USG-Blexen: Energiespeicher im Wandel

Interview mit Thorben Meyer, Geschäftsführer der USG-Blexen GmbH

In den Tiefen des Untergrunds von Blexen, einem Ortsteil von Nordenham, verbirgt sich ein Schlüsselelement der deutschen Energiesicherheit. Seit Jahrzehnten betreibt die USG hier einen unterirdischen Speicher für Erdölprodukte. „Wir halten Erdölprodukte zur Krisenbevorratung vor“, erläutert Geschäftsführer Thorben Meyer. Diese strategische Reserve, die im Auftrag des Erdölbevorratungsverbandes (EBV) gelagert wird, soll Deutschland in Krisenzeiten vor Versorgungsengpässen und Erpressbarkeit schützen. Die Bedeutung solcher Reserven wurde besonders während der Energiekrise 2022 deutlich, als Versorgungsunsicherheiten den Markt erschütterten. Thorben Meyer betont dabei aber auch: „Erdöl ist nicht nur Treibstoff, sondern auch Vorprodukt in unzähligen Indus-trien – von Kunststoffen bis hin zu Arzneimitteln.“

Investitionen in die Zukunft, in Sicherheit und Effizienz

In den vergangenen Jahren hat die USG massiv in die Modernisierung ihrer Anlagen investiert. Die technischen Maßnahmen umfassten Sicherheitsverbesserungen unter Tage, die Modernisierung der Mess- und Regeltechnik sowie die Erneuerung des zentralen Pumpenhauses einschließlich dessen Verrohrungssysteme. Die Investitionen ermöglichen einen effizienten und wirtschaftlichen Betrieb des Speichers. 

Wandel zum Wasserstoffspeicher geplant

Doch die USG richtet ihren Blick nach vorn. Angesichts des Klimawandels und der Energiewende plant das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung mit dem Fokus auf Wasserstoff. Bis 2030 sollen erste kommerzielle Wasserstoffprojekte realisiert werden. Diese Transformation erfordert erhebliche Anpassungen in der Infrastruktur und neue Partnerschaften. Eine Neuordnung der gesamten Wertschöpfungskette ist notwendig – von den Importwegen über die Pipelineanbindungen bis zur Wasserstofferzeugung. Thorben Meyer betont die Bedeutung branchenübergreifender Zusammenarbeit: „Die richtigen Akteure müssen zusammenkommen. Das ist nicht im Alleingang zu schaffen.“ In den nächsten drei bis fünf Jahren werden entscheidende Weichen gestellt, die maßgeblich die Zukunft des Industriestandorts Deutschland beeinflussen werden. Die USG sei bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten, sagt Thorben Meyer im Interview.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Energie & Umwelt

„Brauchen Verlässlichkeit in der Energiewende“

Interview mit Dipl.-Ing. (FH) Michael Raschemann, geschäftsführender Gesellschafter der Energiequelle GmbH

„Brauchen Verlässlichkeit in der Energiewende“

Sonne und Wind sinnvoll zu nutzen, darin sieht die Energie­quelle GmbH mit Sitz in Kallinchen bei Berlin ihre Hauptaufgabe. Der Inhaber und Gründer Dipl.-Ing. (FH) Michael Raschemann sprach mit Wirtschafts­forum…

Wenn Gerüche zum Standortfaktor werden

Interview mit Michael Luccisano, Geschäftsführer der Biothys GmbH

Wenn Gerüche zum Standortfaktor werden

Gerüche sind selten plakativ – aber immer präsent. In Industrieparks, Kläranlagen, auf Deponien oder Asphaltwerken entscheiden sie oft über Akzeptanz, Genehmigungen und Investitionsentscheidungen. Die Biothys GmbH aus Willstätt hat genau…

Genug Energie für mehr

Interview mit Thomas Stephanblome, CEO der GETEC Deutschland

Genug Energie für mehr

Ambitionierte Klimaziele, volatile Energiemärkte, steigende Energiekosten, immer strengere Regulierung: Viele Unternehmen stehen unter hohem Druck. Energie-Contracting wird dabei zu einem entscheidenden Hebel. GETEC begleitet Industrie, Immobilienwirtschaft und öffentliche Einrichtungen als…

Spannendes aus der Region Landkreis Vechta

Vom Einmannbetrieb zur ­Serienfertigung

Interview mit Günter Peters, Geschäftsführer der Peters Maschinenbau GmbH & Co. KG

Vom Einmannbetrieb zur ­Serienfertigung

Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und der Trend zur Automatisierung stellen die industrielle Fertigung vor neue Aufgaben. Die Peters Maschinenbau GmbH & Co. KG reagiert darauf mit hoher Fertigungstiefe, digitalen…

Mehr Sicherheit für die Landwirtschaft

Interview mit Harald Frilling Geschäftsführer über die ISW Versicherungsmakler GmbH

Mehr Sicherheit für die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft gehört zu den wirtschaftlich und politisch am stärksten regulierten Branchen in Deutschland. Steigende Anforderungen, volatile Märkte und zunehmende Risiken stellen Betriebe wie Dienstleister gleichermaßen vor Herausforderungen. Umso wichtiger…

Der Partner für den Gartenbau

Interview mit Simon Tabeling, Geschäftsführer der HAWITA Gruppe GmbH

Der Partner für den Gartenbau

Seit fast 100 Jahren behauptet sich die HAWITA Gruppe GmbH als verlässlicher Partner für Erden, Substrate und Kunststoffprodukte. Im Interview mit Wirtschaftsforum spricht Gesamtgeschäftsführer Simon Tabeling über die Verbindung von…

Das könnte Sie auch interessieren

Komplexe Bauteile aus einem Guss

Interview mit Dominik Baulig, geschäftsführender Gesellschafter der SCHMEES cast Langenfeld GmbH

Komplexe Bauteile aus einem Guss

SCHMEES cast hat sich im Laufe seiner Jahrzehnte währenden Firmengeschichte als erfolgreicher Gießereibetrieb vor allem in der Pumpentechnik und im Energiesektor einen Namen gemacht. Mit der Wehrtechnik hat das Unternehmen…

Energiewende als Mammutaufgabe

Interview mit Dipl.-Wirt.-Ing. Jörg Kogelheide, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH und Dipl.-Kfm. (FH) Manuel Drossard, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH

Energiewende als Mammutaufgabe

Energiekrise, Digitalisierung, Energiewende: Regionale Versorger stehen unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen auf Partner setzen können, die in Krisenzeiten Verantwortung übernehmen. Die Stadtwerke Versmold sind ein solcher Partner,…

Den Netzausbau weiter vorantreiben

Interview mit Dr. Thomas Schoenemann, Geschäftsführer der IMD Infrastruktur GmbH

Den Netzausbau weiter vorantreiben

Was haben die Gas-, Wasser-, Strom- und Fernwärmenetze in Deutschland gemeinsam? Bei allen besteht deutlicher Ausbau- und Sanierungsbedarf – und genau an dieser Stelle engagiert sich die IMD Infrastruktur GmbH…

TOP