Technologie, die Lebensqualität verbessert

Interview mit Larry Jasinski, Geschäftsführer der Lifeward GmbH

Die Erfolgsgeschichte begann mit einer persönlichen Erfahrung: Dr. Amit Goffer, Gründer von ReWalk Robotics, erlitt selbst eine Querschnittslähmung. Seine Konsequenz war jedoch nicht Resignation, sondern Erfindungsgeist. Er entwickelte das erste Exoskelett, das gelähmten Menschen das Gehen wieder ermöglichte. Larry Jasinski und sein Team übernahmen die technologische Weiterentwicklung und schufen in sieben Generationen ein serienreifes Produkt. Dabei war der Input der Nutzer entscheidend. „Wir haben stets auf das gehört, was Patienten, Ärzte und Therapeuten uns gesagt haben“, so Larry Jasinski, CEO von Lifeward Inc. und Geschäftsführer der Lifeward GmbH.

Neben der technischen Reife war der Zugang zum Produkt ein weiterer Meilenstein. Deutschland nahm hier international eine Vorreiterrolle ein: Als erstes Land übernahm es die Kosten für das Exoskelett über die gesetzliche Krankenversicherung. „Das deutsche Gesundheitssystem war richtungsweisend – eine Entwicklung, die wir stolz in andere Länder tragen konnten“, sagt Larry Jasinski.

Technologie, die sich anpasst und weiterdenkt

Zwei Produkte tragen heute maßgeblich zum Umsatz von Lifeward bei: das Exoskelett ReWalk und das Laufband-System AlterG® Anti-Gravity System, das mithilfe von Luftdruck die Schwerkraft reduziert. Während ReWalk als in Deutschland anerkanntes und erstattungsfähiges Hilfsmittel für den Einsatz im Alltag konzipiert ist – von Spaziergängen im Park bis zum Gang über die Straße – richtet sich AlterG® vor allem an Rehakliniken und Spitzensportler. Beide Technologien ergänzen sich in der Philosophie, individuelle Beweglichkeit und Therapieerfolge zu fördern.

Doch Lifeward denkt bereits weiter. Eine neue Generation von Exosuits, also tragbaren Assistenzsystemen für einzelne Gelenke, soll künftig Menschen mit Schlaganfall, Parkinson oder Multipler Sklerose unterstützen. „Wir entwickeln Technologien, die sich an das Leben der Menschen anpassen, nicht umgekehrt“, betont Larry Jasinski. Ein zukunftsweisender Schritt ist auch die Integration von künstlicher Intelligenz: Im April 2025 präsentierte das Unternehmen eine erste KI-basierte Version des ReWalk. Das System erkennt Bewegungsmuster, Hindernisse und Gegebenheiten in Echtzeit. „So kann das Gerät intuitiv auf Alltagssituationen reagieren – das ist der nächste Schritt zur echten Selbstständigkeit“, so Larry Jasinski.

Stark durch Überzeugung – auch in Krisenzeiten

Dass Lifeward kein gewöhnliches Medizintechnikunternehmen ist, zeigte sich in den vergangenen Jahren besonders deutlich. Trotz Pandemie, Lieferkettenproblemen und geopolitischer Spannungen – etwa am Standort Israel – blieb das Unternehmen stabil. Das liegt auch am inneren Antrieb des gesamten Teams: „Es geht bei uns um weit mehr als Technologie – es geht um Lebensqualität“, sagt Larry Jasinski. Diese Haltung spiegelt sich auch auf Messen wider. Bei Veranstaltungen wie der RehaCare oder TheraPro begegnen Fachbesucher nicht nur Maschinen, sondern Menschen – Patienten, die mit ReWalk durchs Messegelände laufen.

„Das zeigt mehr als jede Produktbroschüre, was unsere Technologie bewirkt.“ Auch in den kommenden Jahren will Lifeward wachsen – strategisch, nachhaltig und mit klarem Fokus. Märkte wie die USA, Deutschland und zunehmend auch andere europäische Länder stehen im Fokus. Ziel ist die Profitabilität innerhalb der nächsten 15 Monate – und die weitere Verbesserung der Versorgungslage für Menschen mit neurologischen Einschränkungen weltweit. „Wir geben nicht nur Mobilität, sondern auch ein Stück Alltag, Familie und Lebensfreude zurück“, sagt Larry Jasinski abschließend. 

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