„Wir gehen mit dem Geld der Bauherren um, als wäre es unser eigenes“
Interview mit Ralph Donnermann, Gründer und Inhaber der Donnermann & Partner GmbH

„Wir haben so ziemlich alles gebaut, was es zu bauen gibt“, zieht Ralph Donnermann, Gründer und Inhaber des Architektur- und Ingenieurbüros Donnermann & Partner, nach über drei Jahrzehnten im Markt ein wenig Bilanz. „Unser Schwerpunkt liegt auf dem Gewerbebau, insbesondere auf Objekten für Einkaufsverbände wie die Hagebaumärkte oder Eurobaustoff, den größten Player im Baustoffsegment in Deutschland. Zudem verantworten wir gerade Werkserweiterungen für Knauf und sind derzeit auch für die Automotive-Sparte eines namhaften Rüstungskonzerns tätig.“ Im Fokus steht für Ralph Donnermann dabei stets die wirtschaftlichste Lösung: „Wir gehen mit dem Geld der Bauherren um, als wäre es unser eigenes“, fasst er seine zentrale Haltung zusammen und erläutert: „Dazu haben wir ein Fertigteilesystem entwickelt, durch das wir die Bauzeit und den Lohnaufwand erheblich reduzieren konnten, was mit deutlichen Kosteneinsparungen einhergeht. Bei der Entwicklung eines Gebäudes gehen wir, anders als die meisten Architekten, grundsätzlich von innen nach außen vor und legen zuerst im Detail seine Funktion und das statische System fest; erst dann beschäftigen wir uns mit ästhetischen Fragen.
Außerdem schreiben wir sämtliche Leistungen nach Einzelgewerken aus – dazu beschäftigen wir einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich der Preisverhandlung mit den einzelnen Gewerken widmet. So erzielen wir für unsere Auftraggeber stets die attraktivsten Konditionen – denn sämtliche Kosteneinsparungen wandern nicht in unsere Tasche, sondern in die des Bauherren. Gleichzeitig kümmern wir uns auch um die gesamte Bauleitung sowie das Vertragswesen samt Rechnungsprüfung. Trotz dieser umfangreichen Leistungen liegen die Kosten für den Kunden meist ein Fünftel unterhalb des Betrags, der bei einer Vergabe an einen Generalunternehmer zu erwarten wäre.“
Bauen in Zeiten deutlicher Marktveränderungen
Die Herausforderungen, vor denen die Bauwirtschaft als Ganzes steht, schätzt indes auch Ralph Donnermann als immens ein: „Die gesetzlichen Vorgaben werden immer strenger und treiben die Baukosten in die Höhe. Gleiches gilt für die gestiegenen Kapitalkosten: Beliefen sich die Zins- und Tilgungsraten vor einigen Jahren noch im Durchschnitt auf insgesamt etwa 3% p.a., schlagen sie heute mit 6% zu Buche – und es gibt kaum Haushalte, die sich das nachhaltig leisten können. Dementsprechend ist auch der Wohnungsbau fast völlig zum Erliegen gekommen. Wenn die Politik nicht handelt, wird das über kurz oder lang noch zu deutlich größeren Verwerfungen in der Baubranche führen, bis hin zu einem massiven Bauträgersterben. Ich habe den Eindruck, dass immer noch unterschätzt wird, wie ernst die Lage schon ist.“









