Ein Feuerwerk der Möglichkeiten

Interview mit Thomas Schreiber, Geschäftsführer der WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH

Die letzten Jahre waren für die Feuerwerksbranche besonders herausfordernd. „Wir hatten stabile Umsätze bis zu den Coronajahren, die uns vor enorme Schwierigkeiten stellten“, berichtet Geschäftsführer Thomas Schreiber. Die Produktionsverbote während der Pandemie haben nicht nur die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gefährdet, sondern auch zu einem massiven Rückgang der Mitarbeiterzahl geführt. „Vor Corona hatten wir einmal 500 Mitarbeiter, heute sind es noch 220“, erklärt er.

Aus dem Dunkel ins Licht

Um die Krise zu bewältigen, hat WECO proaktiv gehandelt. „Wir mussten uns selbst in die Überbrückungshilfen bringen, um zu überleben“, sagt Thomas Schreiber. Durch intensive politische Lobbyarbeit konnte das Unternehmen schließlich die notwendige Unterstützung erhalten, um die schwierige Zeit zu überstehen. „Nach den Krisenjahren haben wir unsere besten Jahre erlebt“, fügt er hinzu – ein Beweis für die Resilienz und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens.

Senkrechtstarter

Die WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH wurde im September 1948 von Hermann Weber in Eitorf gegründet und begann zunächst mit der Produktion von Wunderkerzen. „Im Jahr 1954 haben wir unser Sortiment erweitert und uns auf Groß-, Klein- und Bühnenfeuerwerk spezialisiert“, erinnert sich Thomas Schreiber, der heutige Geschäftsführer. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich WECO zu einem der führenden Feuerwerksunternehmen in Europa entwickelt. „Wir sind stolz darauf, der einzige Raketenproduzent auf dem Kontinent mit signifikanten Eigenfertigungskapazitäten zu sein“, fügt Thomas Schreiber hinzu. An den Standorten in Eitorf und Kiel werden etwa 15% des Gesamtumsatzes in eigener Produktion erzielt.

Funken der Innovation

Ein zentrales Merkmal von WECO ist die ständige Innovationsbereitschaft. Thomas Schreiber betont: „Wir bringen jedes Jahr zwischen 30 und 50 Neuheiten auf den Markt.“ Diese Innovationskraft ist entscheidend, um im wettbewerbsintensiven Markt erfolgreich zu sein. „Die Kunden erwarten neue Produkte, und wir arbeiten eng mit unseren langjährigen Partnern in China zusammen, um diese zu entwickeln“, erklärt er. Die Produktpalette reicht von Silvesterraketen über Feuerwerksbatterien bis hin zu Bühnenfeuerwerk. „Über 90% unseres Umsatzes generieren wir aus dem Verkauf von Silvesterfeuerwerk“, sagt Thomas Schreiber. Die Nachfrage nach hochwertigen und effektvollen Produkten ist ungebrochen, was sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegelt. „Die Branche erwirtschaftet mittlerweile circa 200 Millionen EUR“, fügt er hinzu.

Nachhaltigkeit im Rampenlicht

„Wir nehmen die Umweltfragen ernst und haben viel unternommen, um unseren Einfluss zu minimieren“, erklärt Thomas Schreiber. Um die Bedenken zu adressieren, hat WECO eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben, die zeigt, dass die Feinstaubemissionen durch Feuerwerk deutlich geringer sind als häufig angenommen. „Wir produzieren unter 2.000 t Feinstaub, was im Vergleich zu den oft genannten 5.000 t eine signifikante Reduzierung darstellt“, sagt er.

Sicherheit, die nicht verpufft

Das Unternehmen setzt sich auch aktiv gegen den Missbrauch von Feuerwerk ein. „Wir möchten aufklären, dass Feuerwerk kein Werkzeug für illegale Aktivitäten sein sollte“, betont Thomas Schreiber. Die geplanten Aufklärungskampagnen sollen dazu beitragen, das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk zu schärfen.

Qualität, die knallt

Die Qualitätssicherung ist ein weiterer wichtiger Aspekt für WECO. Thomas Schreiber berichtet von einem intensiven Qualitätsprüfungsprozess, der sowohl in Deutschland als auch in den Produktionsstätten in China stattfindet. „Wir haben drei eigene Büros in China mit 16 fest angestellten Mitarbeitern für die dortige Qualitätssicherung“, erklärt er. Dank dieser strengen Kontrollen kann WECO eine Reklamationsquote von nur 500 Fällen bei über einer Milliarde verkaufter Einzelartikel vorweisen. „Die meisten Reklamationen sind Bagatellen, die oft durch falsche Handhabung entstehen“, sagt Thomas Schreiber.

Zukunftsausblick: Ein Feuerwerk der Möglichkeiten

WECO blickt optimistisch in die Zukunft. „Die Voraussetzungen für ein weiteres gutes Jahr sind gegeben. Wir haben gut verkauft, und die Eigenfertigung läuft reibungslos“, sagt Thomas Schreiber. Dennoch bleibt die Unsicherheit, wie der Markt reagieren wird. „Wir wissen erst am 31. Dezember, wie das Jahr wirklich gelaufen ist“, fügt er hinzu.

Zusammenhalt, der Funken schlägt

Die Unternehmenskultur bei WECO ist geprägt von einem starken Zusammenhalt und einem familiären Arbeitsumfeld. „Wir haben eine flache Hierarchie und feiern gerne gemeinsam“, berichtet Thomas Schreiber. Die Mitarbeiter werden gut behandelt, und die Sozialleistungen wurden nach der Coronapandemie weiter ausgebaut. „Wir sind ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und tragen erheblich zur Gewerbesteuer bei“, sagt er stolz.

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