Schwäbische Qualität bis ins Weltall

Interview mit Rolf Bronner, Leiter Verkauf Non Automotive der Karl Küfner KG Siebe und Webeblätter

„Wir sind Hersteller von hybriden Filter- und Sieblösungen für Gase und Flüssigkeiten“, erläutert Rolf Bronner, Leiter Verkauf Non Automotive bei der Karl Küfner KG, das Kerngeschäft des Unternehmens. „Das sind Siebe aus Metallgewebe mit einer Kunststoffumspritzung.“ Sämtliche Lösungen von Küfner sind tailor-made und Lösungen für spezifische Anforderungen von Kunden.

Da jede Anwendung individuell ist, gibt es keine Produktkataloge. „Wir haben einen eigenen Werkzeugbau und entwickeln alles intern“, ergänzt Rolf Bronner. „Dadurch können wir Prototypen und Muster schnell realisieren.“ Um die Vielfalt der Kundenwünsche aus den unterschiedlichsten Branchen zu erfüllen, verfügt das schwäbische Unternehmen in der Produktion über mehr als 100 Kunststoff-Spritzgießmaschinen sowie 50 weitere Sondermaschinen.

Rolf Bronner
„Wir entwickeln und produzieren hybride Filter- und Sieblösungen für Gase und Flüssigkeiten.“
Rolf Bronner

Ebenso individuell wie die Produkte sind, ist auch der Service für die Kunden. Rolf Bronner: „Wir bieten Kanban-Fertigung und liefern Just-in-time. Dabei macht es für uns keinen Unterschied, ob es sich um kleine oder große Serien handelt.“

Kompetenz in vielen Branchen

In sechs Sparten hat das Unternehmen seine Produkte aufgeteilt: Automotive, Medizintechnik, Haus- und Umwelttechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau und Motorgeräte. „70 bis 75 Prozent unserer Siebe setzen wir in der Automobilindustrie ab“, erläutert Rolf Bronner.

So liefert Küfner Filter für ABS- und ESP-Systeme, Siebe für AdBlue-Anwendungen zur selektiven Reduktion der Stickoxide in Abgasen (DNOX-Systeme) bei der Abgasnachbehandlung, Tankansaugsiebe zum Schutz der Kraftstoffpumpe sowie des Kraftstoffsystems. Weitere Spezialfilter werden in der Motorsteuerung, im Getriebe und im Ölkreislauf benötigt.

Vielfältige Anwendungen

Anästhesie-, Beatmungs- und Sauerstoffgeräte stattet Küfner in der Medizintechnik ebenso mit Filtern aus wie Desinfektionsgeräte und Sterilisatoren sowie Versorgungsleitungen für Gas, Druckluft und Sauerstoff. Bad- und Gasarmaturen, Haushaltsgeräte und Ölheizungen sind die Anwendungsgebiete in der Haus- und Umwelttechnik.

Die Luft- und Raumfahrttechnik verzichtet nicht auf schwäbische Qualität, zum Beispiel bei Filtereinheiten für Hydraulikkomponenten von Flugzeugen. Im Maschinenbau sind Küfner-Siebe und -Filter für alle Anwendungen unverzichtbar. Lösungen für landwirtschaftliche und Gartengeräte wie Kettensägen, Motorsensen und Hochdruckreiniger runden das Produktprogramm ab. Insgesamt fertigt Küfner jährlich rund 350 Millionen Siebe und Filter.

Dritte Generation

1951 gründete Karl Küfner seine Firma. Zunächst produzierte er Webeblätter, zwei Jahre später begann er mit der Herstellung von Filtersieben. Mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Bernd Küfner und seinem Sohn Markus übernehmen heute die zweite und dritte Generation Verantwortung im familiengeführten Unternehmen. In mehr als 60 Jahren hat die Karl Küfner KG beachtliche technische Kompetenz und Erfahrung gesammelt und ist nicht zuletzt deshalb einer der führenden Anbieter weltweit.

Rolf Bronner
„Auch in Zukunft gilt für uns: made in Germany.“
Rolf Bronner

Das Unternehmen setzt mehr als 30 Millionen EUR mit Sieben und Filtern um. Möglich wird dies durch ca. 300 Beschäftigte in Albstadt und im oberfränkischen Ludwigsstadt. Dort stellt Küfner hauptsächlich Filtersiebe aus Metall in Stanz- und Umformtechnik her.

Darüber hinaus hat Küfner Niederlassungen in den USA und Brasilien. In der Türkei und Tschechien arbeitet Küfner eng mit Partnern zusammen. Alle Aktivitäten werden vom Hauptsitz in Albstadt aus geleitet. Etwa 40 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Ausland. „Der Vertrieb erfolgt direkt, da wir persönlich mit den Kunden Lösungen erarbeiten“, erläutert Rolf Bronner. Dies ist auch ein Grund, weshalb viele Kunden gerne mit Küfner zusammenarbeiten.

Erfahrung aus Jahrzehnten

Jahrzehntelange Erfahrung, hochspezialisierte Mitarbeiter, flache Hierarchien und flexible Strukturen sieht er als weitere Pluspunkte. „Wir haben alle notwendigen Zertifikate und damit keine Marktzutrittsbarrieren.“ Zwei Visionen beschäftigen Rolf Bronner von Küfner derzeit. Gemeinsam mit Hochschulen und anderen Partnern werden Filter und Siebe erforscht, die über ihre klassischen Funktionen hinaus Substanzen messen und quantifizieren können. „Damit wird aus einem einfachen Sieb ein komplexes Produkt mit Mehrwert“, begeistert sich Rolf Bronner. „Außerdem wollen wir eine Schulungseinrichtung für Mitarbeiter und Auszubildende ins Leben rufen und damit ein eigenes Innovationszentrum vor Ort schaffen.“

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