Im kaufmännischen Sinn gut gewirtschaftet

Interview mit Nils Lastig, Geschäftsführer der Jetschke Industriefahrzeuge (GmbH & Co.) KG

Wirtschaftsforum: Herr Lastig, bitte nennen Sie uns doch wichtige Stationen in der Unternehmensgeschichte von Jetschke Industriefahrzeuge.

Nils Lastig: Unser 1963 gegründetes Unternehmen hat natürlich von der allgemein positiven Entwicklung der Intralogistik profitiert. Bis vor Kurzem waren wir eine klassische mittelständische und eigentümergeführte Firma und wurden am 1. Februar von Linde Material Handling übernommen. Trotzdem sind wir weiter eigenständig in der Handlung und Umsetzung.

Wirtschaftsforum: Wie stellt sich die Struktur Ihres Unternehmens heute dar?

Nils Lastig: Unser Unternehmenssitz mit Verwaltung, Werkstatt und Ersatzteillager ist zwar Hamburg, unsere Verkäufer und Servicetechniker sind jedoch in der Fläche über ganz Norddeutschland verteilt. Wir beschäftigen etwa 280 Mitarbeiter und machen über 100 Millionen EUR Umsatz.

Wirtschaftsforum: Und wie hat sich Jetschke wirtschaftlich entwickelt?

Nils Lastig: Wir sind über die Jahrzehnte hinweg konstant und parallel zur Weltlogistik organisch gewachsen. Zweistellige Wachstumsraten wurden natürlich auch durch die weltweiten Warenströme und die Entwicklung von E-Commerce vorangetrieben. Alles, was Warenströme pusht, pusht auch unser Geschäft.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihr heutiges Portfolio aus? Welche Produkte bieten Sie an?

Nils Lastig: Unsere Stammprodukte sind die Flurförderfahrzeuge der Marke Linde, die klassischen großen und kleinen Gabelstapler, die Paletten bewegen, sowie Lagertechnik. Dazu kommen neuerdings unsere digitalen Produkte, also automatisierte Flurförderfahrzeuge. Das sind Maschinen, die zum Beispiel Paletten automatisch bewegen. Deren Boom geht Hand in Hand mit dem Fachkräftemangel. Außerdem beschäftigen wir uns auch immer mit Prozessen. Sie können Logistiktechnik nicht erneuern, um Produktivität, Sicherheit und Ergonomie zu optimieren, ohne sich auch um die entsprechenden Prozesse zu kümmern.

Wirtschaftsforum: Nennen Sie uns doch bitte einige Referenzprojekte, an denen Sie Ihre Kompetenzen beispielhaft erläutern.

Nils Lastig: In der Regel handelt es sich immer um Indoortransporte von A nach B, also um das Bewegen von Paletten mit Ware. Das bezeichnen wir als selbstfahrende (automatisierte) Lagertechnik. Eingesetzt wird solche Technik überall dort, wo Waren auf Paletten bewegt werden. Das können Telefone und Waschmaschinen ebenso wie Computer oder Lebensmittel sein. Dementsprechend ist auch unsere Kundenstruktur. Überall dort, wo Waren auf Paletten automatisch transportiert werden, sind unsere Lösungen gefragt.

Wirtschaftsforum: Wie sieht es bei Ihnen in Sachen Marketing aus?

Nils Lastig: Zurzeit verkaufen wir als Anbieter von Investitionsgütern noch 99% über den persönlichen Kontakt und 1% über das Internet. Es wächst jedoch eine neue Generation von Digital Natives in entsprechende Positionen. Deshalb bauen wir für die Zukunft entsprechende Systeme auch im Social Media-Bereich auf. Bei uns spielt natürlich auch die Beratungsleistung eine wichtige Rolle. Sie müssen mit einem Menschen durch die Halle gehen, sich die Situation dort anschauen und nach einer passenden Lösung suchen.

Wirtschaftsforum: Was sind für Sie die wesentlichen Faktoren, die den Erfolg von Jetschke ausmachen?

Nils Lastig: In der Vergangenheit war es der weltbeste Gabelstapler, den wir anbieten konnten. Hinzu kamen Fleiß und leidenschaftlicher Einsatz. Wir haben auch im klassisch kaufmännischen Sinne immer gut gewirtschaftet. In der heutigen Zeit müssen wir außerdem schneller, besser und agiler sein als die Konkurrenz.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihre Vision vom Unternehmen?

Nils Lastig: Wir möchten der führende Anbieter von Intralogistiklösungen in Norddeutschland sein. Dabei wollen wird das Segment Intralogistik als Vollsortimenter bedienen und außerdem zu den Top 10 der Arbeitgeber gehören.

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