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Interview mit Thomas Stopa, Geschäftsführender Gesellschafter der Happy People GmbH & Co. KG

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Wirtschaftsforum: Herr Stopa, Happy People hat sich im Laufe der Zeit vom klassischen Importeur immer mehr zum Produktentwickler gewandelt, das heißt, die Produktentwicklung steht bei Ihnen im Vordergrund. Trotzdem kommen nach wie vor viele Artikel aus Ihrem Portfolio aus China, wo die Pandemie Anfang des Jahres begann. Wie hat sich das auf Ihre Geschäftstätigkeit ausgewirkt und wie sind Sie bisher durch die Krise gekommen?

Thomas Stopa: Das erste Problem ergab sich durch die Lieferketten. Wir hatten, auch mit Blick auf das chinesische Neujahr, viele Produkte schon im Dezember 2019 geordert und haben die ersten Auswirkungen der Pandemie bereits im Januar gespürt, als es zu Lieferengpässen kam. Diese erste Phase haben wir aber recht gut überstanden. Deutliche Einschränkungen gab es für uns dagegen durch den Lockdown, als der Einzelhandel stillgelegt wurde. Im Sommer gab es dann einen enormen Nachfrageschub, sodass die Absatzzahlen wieder kräftig anzogen. Da hatten wir tatsächlich Schwierigkeiten, die hohe Nachfrage zu befriedigen. Alles in allem war 2020 durch starke Absatzschwankungen gekennzeichnet. Jeder Monat war anders als der andere und es kamen immer neue Herausforderungen auf uns zu.

Wirtschaftsforum: Wie sind Sie diesen Herausforderungen begegnet und welche Beobachtungen haben Sie im Hinblick auf das Kaufverhalten Ihrer Kunden gemacht?

Thomas Stopa: Einer unserer Schwerpunkte ist seit jeher die Wasserwelt, also Produkte wie Luftmatratzen, Wasserspielzeug und Schwimmbecken. Durch Corona sind die Umsätze in diesem Bereich zurückgegangen, weil sich das Freizeit- und auch das Reiseverhalten der Käufer verändert hat. Urlaub am Meer ist derzeit kaum möglich, denn Reiseaktivitäten sind ja stark eingeschränkt. Weil wir davon ausgehen, dass das auch bis ins nächste Jahr so bleibt und die Leute zu Hause Urlaub machen, haben wir darauf reagiert und unser Produktsortiment angepasst, beispielsweise mit aufblasbaren Pools, die im Garten genutzt werden können. Wir haben uns generell stärker auf das Heim- und Gartensegment ausgerichtet. Ein anderer Bereich, in dem sich das veränderte Käuferverhalten bemerkbar macht, sind unsere Lizenzprodukte: Hier orientiert sich die Nachfrage stark an zurzeit aktuellen Fernsehserien, bei denen vor allem Kinder die Zielgruppe bilden. Das bedeutet: Kinder sehen zurzeit deutlich mehr fern.

Wirtschaftsforum: Wie haben Sie sich im Vertrieb auf die aktuelle Lage eingestellt?

Thomas Stopa: Wir befinden uns hier in einem Dilemma: Der Onlinehandel hat durch Corona extrem zugenommen. Wir unterstützen jedoch den stationären Handel, weil wir der Meinung sind, dass ein echtes Einkaufserlebnis nur möglich ist, wenn man die Dinge in die Hand nehmen, sie anfassen kann. Auch eine gute Beratung ist nur analog möglich, und gerade diese ist wichtig für den Absatz. Wir sind in der Vergangenheit dank des stationären Handels gewachsen und sehen hier für uns auch in Zukunft weitere Entwicklungschancen – deshalb ist es heute an uns, ihm ein bisschen zurückzugeben, indem wir ihn stärken.

Wirtschaftsforum: Wie wollen Sie das angehen? Verfolgen Sie dabei eine bestimmte Strategie?

Thomas Stopa: Wir haben mit einem kleinen Schritt in die richtige Richtung begonnen, indem wir unseren Mitarbeitern ihr Weihnachtsgeld bereits im Oktober ausgezahlt haben. Es war abzusehen, dass es zu einem erneuten Lockdown kommen würde und wir wollten unseren Mitarbeitern ermöglichen, es bereits frühzeitig in den stationären Handel zu bringen. Das haben wir ihnen gegenüber so kommuniziert und so haben sie es auch aufgenommen.

Wirtschaftsforum: Stichwort Onlinehandel und digitale Transformation: Wie kann beides dem stationären Handel vielleicht auch helfen?

Thomas Stopa: Wir selbst werden ab März des kommenden Jahres ein eigenes Onlineportal für unsere B2C-Kunden anbieten. Und damit sehen wir uns als Partner des stationären Handels, nicht als Wettbewerber, denn so können wir die Preise marktgerecht gestalten – eine Möglichkeit, die uns sonst nicht gegeben wäre, denn der Preiswettbewerb hat durch den Onlineverkauf deutlich zugelegt. Wir nutzen die Digitalisierung auch als Brücke zum Endkunden. Auf mehreren unserer Produkte befinden sich QR-Codes, etwa auf Zelten oder Pools. Der Kunde scannt sie ein und gelangt direkt zu einem Video, das Anleitung gibt, wie er das Produkt aufbauen kann.

Wirtschaftsforum: Was erwarten Sie vom kommenden Jahr, haben Sie schon eine Prognose?

Thomas Stopa: Es ist momentan sehr schwierig, mittel- und langfristig zu planen – wer kann schon wissen, was die Pandemie noch bringt? Derzeit erholt sich die Wirtschaft in China wieder. Dennoch gab es starke Rückstände, was ebenso wie die starke Nachfrage zu einer Preiserhöhung geführt hat. Trotzdem sind wir mit Blick auf die Zukunft grundsätzlich positiv gestimmt: Wir haben tolle, marktgängige Produkte und immer wieder neue Entwicklungen in der Pipeline.

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