Wenn Photovoltaik zum Business-Case wird
Interview mit Florian Golinski, Geschäftsführer der SUNTEC Energiesysteme GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Golinski, SUNTEC gibt es seit 2003. Welche Entwicklungsschritte haben das Unternehmen geprägt?
Florian Golinski: Wir sind 2003 gestartet – damals war Photovoltaik noch deutlich stärker ein Nischenthema. Mit der Zeit haben wir uns konsequent professionalisiert und Strukturen aufgebaut, die zu einem wachsenden Projektgeschäft passen. Heute arbeiten rund 90 Mitarbeiter bei SUNTEC.
Wirtschaftsforum: Die Projekte werden komplexer. Wo sehen Sie dabei Ihre besondere Stärke?
Florian Golinski: In der Verbindung aus Technik und Praxis. Wir denken nicht in Einzelkomponenten, sondern in Lösungen, die sich in den Alltag eines Haushalts oder Betriebs einfügen. Dazu gehört die Planung, die
Koordination verschiedener Gewerke, die Abstimmung rund um Netzanschluss und Inbetriebnahme – und am Ende ein System, das stabil läuft. Für Kunden zählt nicht, wie gut ein Bauteil ist, sondern wie gut alles zusammenspielt.
Wirtschaftsforum: Sie sagen, die Branche habe zuletzt Rückenwind verloren. Woran liegt das?
Florian Golinski: Die Rahmenbedingungen sind anspruchsvoller geworden. Prozesse sind komplexer, Netzanschlüsse dauern teils länger, und Kunden erwarten zu Recht klare Antworten: Was bringt mir das System wirklich – technisch und wirtschaftlich? Gleichzeitig ist der Wettbewerb größer geworden und viele Kunden werden mit Informationen geflutet. PV lohnt sich aber eigentlich immer, die Frage ist nur wie schnell. Ein Speicher kann hier nochmals ein richtiger Booster sein.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Kombination aus PV und Speicher inzwischen?
Florian Golinski: Eine sehr große. Die Kombination aus Photovoltaik und Speicher – oft ergänzt um weitere Komponenten – macht Kunden deutlich unabhängiger vom Strompreis. Wer einen großen Teil seines Stroms selbst erzeugt und zeitlich versetzt nutzen kann, gewinnt Kontrolle. Wichtig ist aber die passende Auslegung: Nicht ‘viel hilft viel’, sondern das System muss zum Verbrauch, zur Erzeugung und zu den Zielen passen. Bei manchen ist das maximale Einsparen zentral, bei anderen die Absicherung von Prozessen.
Wirtschaftsforum: Was bedeutet das konkret für Unternehmen?
Florian Golinski: Im Gewerbe sehen wir meist zwei Motive: erstens die Planbarkeit der Energiekosten, zweitens Resilienz. Manche Unternehmen wollen Lastspitzen reduzieren, andere kritische Verbraucher absichern oder ihre Produktion unabhängiger machen. PV plus Speicher kann beides unterstützen – insbesondere in Kombination mit einem Energiemanagement, das Erzeugung, Verbrauch und Speicherung intelligent steuert. Vollständige Autarkie ist nicht immer realistisch, aber Abhängigkeiten lassen sich oft spürbar reduzieren.
Wirtschaftsforum: Viele Betreiber denken inzwischen auch an Wartung und Betrieb. Wie stellen Sie das sicher?
Florian Golinski: Photovoltaik ist eine Investition über Jahrzehnte – deshalb gehört Service für uns dazu. Wir setzen auf Monitoring, klare Zuständigkeiten und ein Team, das erreichbar ist. Wichtig ist: Probleme früh erkennen, bevor Ertragsverluste entstehen. Und genauso wichtig ist Transparenz: Kunden möchten wissen, wie ihre Anlage läuft und was ein System langfristig leistet.
Wirtschaftsforum: Sie nennen Ihren Firmencampus als Beispiel für Innovation. Was steckt dahinter?
Florian Golinski: Der Campus ist für uns ein Praxislabor. Wenn wir einen neuen Weg einschlagen, testen wir das zuerst an uns selbst. So sehen wir im Alltag, wie sich Systeme über die Jahreszeiten verhalten, wie sich Lastverschiebungen auswirken und wo man nachjustieren muss. Dieses Lernen aus eigener Anwendung fließt direkt in Kundenprojekte ein – und erhöht die Sicherheit bei der Auslegung.
Wirtschaftsforum: Welche Fragen hören Sie aktuell am häufigsten?
Florian Golinski: Fast immer geht es um Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit: Lohnt sich das? Wie schnell kann die Anlage ans Netz? Und wie zukunftsfähig ist das System, wenn sich Tarife, Strompreise oder der Eigenverbrauch verändern? Unsere Antwort ist: Photovoltaik ist heute eine Systementscheidung. Wer nur auf den Modulpreis schaut, übersieht oft, dass Netzkonzept, Speicherstrategie, Steuerung und Betrieb mindestens genauso relevant sind.
Wirtschaftsforum: Wohin entwickelt sich SUNTEC in den nächsten Jahren?
Florian Golinski: Wir wollen unsere Stärke, ganzheitliche Energielösungen, weiter ausbauen: hochwertige PV-Anlagen, sinnvoll integrierte Speicher und Energiemanagement, besonders für Gewerbekunden denn hier liegen die größten Einsparpotenziale. Gleichzeitig bleiben wir bodenständig: sauber geplant, gebaut und betreut. Die Energiewende braucht Innovation und Verlässlichkeit und am Schluss gewinnt jeder! Dafür stehen wir.










