation vor allem eines: unkompliziert.

Wirtschaftsforum: Mit der Gründung von Women in Digital e.V. beziehungsweise Global Digital Women haben Sie zwei einzigartige Plattformen geschaffen. Was war für Sie der entscheidende Impuls zur Gründung?

Tijen Onaran: Der Impuls war ein Netzwerk zu schaffen, um Frauen aus der Digitalbranche zusammenzubringen und sie vor allem sichtbar zu machen. Mein Credo ist dabei: ohne Diversität keine Digitalisierung. Nur, wenn Unternehmen auf divers zusammengestellte Teams setzen, sind sie wettbewerbs- und vor allem innovationsfähig. Daher bringen wir mit Global Digital Women nicht nur die Frauen der Digitalbranche zusammen, sondern beraten vor allem auch Unternehmen in ihren Diversitätsstrategien.

Wirtschaftsforum: Netzwerken ist Ihnen ebenfalls ein wichtiges Anliegen: Ihre Erkenntnisse und Erfahrung haben Sie in der „Netzwerkbibel“ veröffentlicht. Wer sind die potenziellen „Jünger“ für das Buch?

Tijen Onaran: Das Buch richtet sich an all diejenigen, die ein Netzwerk aufbauen, es ausbauen und nachhaltig pflegen möchten. Mit der „Netzwerkbibel“ möchte ich zeigen, dass Netzwerken nicht bedeutet wie wild Kontakte zu sammeln und eben diesen Produkte oder Dienstleistungen verkaufen zu wollen. Gutes Netzwerken bedeutet in erster Linie: Beziehungen aufzubauen und sie zu pflegen. Wenn ich beispielsweise auf meine eigene Karriere schaue, sehe ich ganz deutlich: ohne mein Netzwerk wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

„Gutes Netzwerken bedeutet in erster Linie: Beziehungen aufzubauen und sie zu pflegen.“ Tijen Onaran

Wirtschaftsforum: In vielen Gesprächen mit Unternehmerinnen bemängeln diese immer noch vorherrschende, „verstaubte“ Rollenbilder mit Blick auf Frauen in unserer Gesellschaft. Fühlen Sie sich in Ihrem Auftreten, gerade im wirtschaftlichen Umfeld, als Exotin?

Tijen Onaran: Grundsätzlich bedeutet der Exotenstatus per se ja nichts Schlechtes. Es wird nur dann anstrengend, wenn dieser Status nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung gesehen wird. Das Problem mit Rollenbildern ist, dass sie wenig Spielraum zulassen. Das Bild ist gesetzt und wenn jemand von eben diesem abweicht, führt dies zu Irritation. Festgefahrene Rollenbilder bedeuten Stagnation, und wer will schon Stillstand in Sachen Unternehmertum?

Wirtschaftsforum: Zum Unwort des Jahres 2018 ist „Anti-Abschiebe-Industrie“ gewählt worden. Was wäre Ihr persönlicher Favorit für das Unwort im Rückblick auf das vergangene Jahr?

Tijen Onaran: Migrationshintergrund.

Interview: Markus Büssecker | Fotos: Urban Zintel

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