Präzision, die sich messen lässt

Interview mit Wolfgang Rausch und Michael Fröschl, Geschäftsführer der MueTec Automatisierte Mikroskopie und Messtechnik GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Rausch, Herr Fröschl, bei Ihnen dreht sich alles um optische Messgeräte und Mikroskopie. Was sind typische Aufträge?

Wolfgang Rausch: Wir bieten ein breites Portfolio an standardisierten Messtechniken an, aber darüber hinaus auch individuelle Lösungen, die auf die Bedürfnisse unserer Kunden maßgeschneidert sind. Wir sind in der Lage, zu adaptieren. Das können große Anbieter aufgrund ihrer Prozesse und Strukturen meistens nicht.

Wirtschaftsforum: Bitte geben Sie uns doch einmal ein Beispiel für ein Projekt.

Wolfgang Rausch: Wir haben zum Beispiel mit einem deutschen Halbleiterhersteller eine Inspektionslösung für seine Halbleiterlinie entwickelt. Jetzt wird seine gesamte Produktionslinie durch unser System überwacht, was letztendlich zu einer Steigerung des Qualitätsniveaus führt.

Wirtschaftsforum: Welche aktuellen Themen und Anforderungen tragen Ihre Kunden zurzeit an Sie heran?

Wolfgang Rausch: Die Anforderungen an die Messtechnik bleiben gleich, aber die Rahmenbedingungen ändern sich. Zurzeit ist die Silizium-Karbit-Technologie im Hype. Hier stellen wir uns gerade aktiv auf, denn dies wird ein großes Thema in den nächsten Jahren. Wir sind bereits in Kontakt mit Kunden für Demos.

Michael Fröschl: In der Mikroskopie geht es um komplexe optische Komponenten, die wir kombinieren und einbauen. Hier waren wir früher zum Teil von externen Partnern abhängig. Jetzt arbeiten wir verstärkt auf der Basis unseres eigenen Know-hows. Wir haben in der letzten Zeit viel in Simulationssoftware und Hardware-Verifizierungsgeräte investiert, um die Anforderungen unserer Kunden noch ganzheitlicher erfüllen zu können.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet MueTec von anderen Anbietern?

Michael Fröschl: Wir sind aufgrund unserer Größenordnung in der Lage, auf die Anforderungen und Sonderwünsche unserer Kunden individuell einzugehen. Dank unseres großen Entwicklungsteams können wir schnell reagieren und mit unseren Kunden gemeinsam nach Lösungen suchen, die sie erfolgreich machen. Unsere fachkompetente Beratung ist sicherlich eine unserer größten Stärken. Nicht zuletzt profitieren wir von dem sehr guten Ruf, den deutsche Produkte im optischen Bereich genießen.

Wirtschaftsforum: Ihre Zielgruppe ist die Halbleiterindustrie. Was sind die wichtigsten Länder für MueTec?

Wolfgang Rausch: Wir sind global aufgestellt. Die USA, Asien und Deutschland sind Kernmärkte und wir generieren etwa 80% unseres Umsatzes in diesen Märkten. Aber auch in anderen europäischen Ländern, wie England, Finnland oder Italien, sind wir aktiv.

Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie das aktuelle Engagement der Regierung in Sachsen?

Wolfgang Rausch: Aktuell engagiert man sich dort stark. Allerdings muss man sagen, dass die Regierung es viele Jahre versäumt hat, gute Firmen der Branche zu unterstützten. Jetzt versucht man, diese zurückzugewinnen. Wir würden uns wünschen, dass die Politik sich nicht nur für Konzerne engagiert, sondern auch für den deutschen Mittelstand und für die Zuliefererindustrie. Die darf man nicht vergessen. Sie sind das vielzitierte Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Themen für die letzten Monate des Jahres 2023?

Wolfgang Rausch: In Kürze wird der übliche Jahresendspurt beginnen. Wir werden über das Alltagsgeschäft hinaus unsere Entwicklungsprojekte und -ziele vorantreiben, zum Beispiel die Mess- und Inspektionstechnik weiterentwickeln und diese für andere Technologie-Generationen einsetzbar machen. In unserer Branche darf man nie stehen bleiben. Wir müssen uns stetig optimieren und immer neueste Geräte und Baugruppen einsetzen. Unser Slogan ist deshalb „Better semiconductors every day“. Danach handeln wir und danach treffen wir unsere Entscheidungen für die kommenden Jahre.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie langfristig für MueTec?

