Backkunst made in Switzerland

Interview mit Sandra Buess, Leiterin Verkauf, Marketing & Entwicklung der Kern & Sammet AG

Wirtschaftsforum: Frau Buess, was sind zurzeit die wichtigen Sortimentsbereiche für Kern & Sammet?

Sandra Buess: Wir bieten unseren Kunden Brot, Backwaren, Snacks, Torten und Kuchen in verschiedenen Zuständen an. Damit richten wir uns an den Food-Service-Markt, die Lebensmittelindustrie, die Retailer und den Discount. Am wichtigsten sind heute die Brotprodukte. Dazu gehören Zöpfe, kleine Brötchen, unsere Butter- und Laugengifpel. Diese Produkte liefern wir in verschiedenen Angebotsformen, Teigling ungegärt, Teigling vorgegärt, vorgebackene Produkte und fertige Produkte.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Süßwarenprodukte?

Sandra Buess: Wir haben Konditoreiprodukte, zum Beispiel ganze oder geschnittene Torten. Neu sind hier kleine Küchlein, eines davon ist unser Schoggi-Chüechli, die bis zu sieben Tage ungekühlt haltbar sind.

Wirtschaftsforum: Welche Trends zeichnen sich aktuell am Markt ab?

Sandra Buess: Der Trend geht zu Snacks und Street Food. Für den Snack- und Apérobereich werden wir im nächsten Jahr einige neue Produkte am Markt lancieren. Wir werden aber auf jeden Fall auch kleinere Portionen anbieten. Ein weiterer Trend ist der Einsatz von möglichst natürlichen und nachhaltigen Rohstoffen wie zum Beispiel Bioprodukte, Produkte ohne Palmöl, Rohstoffe aus der Schweiz sowie der Trend vegan/plant-based. Mit noch mehr Transparenz wollen wir bei unseren Kunden Vertrauen schaffen.

Wirtschaftsforum: Gehen Sie in Ihrem Sortiment auch auf den zunehmenden Trend vegan/plant-based ein?

Sandra Buess: Wir haben eine Auswahl an Bio- und veganen Produkten, zum Beispiel den veganen Brioche Bun und Nussgipfel. Wir sehen viel Potenzial in pflanzenbasierten Produkten, die auch in der Nachhaltigkeitsdiskussion eine große Rolle spielen. Wir beziehen unsere Rohstoffe, wann immer möglich, regional. Dies wissen die Kunden seit der Pandemie wieder mehr zu schätzen. Es passt zu uns und unserer Philosophie, Produkte direkt beim Produzenten in der Schweiz zu kaufen. Das werden wir in Zukunft auch verstärkt kommunizieren. Uns ist das Thema Nachhaltigkeit schon lange ein besonderes Anliegen. Wir versuchen zum Beispiel, Palmöl zu vermeiden. Wenn wir dieses einsetzen, dann ist es nachhaltig zertifiziert. Wir benutzen keine gentechnisch veränderten Rohstoffe und so wenige Zusatzstoffe wie möglich.

Wirtschaftsforum: Warum entscheiden sich Ihre Kunden letztendlich für Kern & Sammet?

Sandra Buess: Wir sind ein Schweizer Produktionsbetrieb mit jahrzehntelanger Erfahrung. Wir sind in unseren Produktionsanlagen sehr flexibel und legen zudem großen Wert auf Qualität und Optik. Qualität und Genuss haben bei uns immer Vorrang. Hier machen wir keine Kompromisse. Zudem haben wir ein sehr gutes Team, zu dem viele erfahrene Mitarbeiter mit fundiertem Know-how zählen, aber auch junge Mitarbeiter mit neuen Ideen, das ist eine gute Kombination. So aufgestellt, stehen wir unseren Kunden mit verschiedenen Dienstleistungen und professioneller Beratung vor Ort zur Seite. Durch ein hohes Maß an Flexibilität können wir jederzeit auf individuelle Kundenwünsche eingehen.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für das Jahr 2022 noch vorgenommen?

Sandra Buess: Erst einmal müssen wir den Weg wieder hinaus aus der Pandemie finden, sodass wir unsere Kunden wieder aktiver und persönlicher betreuen können. Dann arbeiten wir daran, uns mit den richtigen Mitarbeitern für die Zukunft zu rüsten. Wir werden im zweiten Halbjahr 2022 die Weichen für die nächsten drei Jahre stellen. Wir möchten am Markt stärker wahrgenommen werden. Für das nächste Jahr haben wir einige neue Produkte in der Pipeline und werden verschiedene zielgruppenspezifische Konzepte umsetzen. Wir möchten nicht als Produktverkäufer, sondern als Provider von Lösungen wahrgenommen werden, als ein Dienstleister und Partner, der auf Augenhöhe beraten kann.

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