Winterdienst im Wandel

Interview mit Mario Schober, Leiter Verkauf der SPRINGER Kommunal- und Umwelttechnik GmbH

Die Geschichte der SPRINGER Kommunal- und Umwelttechnik GmbH begann 1999 mit der Übernahme der Winterdienstsparte der Firma Schillhaar, was den Grundstein für die Spezialisierung auf Winterdienstgeräte legte.

Innovation als Grundstein

Ein bedeutender Meilenstein war die Einführung des patentierten Nachräumklaviers im Jahr 2010. „Dieses innovative Element, das zusätzlich zur Schneide eines Schneepflugs angebracht wird, ermöglicht eine effektivere Schneeräumung, indem es mehr Material von der Straße abträgt, ohne den Belag zu beschädigen“, erklärt Mario Schober, der vor 19 Jahren seine Lehre im Unternehmen gemacht hat und seitdem sukzessiv zum Vertriebsleiter aufgestiegen ist. 

Für jede Straße das passende Gerät

Die Produktpalette der Springer Kommunal- und Umwelttechnik GmbH ist vielfältig und reicht von Schneepflügen in unterschiedlichen Größen bis hin zu Streuautomaten mit einem Volumen von bis zu 10.000 l. „Wir sind Österreichs größter Hersteller von Streuautomaten für Lkw und Unimogs“, betont Mario Schober stolz. Die Maschinen sind so konzipiert, dass sie auf verschiedene Fahrzeugtypen montiert werden können. „Früher hatten Kommunen oft spezielle Fahrzeuge nur für den Winterdienst. Heute setzen wir auf Multifunktionalität“, sagt Mario Schober. Dies ermöglicht es den Kommunen, die Fahrzeuge ganzjährig zu nutzen, was in Zeiten knapper Budgets zunehmend wichtig wird.

Umweltechnische Lösungen

In den letzten Jahren hat SPRINGER sein Portfolio erweitert, um auch Produkte für die Umwelttechnik anzubieten. „Wir entwickeln Maschinen für die Restholzverwertung in der Sägeindustrie“, erklärt Mario Schober. „Ein neu entwickelter Hacker, der Holzabfälle in kleinere Stücke zerkleinert, wird bald auf der Holzmesse in Hannover vorgestellt“, kündigt er an. Diese Diversifizierung ermöglicht es dem Unternehmen, auf verschiedene Marktbedürfnisse zu reagieren und Synergien innerhalb der SPRINGER Gruppe zu nutzen.

E-Mobilität im Winterdienst

Ein zukunftsweisendes Thema in der Branche ist die Elektrifizierung der Winterdiensttechnik. „Wir arbeiten an einem Elektrostreuer, um den Energieverbrauch zu reduzieren und nachhaltigere Lösungen anzubieten“, erläutert Mario Schober. Derzeit steht die Branche jedoch vor Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der Ladeinfrastruktur. „Wenn es schneit, sind viele Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz, und die Kapazität zum Laden ist oft nicht ausreichend“, führt er fort.

International erfolgreich

Das Unternehmen ist nicht nur in Österreich aktiv, sondern auch im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. „Während 70% des Umsatzes in Österreich erzielt werden, wird der Rest in anderen Ländern generiert“, erklärt Mario Schober. Im Gegensatz zur kommunalen Technik, die stark lokal ausgerichtet ist, ist das Unternehmen im Bereich der Sägewerksindustrie global tätig.

Mitarbeiter und Ausbildung

Mit etwa 60 Mitarbeitern in der Kommunal- und Umwelttechnik ist SPRINGER ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. „Wir legen großen Wert auf die Ausbildung junger Fachkräfte und bilden derzeit 10% unserer Mitarbeiter aus“, sagt Mario Schober. Die enge Zusammenarbeit mit der SPRINGER Gruppe ermöglicht es, Synergien in der Ausbildung zu nutzen und die Lehrlingsausbildung durch gemeinsame Lehrwerkstätten zu verbessern.

Zukunftsausblick

Trotz Klimawandel bleibt das Unternehmen zuversichtlich. „Die Winter werden immer extremer, mit schneearmen und schneereichen Jahren“, sagt Mario Schober. Dies erfordert eine Anpassung der Strategien im Winterdienst. „Die Streutechnik wird auch in Zukunft wichtig bleiben, um die Straßen befahrbar zu halten, auch wenn der Schnee weniger wird“, so Schober.

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