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Interview mit Christopher Thielen Geschäftsführer und Christian Bauer, Geschäftsführer der KNAPP Smart Solutions GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Bauer, die Entwicklung von automatisierten Kommissioniersystemen und das Unternehmen Apostore haben eine gemeinsame Geschichte. Was wollen Sie mit der Umbenennung erzielen?

Christian Bauer: Sowohl Apostore und der Mutterkonzern KHT kooperieren bereits seit 2014 mit dem österreichischen Technologieunternehmen KNAPP AG. Die 100%ige Übernahme erfolgte 2018. Die Umbenennung stellt einen notwendigen Schritt für die Zukunft dar. Die Apostore-Produktmarke und die damit assoziierten Werte gehen dadurch nicht verloren. Sie bleiben für den Healthcare-Geschäftsbereich verfügbar. In den neu dazugekommenen Märkten, Industrie und Einzelhandel, wollen wir jedoch unter der Flagge KNAPP auftreten.

Wirtschaftsforum: Geht es dabei nur um eine Namensänderung oder verbindet sich auch damit ein kultureller Wandel?

Christian Bauer: Es ist der nächste Schritt in einem längeren Prozess, den ich schon vor vier Jahren eingeleitet habe. Wir sind aus einem eher autoritär geführten mittelständischen Unternehmen durch die Eingliederung in den Mutterkonzern auf insgesamt 6.500 Mitarbeiter gewachsen. Das ist eine große Umstellung. Ich sehe meine Tätigkeit als eine Art Change Management, das den Kulturwandel vorantreibt. Dabei legen wir großen Wert darauf, das bestehende Team mitzunehmen. Wir haben einerseits die Serviceführerschaft nach außen ausgerufen, aber andererseits ist es auch wichtig, die gleichen Werte nach innen zu tragen.

Wirtschaftsforum: Herr Thielen, Sie wurden letztes Jahr zum Geschäftsführer ernannt. Wie sehen Sie Ihre Aufgabe?

Christopher Thielen: Ich teile die Verantwortung für die Implementierung der Geschäftsstrategie. 2019 habe ich als Marketing- und Vertriebsleiter bei Apostore angefangen und bin seit einem Jahr Geschäftsführer an der Seite von Christian Bauer. Durch unsere unterschiedlichen Kernkompetenzen ergänzen wir uns sehr gut. Mein Fokus liegt auf Automatisierungslösungen im Healthcare-Bereich. Meine Aufgaben sind strategischer Natur, um Last Mile-Lösungen für den Endkunden zu entwickeln und die internationale Expansion voranzutreiben. Dennoch bin ich operativ im Tagesgeschäft tätig.

Christian Bauer: Mit der Unterstützung meines Kollegen macht es einfach viel mehr Spaß, Ideen für die Weiterentwicklung gemeinsam auf den Weg zu bringen. Den Changemanagement-Prozess, den ich angefangen habe, führen wir erfolgreich fort und können schon die ersten Erfolge spüren.

Wirtschaftsforum: Wie sieht das Produktportfolio von Apostore aus? Welche Neuerungen gibt es?

Christopher Thielen: Unser Angebot umfasst ein Komplettsortiment von Kommissionierautomaten und Softwarelösungen. Durch die Vielfalt unserer Automatenfamilie und unserer digitalen Produkte haben wir immer die passende Lösung, die auf die Anforderungen der jeweiligen Kunden zugeschnitten ist. Aber nicht nur im Lagerbereich des Ladens bieten wir Lösungen an. Wir betrachten unsere Kunden ganzheitlich und liefern vernetzte Technologielösungen für den Point-of-Care und nun auch Point-of-Sale. So wird eine nahtlose Customer Journey entlang verschiedenster Touchpoints möglich. Passgenau von der Bestellung per App bis zum 24/7 Pick-up. Ein weiteres gutes Beispiel ist das Kundenstrom-Managementsystem ʻDigital Butlerʼ , das wir letztes Jahr als Antwort auf die Corona-Hygieneregeln in Apotheken und Einzelhandel entwickelt haben und das die Auszeichnung in der Kategorie ʻLösung für die Kriseʼ des Wirtschaftspreises eAward erhalten hat.

Christian Bauer: Durch die Kombination von Automatisierungstechnik und digitalen POS-Lösungen wollen wir nun potenzielle Kunden aus Industrie und Einzelhandel ansprechen. Individuelles Zubehör wie zum Beispiel Kühlschränke und ein 24/7-Terminal können in unsere vollautomatischen Lagerungssysteme integriert oder nachgerüstet werden und somit das mögliche Anwendungsspektrum erweitern.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Christopher Thielen: Wir wollen das Wachstum konsequent durch die Erschließung neuer Anwendergruppen und durch die Internationalisierung verfolgen. Das Ziel ist es, den Umsatz zu verdoppeln. Zudem ist uns die Position als attraktiver Arbeitgeber wichtig – hier entwickeln wir uns ständig weiter.

Christian Bauer: Wir werden weiterhin in unsere digitalen Lösungen investieren, um unseren Kunden ein profitables Geschäft zu ermöglichen. Am Ende geht es um das Einhalten von Versprechen. Wenn wir das konsequent tun, steigt unsere Marke. Das ist unser größter Hebel.

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