Michael Fröschl: Wir möchten wachsen und uns als Partner noch sichtbarer am Markt etablieren. Wir werden vor allem nachhaltige Themen vorantreiben. Unsere Lösungen steigern Effizienz. Das ist ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit. Eine Herausforderung bleibt der Mangel an Fachkräften. Wir suchen dringend Ingenieure und Handwerker und freuen uns über jede Fachkraft, die sich bei uns bewirbt.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Café-Kultur trifft Backstube

Interview mit Gürol Gür, Geschäftsführer der Schanzenbäckerei GmbH

Café-Kultur trifft Backstube

Das Bäckerhandwerk steht unter hohem Veränderungsdruck: Hohe Energie- und Rohstoffkosten, steigende Löhne, Ansprüche an Sortiment und Service sowie der Fachkräftemangel zwingen Betriebe dazu, ihre Strukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig bleibt der…

Logistik, die begeistert

Interview mit Alexander Hewel, Geschäftsführer der KELLERGROUP

Logistik, die begeistert

Hidden Champion, Logistik-Versteher, Familienunternehmen: Für die ­KELLERGROUP aus Ditzingen gibt es viele Umschreibungen. Das Unternehmen selbst sieht sich vor allem als inhabergeführtes, mittelständisches Familienunternehmen aus Baden-Württemberg, das nah am Kunden…

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Interview mit Alexander von Tiele-Winckler, Mitglied der Geschäftsführenden Gesellschafter im BLU agency network association e.V.

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Der Weg vom klassischen Promotionsgeschäft zum vernetzten Agenturmodell erzählt viel über die Dynamik moderner Märkte. Alexander von Tiele-Winckler spricht über Wachstum, Wandel und die Kraft persönlicher Begegnung. Ein Gespräch über…

Spannendes aus der Region München

Pionier der Immobilienverrentung

Interview mit Özgün Imren, Geschäftsführer der DEGIV – Die Gesellschaft für Immobilienverrentung GmbH

Pionier der Immobilienverrentung

Immer mehr Menschen entdecken die Immobilienverrentung als Weg zu finanzieller Freiheit im Alter. Die DEGIV – Die Gesellschaft für Immobilienverrentung GmbH gehört zu den Pionieren dieser Entwicklung und zählt heute…

Wie Begrünung das Büroklima prägt

Interview mit Markus Mohr, Geschäftsführer der Mohr Hydrokultur

Wie Begrünung das Büroklima prägt

Ob Großraumbüro, Co-Working-Space oder repräsentatives Headquarter: Unternehmen investieren heute stärker denn je in Arbeitsumgebungen, die Menschen anziehen – und im Alltag funktionieren. Begrünung spielt dabei eine wachsende Rolle, weil sie…

Wert schaffen, wenn der Markt bremst

Interview mit Benjamin Johansson, Vorstand der GIEAG Immobilien AG

Wert schaffen, wenn der Markt bremst

Projektentwickler stehen seit Jahren unter Druck: Zinsen, Baukosten, geopolitische Unsicherheiten und ein deutlich vorsichtigerer Investmentmarkt haben die Spielregeln verändert. Für die GIEAG Immobilien AG ist diese Phase vor allem eines:…

Das könnte Sie auch interessieren

Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Interview mit Dirk Möller, Vice President der Produktgruppe Sensoren der Hottinger Brüel & Kjær A/S

Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Hottinger Brüel & Kjær A/S ist nicht nur ein führendes Unternehmen im Bereich der Messtechnik, sondern auch ein innovativer Partner, der seinen Kunden hilft, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.…

Wenn es ganz genau sein soll ...

Interview mit Michael Zintl, Geschäftsführer der DZG Metering GmbH

Wenn es ganz genau sein soll ...

Die schrittweise Umstellung des Stromnetzes hin zu Smart Energy ist in vollem Gange. Bis 2032 sollen alle Haushalte in Deutschland mit digitalen Stromzählern ausgestattet sein. Smart Meter spielen für die…

Wo Gewicht nicht stillsteht, entscheidet Präzision

Interview mit Filipe Lourenço, CEO und Michael Kuster, Marketing Director der DIGI SENS Switzerland AG

Wo Gewicht nicht stillsteht, entscheidet Präzision

Präzise Messdaten sind entscheidend für effiziente Prozesse – besonders dort, wo Gewicht während laufender Abläufe erfasst werden muss. Die DIGI SENS Switzerland AG hat sich auf diese Anforderungen spezialisiert. CEO…

TOP