Hightech aus dem Hochschwarzwald

Interview mit Peter Schneidewind, CEO der RENA Technologies GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Schneidewind, wie hat RENA es geschafft, Weltmarktführer für nasschemische Produktionsanlagen zu werden?

Peter Schneidewind: Wir bieten Hightech aus dem Hochschwarzwald. Wir sind für unsere Kunden eher ein Technologiepartner als ein Maschinenlieferant. Wir haben einen starken Kundenfokus und wollen für sie Mehrwerte durch Innovation, Technologieführerschaft und operative Stärke schaffen. Wir sind seit fast 30 Jahren in dem Geschäft und haben eine hohe technische Kompetenz aufgebaut, auf deren Basis wir in der Lage sind, einzigartige und spezifische Lösungen zu entwickeln und die bereits bestehenden Prozesse unserer Kunden zu optimieren. Alle Anlagen werden in Deutschland oder den USA assembliert, unsere Vorfertigung ist in Polen. Damit können wir eine Qualität gewährleisten, die sich mittlerweile herumgesprochen hat.

Wirtschaftsforum: Seit der Gründung von RENA im Jahr 1993 hat sich das Unternehmen sehr erfolgreich weiterentwickelt. Was waren die wichtigsten Meilensteine?

Peter Schneidewind: Die Historie von RENA basiert auf einer guten deutschen Maschinenbaukultur. RENA ist 1993 im Bereich Halbleiter-Wafertechnik gestartet und hat sich in den 2000er-Jahren auf dem Gebiet Solar diversifiziert. Wir haben Technologien im Bereich Solarzellen entwickelt, die heute zum Produktionsstandard gehören, und haben uns zum Technologieführer entwickelt. Von 2005 bis 2012 haben wir einen deutlichen Hype im Bereich Solarenergie erlebt und die Produktion von Solarzellen in Europa etabliert. In den harten Zeiten danach hat RENA einen unvergleichlichen Überlebenswillen bewiesen, die Durchsätze der Anlagen extrem erhöht, die Kosten damit gesenkt und die Produkte immer weiterentwickelt, um auch in China erfolgreich zu sein. Für RENA ist der Solarbereich seit 20 Jahren Thema und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Wir haben immer weitergemacht und Solar ist Teil unserer DNA. Jetzt wacht die ganze Welt auf und hat erkannt, dass Solarenergie in ein paar Jahrzehnten den größten Teil der Energieversorgung ausmachen wird. Dafür können wir einen wichtigen Baustein liefern.

Über die Solarenergie und die Halbleiter-Wafertechnik hinaus haben wir uns indessen noch stärker diversifiziert. 2018 haben wir das Glassegment für uns erschlossen. 2019 haben wir eine Firma aus dem Bereich Halbleiter in Nordamerika gekauft, innerhalb von zwei Jahren den Umsatz verdreifacht und damit auch einen Zugang in den US-Markt geschaffen. Außerdem kam das Additive Manufacturing zu unserem Portfolio hinzu, bei dem aus Metallpulvern mithilfe von Lasern 3-D-gedruckte Metallteile hergestellt werden. Hier bieten wir mit dem Hirtisieren ein Verfahren für die Veredelung der Oberflächen. Auf dieser Basis entwickeln wir heute mit Kunden aus allen Bereichen der Halbleiter-, Medizintechnik-, Erneuerbare Energien-, Glas- oder Additive Manufacturing-Branche zukunftsweisende Lösungen für die Herstellung hochwertiger Maschinen für die nasschemische Oberflächenbehandlung.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die zukünftige Strategie von RENA Technologies aus?

Peter Schneidewind: Seit meinem Einstieg in das Unternehmen im Jahr 2017 konnten wir den Umsatz um mehr als 60% steigern. Aktuell beschäftigen wir etwa 1.200 Mitarbeiter bei einem Umsatz von rund 200 Millionen EUR. Wir sind in den fünf Jahren vor allem organisch gewachsen, zum Beispiel mit der weiteren Diversifizierung und Erschließung neuer Segmente wie dem Glasbereich, aber auch durch erfolgreiche Zukäufe, zum Beispiel mit dem schon erwähnten Halbleiterunternehmen in den USA. Aktuell sind wir bis weit in das nächste Jahr ausgelastet und sehen in unseren Feldern auch keine Abrisskante. Unsere aktuelle Position: Wir sind mit guter Arbeit in wegweisenden Segmenten platziert, die auch weiteres Wachstumspotenzial bieten, und wir schauen deshalb optimistisch in die Zukunft. Dieser Erfolg ist die Kombination aus dem RENA-Team, unseren Kompetenzen und der Leidenschaft, mit unseren Kunden langfristige Partnerschaften aufzubauen. Wir werden das Unternehmen in der kommenden Zeit noch besser auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereiten, stellen uns offen auf und sehen die Welt als unseren Markt, wobei wir die Schwarzwälder Wurzeln mit der Internationalität zusammenbringen.

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