„Bei uns sitzen echte Menschen am Telefon!“

Interview mit Florian Neidig, Geschäftsführer der HACH GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Neidig, HACH verbindet klassischen Katalogversand mit modernster Drucktechnik und persönlichem Service. Was macht Ihr Unternehmen so besonders?

Florian Neidig: Wir sind ein Werbeartikelhändler mit eigener Druckerei und verbinden damit das Beste aus zwei Welten: persönliche Beratung und schnelle, flexible Produktion. Viele Anbieter arbeiten heute rein digital und anonym. Bei uns sitzen echte Menschen am Telefon, die den Kunden beraten und gemeinsam mit ihm die passende Lösung entwickeln. Gleichzeitig verfügen wir über modernste Druckverfahren und können einen Großteil der Veredelung direkt in unserem Haus in Pfungstadt umsetzen. Genau diese Mischung aus Tradition, Technik und Kundennähe macht uns aus.

Wirtschaftsforum: Sie kennen das Unternehmen seit vielen Jahren. Wie hat sich HACH entwickelt?

Florian Neidig: Ich bin seit über 20 Jahren im Unternehmen und habe hier in unterschiedlichen Positionen gearbeitet, bevor ich vor sechs Jahren in die Geschäftsführung gewechselt bin. In dieser Zeit hat sich enorm viel verändert. Früher waren wir vor allem ein klassisches Katalogunternehmen mit zwei Druckverfahren. Heute sind wir ein moderner Multichannel-Händler mit Onlineshop, digitalem Marketing und 15 verschiedenen Druckverfahren – vom Tampondruck über Lasergravur bis hin zum modernen 4C-Digitaldruck.

Wirtschaftsforum: Trotzdem halten Sie am gedruckten Katalog fest?

Florian Neidig: Absolut. Viele haben den Katalog abgeschafft und sind heute nicht mehr am Markt. Unsere Kunden – gerade mittelständische Unternehmer – schätzen ihn weiterhin sehr. Der Katalog ist für uns nicht nur ein Verkaufstool, sondern auch ein Stück Verlässlichkeit. Gleichzeitig investieren wir stark in unseren Onlineshop und digitale Prozesse. Wir verbinden also bewusst beide Welten.

Wirtschaftsforum: Wie breit ist Ihr Sortiment heute?

Florian Neidig: Sehr breit. Unser stärkster Katalog umfasst rund 20.000 Artikel. Das reicht vom klassischen Kugelschreiber über Feuerzeuge, Kalender, Tassen und Textilien bis hin zu Taschen, Beanies oder Regenschirmen. Besonders stark sind wir auch im Bereich Handwerksbedarf, zum Beispiel Zollstöcke oder Zimmermannsbleistifte. Außerdem entwickeln wir unser Sortiment ständig weiter und gehen bewusst in die Breite. So bieten wir sogar bedrucktes Toilettenpapier oder Produkte mit Einzelnamen an.

Wirtschaftsforum: Einzelnamen?

Florian Neidig: Das ist ein spannender Trend. Unternehmen können beispielsweise Kugelschreiber, Tassen oder andere Werbeartikel mit den Namen ihrer Kunden oder Mitarbeiter individualisieren lassen. Das schafft eine besondere Wertigkeit und stärkt die Kundenbindung enorm.

Wirtschaftsforum: Welche Kunden sprechen Sie an?

Florian Neidig: Ausschließlich Geschäftskunden, Vereine sowie Behörden – vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zum internationalen Konzern. Ein großer Vorteil bei uns ist, dass wir auch kleine Stückzahlen realisieren können. Während viele Hersteller erst ab 1.000 Stück produzieren, machen wir oft schon 50 oder 100 Stück möglich. Das schätzen kleine Unternehmen sehr.

Wirtschaftsforum: Beratung scheint Ihnen sehr wichtig zu sein.

Florian Neidig: Definitiv. Werbeartikel sind viel komplexer, als viele denken. Es geht um Materialien, Druckverfahren, Budgets, Lieferzeiten und Zielgruppen. Deshalb beschäftigen wir ein erfahrenes Vertriebsteam und eine eigene Grafikabteilung. Manche Kunden schicken uns professionelle Druckdaten, andere ein Foto ihrer alten Bäckertüte. Wir digitalisieren Logos, erstellen Druckdaten und begleiten den Kunden bis zum fertigen Produkt. Dieser Service sorgt für langfristige Kundenbeziehungen.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig sind dabei Geschwindigkeit und Flexibilität?

Florian Neidig: Extrem wichtig. Gerade im Werbeartikelbereich entstehen oft kurzfristige Anforderungen. Da ruft ein Kunde an und braucht kurzfristig Werbeartikel. Weil wir Produktion und Lager im eigenen Haus haben, können wir schnell reagieren und Prioritäten flexibel anpassen.

Wirtschaftsforum: Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind große Themen der Branche. Wie gehen Sie damit um?

Florian Neidig: Digitalisierung begleitet uns seit Jahren. Wir arbeiten mit modernen CRM- und PIM-Systemen und entwickeln unsere Prozesse ständig weiter. Gleichzeitig achten wir auf sinnvolle Nachhaltigkeit. Viele Produkte bestehen heute aus recycelten Materialien oder schnell nachwachsenden Rohstoffen. Wichtig ist für uns aber auch, dass Wertschöpfung möglichst an einem Standort gebündelt wird und Produkte nicht oft transportiert werden.

Wirtschaftsforum: Was treibt Sie persönlich an?

Florian Neidig: Die Leidenschaft für das Unternehmen und die Menschen hier. Dieses Umfeld, die Dynamik und die tägliche Abwechslung motivieren mich enorm.

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