„Mitarbeiter begeistern heißt Kunden begeistern“

Interview mit Mag. Rainer Deisenhammer, Inhaber der GW Cosmetics GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Deisenhammer, was hat GW Cosmetics besonders geprägt, seit Sie dabei sind?

Rainer Deisenhammer: Ich habe das Unternehmen vor 17 Jahren übernommen. Gegründet wurde es schon 1930. Für mich war immer die Begeisterung der Menschen und für die Menschen am wichtigsten. Wenn wir begeisterte Menschen haben, können wir tolle Produkte entwickeln. Diese Begeisterung spüren auch die Kunden. Wir wollen, dass auch sie Freude an den Produkten haben und versprechen nichts, was wir nicht halten können. Diesen Grundsatz leben wir, und der Erfolg gibt uns Recht. Das Pandemie-Jahr war das erfolgreichste in unserer Geschichte.

Wirtschaftsforum: Wie kommt das?

Rainer Deisenhammer: Wir haben zum einen Profiprodukte, die in Friseur- und Schönheitssalons verwendet werden. Damit sind wir quasi auf der ganzen Welt vertreten. Daneben bieten wir ähnliche Produkte, die der Endkunde im Handel erwerben kann. Während der Pandemie waren zwar die Salons geschlossen, aber gleichzeitig lief das Retail-Geschäft mit den Drogerien sehr erfolgreich.

Wirtschaftsforum: Wie ist GW Cosmetics heute aufgestellt?

Rainer Deisenhammer: Wir entwickeln und produzieren alles selbst an unserem Standort in Leopoldsdorf und vertreiben die Produkte über unsere Vertriebsgesellschaft. Das soll auch so bleiben. Denn die Menschen sind heute zunehmend daran interessiert, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt werden. Rund 130 Mitarbeiter sind bei GW Cosmetics beschäftigt. 2020 betrug unser konsolidierter Umsatz knapp 40 Millionen EUR. Als ich das Unternehmen 2004 übernommen habe, haben wir mit 23 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,5 Millionen EUR erzielt. Bei der Anwendung unserer Produkte im Dienstleistungsbereich sehen wir noch viel Luft nach oben. Unser Umsatzziel liegt bei 55 Millionen EUR in fünf Jahren.

Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie Ihre Aufgaben als Inhaber des Unternehmens?

Rainer Deisenhammer: Meine Aufgabe war es immer, neue Märkte und Kunden zu gewinnen und spannende Produkte auf den Markt zu bringen. Deshalb bin ich selten im Unternehmen. Am Schreibtisch macht man kein Geschäft. Geschäfte macht man beim Kunden. Ich, aber auch jeder Mitarbeiter, muss herausfinden, was der Kunde von uns möchte. Wenn wir ihm das bieten können, sind wir glücklich, weil wir den Kunden glücklich gemacht haben. Meine Mitarbeiter wissen, dass es mir nicht darum geht, immer mehr Umsatz zu machen, sondern darum, dass wir begeisterte Mitarbeiter haben. Der Erfolg kommt dann von selbst.

Wirtschaftsforum: Wodurch zeichnet sich GW Cosmetics besonders aus?

Rainer Deisenhammer: Wir haben drei eigene Marken. Mit RefectoCil sind wir weltweiter Marktführer bei Brauen- und Wimpernfarbe im Dienstleistungsbereich. BeautyLash ist die Marke für die Anwendung zu Hause. Mit Master Lin haben wir außerdem eine hochwertige Naturkosmetikmarke, die auf der traditionellen chinesischen Medizin basiert. Unser viertes Standbein sind Private Label-Produkte. Von all unseren Mitbewerbern unterscheiden wir uns zum einen durch die Qualität – neun von zehn Friseuren in Österreich verwenden unser Produkt. Zum anderen sind wir die einzigen, die Serviceleistungen bieten. In unserer eigenen Schulungsakademie bieten wir Schulungen für die Kosmetikerinnen, die unsere Produkte verwenden.

Wirtschaftsforum: Welche Wege gehen Sie in Sachen Marketing?

Rainer Deisenhammer: Wir nutzen Print und Social Media sowie unseren Online-Newsletter. Daneben bieten wir im Profibereich Veranstaltungen an und schreiben jetzt einen Preis für das beste Ergebnis im Brow & Lash Styling aus. Durchgeführt werden diese Aktionen von unseren Partnern in den verschiedenen Ländern. Außerdem fördern wir Kunst und Kultur. Wir unterstützen Festivals und wir arbeiten mit Markenbotschaftern. Für die Marke Master Lin haben wir zum Beispiel eine bekannte Opernsängerin gewonnen. Dieses Engagement hat folgenden Hintergrund: Die Marke RefectoCil zum Beispiel ist zwar recht bekannt. Aber die wenigsten wissen, dass sie aus Österreich kommt. Diesen Missstand wollen wir beheben, indem wir das Unternehmen stärker in die Öffentlichkeit bringen.

Wirtschaftsforum: Was sehen Sie, wenn Sie in die Zukunft der Branche und Ihres Unternehmen blicken?

Rainer Deisenhammer: Der Trend geht immer mehr in Richtung natürliche Rohstoffe und Nachhaltigkeit. Diesen Weg gehen wir auch, machen aber nicht alles mit. Denn nicht alles, was als nachhaltig angepriesen wird, ist es auch. Wir wollen einfach unseren Weg weitergehen. Denn viel mehr als bisher kann man eigentlich nicht machen.

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