Werkstatttools als Service

Interview mit Denis Schneider und Eric Xue, Vertriebsleiter DACH und Director Marketing and Sales Europe der LAUNCH Europe GmbH

Die Verkehrswende wird sich durch das absehbare Ende des Verbrennungsmotors und die zunehmenden Marktanteile von Elektrofahrzeugen nicht nur in massivem Umfang auf die Herstellerprozesse, Marktverhältnisse und das Konsumentenverhalten im Allgemeinen auswirken, sondern einen ebenso relevanten Wandel im Aftersales-Bereich zur Folge haben: Viele Werkstätten bangen schon heute um das lukrative Reparaturgeschäft, dessen Umsätze für das Geschäftsmodell vieler Betreiber essenziell sind.

Einer der führenden Spezialisten für Kfz-Werkstattausrüstungen ist die LAUNCH Europe GmbH, eine Tochtergesellschaft des chinesischen Unternehmens LAUNCH Tech Co. Ltd. Kernsegment des Europa-Geschäfts, das sich trotz weiterer Niederlassungen in Rumänien, Italien und dem Vereinigten Königreich weitgehend auf den DACH-Raum konzentriert, ist neben den Unternehmensbereichen Hebebühnen und Servicestationen insbesondere der Vertrieb von spezialisierten Diagnosetools an entsprechende Kfz-Fachbetriebe.

Mehr Elektronik bedeutet einen höheren Wartungsaufwand

Doch während nicht wenige seiner Kunden mit Skepsis auf ihre künftigen Marktanteile blicken, legt Eric Xue in seiner Funktion als Director Marketing and Sales von LAUNCH Europe den Fokus mehr auf die neuen Möglichkeiten und macht auch seinen B2B-Kunden auf der nächsten Stufe der Wertschöpfungskette Mut: „Bei Elektroautos werden umfangreiche Serviceleistungen aufgrund der Vielzahl der verbauten elektronischen Komponenten noch maßgeblicher vonnöten sein als bei Verbrennern – und eine gut funktionierende technische Fehlerdiagnose wird die Basis jedweder Reparatur- und Wartungsarbeiten bleiben“, verweist er – mit Blick – auf das Geschäftsmodell seines Unternehmens.

Was nicht heißt, dass nicht auch bei der LAUNCH-Gruppe tiefgreifende Veränderungen ins Haus stehen, damit sich das Unternehmen weiterhin erfolgreich im Markt bewegen kann: „Während wir bisher einfach das Diagnosegerät an den Werkstattbetreiber verkauft und damit unser Soll schon weitgehend erfüllt hatten, werden die von uns erbrachten Dienstleistungen in Zukunft deutlich stärker in den Vordergrund rücken“, ergänzt Denis Schneider, der für den Vertrieb in der DACH-Region verantwortlich zeichnet.

Dienstleistungen werden im Vordergrund stehen

Das Motto lautet: Diagnostic Services. Ziel ist ein Serviceverfahren, in dessen Fokus nicht in erster Linie ein spezifisches Gerät, sondern eine konkrete Lösung des individuellen Kundenproblems stehen soll. Eine entsprechende Plattform habe LAUNCH Europe bereits eingerichtet, wie Eric Xue ankündigt, und im Winter werde man mit einem Cloud-System einen ersten großen Schritt in diese zukunftsweisende Richtung gehen.

Von dieser Perspektive würden am Schluss nicht nur die Werkstätten als derzeit primäre Geschäftspartner der LAUNCH-Gruppe profitieren, sondern ganz besonders auch die Endkunden, die das Unternehmen in Zukunft neben den bisherigen B2B-Partnern auch direkt ansprechen möchte: „Unsere künftigen Lösungen werden nicht nur von Spezialisten eingesetzt werden können“, erläutert Denis Schneider, „wenngleich auch bei wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen und Elektroautos gewisse komplexe Vorgänge weiterhin die Expertise von Fachpersonal erfordern werden.“

Talente sind ein Schlüsselfaktor

Hochqualifizierte Mitarbeiter sind derweil auch für LAUNCH selbst eine unabdingbare Voraussetzung für anhaltenden geschäftlichen Erfolg, der Markt für Entwickler und Diagnosespezialisten, die als technische Hauptansprechpartner der Kunden fungieren, ist hart umkämpft.

„Wir denken generell sehr langfristig“, umschreibt Eric Xue die allgemeine Unternehmensstrategie, deren Grundprinzip sich besonders in der Mitarbeiterführung niederschlägt: So kann sich jeder Angestellte von LAUNCH mehrere Arbeitsstunden in der Woche individuell und den eigenen Interessen entsprechend fortbilden: „Ein motivierter Mitarbeiter bringt das Unternehmen weiter, seine Kenntnisse und sein Engagement kann man nicht beliebig am Markt einkaufen.“

Dass das Unternehmen auch während der Coronakrise seinen Wachstumskurs fortsetzen konnte, führen Eric Xue und Denis Schneider neben den hochmotivierten und fachkundigen Mitarbeitern auch auf die breite regionale Streuung des Geschäftsbetriebs zurück: „Corona wirkte sich in jedem Land ganz unterschiedlich aus. Zu einer Zeit, in der wir letztes Jahr etwa in Deutschland einen größeren Bestellrückgang sahen, konnte dieser zum Teil durch eine starke Performance in anderen Märkten kompensiert werden.“

Diese Robustheit des Geschäftsmodells der LAUNCH-Gruppe, die sich auch in Krisenzeiten bewährt hat, dürfte ein weiterer Grund für Eric Xue und Denis Schneider sein, um optimistisch in die Zukunft zu blicken – und ihren Kunden dieselbe Zuversicht zu vermitteln.

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