Handwerk – natürlich nachhaltig

Interview mit Christian Hunold, Geschäftsführer der Ladenbau Hunold GmbH

Christian Hunold, Tischlermeister und Betriebswirt, gründete die Tischlerei im Jahr 2000 in einer ehemaligen Bäckerei, „weil ich immer selbstständig sein wollte, um eigene Ideen umzusetzen, selbst zu entscheiden und wirksam zu sein“, wie er sagt. Seine Vision setzte er bewusst in einer Bestandsimmobilie um. „Unser Ansatz ist, immer erst zu schauen, welche Ressourcen vorhanden und nutzbar sind“, betont er. „Dieser Nachhaltigkeitsgedanke prägt unser Immobilien- und Ladenbaukonzept. 2017 haben wir deshalb eine ehemalige Spinnerei in Leinefelde mit 90.000 m2 erworben und in der Pandemie bezogen.“

Handwerk mit Herzblut

Heute steht der Name Hunold für eine Unternehmensgruppe, zu der unter anderem eine eigene Polsterei gehört. 45 Mitarbeitende sind in der Tischlerei tätig. Begonnen wurde hier mit klassischen Schreinerarbeiten; über Montagen für eine Bäckereieinrichtung entwickelte sich schließlich der Schwerpunkt Ladenbau. Hunold nahm

Planungsdienstleistungen ins Portfolio auf und beschäftigte sich mit Innenarchitektur. Sämtliche Arbeiten werden in Leinefelde realisiert, egal ob Ladeneinrichtung inklusive Lichtkonzept für Bäckereien oder Metzgereien, gehobener Ladenbau oder Großkücheneinrichtung. „Alles, was hier hergestellt wird, testen wir, bevor es beim Kunden aufgebaut wird“, sagt Christian Hunold. „Wir wollen exzellente Qualität liefern, zeichnen für sämtliche Aspekte verantwortlich und setzen mit unserer Arbeit Produkte in Szene, sodass sich das Investment am Ende für unsere Kunden auszahlt.“ Aushängeschild des Unternehmens ist die „beste Bäckereitheke der Welt“, wie Christian Hunold sagt. „Dank modularer Basis ist sie außergewöhnlich flexibel und variantenreich. Die Theke ist ein USP, allerdings ist uns jedes einzelne Projekt, unabhängig vom Volumen, wichtig. Wir behandeln jeden Kunden so, als sei er unser einziger.“

Heute für morgen

Rund 250 Projekte realisiert Hunold jährlich – die Nachfrage ist groß. Der Einsatz von KI ist dabei genauso selbstverständlich wie das Thema Nachhaltigkeit. Hunold arbeitet mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz, produziert einen Großteil des benötigten Stroms mit der eigenen 6-MW-Photovoltaikanlage und einer Fassadenanlage, stellt Theken her, die wiederverwendet und umgenutzt werden können, und plant den Bau eines 12-MW-Speichers – weil man in Leinfelde langfristig denkt. „Wir haben Ideen ohne Ende, lieben das Handwerk und den Mittelstand“, sagt Christian Hunold mit Blick in die Zukunft. „Damit sind wir in der Vergangenheit gut gefahren und hoffen, das auch in Zukunft zu tun.“

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