Von der Idee zum Meisterwerk

Interview mit Marc Lorenz, Geschäftsführer der LORENZ Bauunternehmen GmbH

Das Familienunternehmen wurde 1891 vom Maurermeister August Rischmüller gegründet. Im Jahr 1921 übernahm den Betrieb sein Sohn Wilhelm, der auf dem Bau einen elektrischen Aufzug einsetzte – in Hannover damals eine absolute Neuheit. „Da es nach zwei Generationen keinen Nachfolger gab, stiegen 1969 mein Großvater und 1980 mein Vater in das Geschäft ein“, so Marc Lorenz, Geschäftsführer der LORENZ Bauunternehmen GmbH. „Im Jahr 2011 gab es eine Firmenverlegung, bei der ich ebenfalls dem Unternehmen beigetreten bin. Demnach befindet sich das Bauunternehmen in der 3. Generation der Familie Lorenz. Im Jahr 2016 hat mir mein Vater die Firma übergeben. Schon mit sechs Jahren wusste ich, dass ich in seine Fußstapfen treten würde – obwohl ich als kleiner Junge keine Ahnung davon hatte, was mich erwartete. Heute beschäftigen wir etwa 60 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von knapp sieben Millionen EUR. Zu unserer Gruppe gehören zwei weitere kleine Unternehmen, für Fliesen und für Natursteine.“

Meilensteine

Anfang der 1980er-Jahre entschied man sich, nur noch Arbeiten im Bestandsbau zu übernehmen. „Mein Großvater und mein Vater haben sich seitdem auf den Ausbau, Umbau und die Sanierung von Gebäuden spezialisiert“, erzählt Marc Lorenz. „Das hat uns geprägt und ist bis heute unser Markenzeichen. Mittlerweile zählen wir zu den Großen – und zu den ganz wenigen, die ausschließlich im Bestandsbau arbeiten.“ Als die Baubranche Anfang der 2000er-Jahre schwächelte, wurde bei LORENZ die Entscheidung getroffen, keine Millionen-Aufträge mehr anzunehmen. „Stattdessen haben wir uns breiter aufgestellt und die Anzahl der Kunden beziehungsweise Aufträge erhöht. Durch diese Strategie haben wir uns robuster und widerstandsfähiger gemacht, da der wirtschaftliche Schaden bei Problemen mit kleinen Auftraggebern weitaus geringer ausfällt als bei großen Projekten“, ergänzt der Geschäftsführer.

Auf den Bestandsbau spezialisiert

Wir arbeiten sehr viel für Wirtschaftsunternehmen, sodass unsere Arbeit im laufenden Betrieb durchgeführt werden muss – dazu gehören beispielsweise Arbeiten in Krankenhäusern oder in bewohnten Gebäuden. Darüber hinaus sind wir verstärkt im Brandschutz und Denkmalschutz tätig. Wir haben neue Schwerpunkte gesetzt und wollen Nischen abdecken, an denen andere kein großes Interesse haben. Sehr viele Architekten kommen zu uns, wenn es kompliziert wird“, beschreibt Marc Lorenz.

Gewinner der Krise

Im Gegensatz zur Gastronomie und vielen anderen Branchen war das Geschäft für Bauunternehmen während der Coronazeit ein voller Erfolg. Da ein großer Teil der Bevölkerung zu Hause war, wurde viel in die eigenen vier Wände investiert. „In den letzten vier Jahren ist die Zahl unserer Privatkunden stark angestiegen“, erläutert Marc Lorenz. „Dieser Kundenstamm ist zwar betreuungsintensiver, wir stellen jedoch eine hohe Wertschätzung fest.“

Appell in Richtung Politik

Besonders im Mittelstand hat in den letzten zehn Jahren die Bürokratie massiv zugenommen. „Dies hält uns von unserer eigentlichen Arbeit ab. Darüber hinaus ist bezahlbares Bauen aufgrund der vielen Auflagen quasi unmöglich geworden. Der Kunde hat keine Chance, sich für günstige Alternativen zu entscheiden, da die Gesetze und Auflagen es schlichtweg nicht zulassen. Hinzu kommt, dass teilweise von heute auf morgen Fördergelder gestrichen wurden“, so der Geschäftsführer abschließend.

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