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Ein Handicap, das die Tür zur Zukunft öffnet

Interview mit Eicko Schulz-Hanßen, Geschäftsführer der Golf Club St. Leon-Rot Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG

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Wirtschaftsforum: Herr Schulz-Hanßen, was macht die Besonderheit des Golf Clubs St. Leon-Rot aus?

Eicko Schulz-Hanßen: Unser Anspruch ist es, in allem, was wir tun, zu den Top 5 Golfanlagen in Deutschland zu gehören. Das ist uns am wichtigsten. Wir sind mit Lust und Leidenschaft bei der Sache und alles, was wir tun, entsteht aus dieser Leidenschaft und ist innovativ. Wir zählen ganz klar zum Premium-Segment und haben Championship-Plätze, auf denen auch schon echte Champions, wie zum Beispiel Tiger Woods, Colin Montgomerie oder Bernhard Langer, gespielt haben. Unsere Championship Plätze sind in zwei verschiedenen Designs angelegt, einer als Parkland Court und einer als Inland Links-Course Design. Nicht zuletzt dank der sportlichen Leidenschaft der Familie Hopp, die sich immer wieder um Innovationen bemüht, suchen unsere Übungsflächen weltweit ihresgleichen. Wir sind, im Vergleich zu anderen Golfvereinen, zudem ein sehr aktiver Club. Unser Men’s Day zum Beispiel hat rund 400 Mitglieder, die sich 19-mal im Jahr zu Veranstaltungen treffen.

Wirtschaftsforum: Dietmar Hopp engagiert sich mit seiner Stiftung sehr für die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Welche Rolle spielen junge Menschen für den Golf Club St. Leon Rot?

Eicko Schulz-Hanßen: Eigentlich müsste Golf eine attraktive Sportart für junge Leute sein. Wir haben es zu unserer Mission gemacht, jungen Menschen den Golfsport nahezubringen. Wir beginnen damit im Breitensport mit ganz kleinen Kindern ab zwei Jahren als Freizeitspaß an der frischen Luft und bieten ab dem Alter von 16 Jahren Leistungssport an. Dazu arbeiten wir mit hervorragenden Jugendtrainern zusammen, die die Kinder entsprechend Ihrem Talent individuell fördern.

Wirtschaftsforum: Sie verbinden hier also soziales Engagement mit Leistungssport?

Eicko Schulz-Hanßen: Nicht nur das. Wir verbinden soziales Engagement und Bildung mit Leistungssport. Wir haben schon vor 20 Jahren mit der Initiative „Anpfiff ins Leben e.V.“ der Dietmar Hopp Stiftung Leistungssport und Bildung unter ein Dach gebracht, mit besonderen Förder- und Lernprogrammen. Schon damals haben wir zum Beispiel das „Eishockey-Abitur“ angeboten. Zu dieser Zeit haben nur wenige Eishockey-Spieler das Abitur gemacht. Einige unserer Anpfiff-Athleten haben so gute Leistungen erbracht, dass sie Stipendien in Amerika erhalten haben. Wir schaffen also einen sozialen und sportlichen Bildungssockel. Dabei heben wir die sportliche Leistung und die akademische Bildung, je nach Talent, auf ein hohes Niveau. Vor Kurzem haben wir mit dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar hier in St. Leon-Rot ein Sportinternat ins Leben gerufen. Hier fördern wir Mädchen und Jungen, die sich für Golf als Leistungssport interessieren. Im LÖWENROT-Gymnasium haben wir eine Leistungssportklasse etabliert. Die Kinder sind nur noch ein Drittel ihrer Zeit in der Schule. Rund 80% ihrer Zeit verbringen Sie bei uns hier im Golf Club und werden von Lehrern in Kleinstgruppen unterrichtet.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Digitalisierung für Ihr Förderkonzept?

Eicko Schulz-Hanßen: Selbstverständlich setzen wir digitale Medien ein. Unsere Förder- und Bildungseinrichtungen sind alle mit iPads ausgestattet. Der Golf-Verband beschäftigt sich aktuell ebenfalls mit dem Thema 'Digitalisierung des Sports' und dem 'E-Sport'. Wenn eine solche Digitalisierung des Sports der Weg in die Herzen der jungen Menschen ist, dann hat das für uns Potenzial. Wir stehen diesen Entwicklungen offen gegenüber. Wir gehen mit der Jugend mit und integrieren dazu die haptische und die digitale Welt.

Wirtschaftsforum: Gerade für die jungen Leute ist das Thema Nachhaltigkeit häufig eine echte Herzensangelegenheit. Wie nehmen Sie sich diesem Thema an?

Eicko Schulz-Hanßen: Nachhaltigkeit ist für uns ein entscheidendes Thema, denn unsere Anlage umfasst rund 200 ha, darunter auch öffentliche Wanderwege. Wir haben auf der Anlage über 200 Obstbäume gepflanzt und Bienenhotels angelegt. Da unsere Anlage die gesamte Nahrungskette in ihrer Artenvielfalt abbildet und es bei uns auch Eisvögel, Springfrösche, Dachse, Füchse und Wildschweine gibt, mähen wir zum Beispiel nicht überall. Im Rahmen unseres 25-jährigen Jubiläums, das wir im nächsten Jahr am 26. April begehen werden, machen wir mit BIOPLAN eine Artenerhebung. Wir werden zum Jubiläum unseren ökologischen Footprint zeigen und deutlich machen, dass wir ein Teil der Lösung sind. Wer hier Golf spielt, trägt dazu bei, dass unsere 200 ha Anlage eine bessere Biodiversitäts-Oase ist als zum Beispiel ein landwirtschaftliches Nutzfeld. Inzwischen hat auch die Politik erkannt, dass wir zum Thema Biodiversität ein Goldschatz sind. Mit der KLIMA ARENA in Sinsheim hat Dietmar Hopp außerdem eine spielerische Erlebniswelt und zugleich einen Wissensspeicher rund um das Thema Nachhaltigkeit geschaffen, die sich mit den großen Herausforderungen unserer Zeit beschäftigen.

Wirtschaftsforum: Haben Sie, hat Herr Hopp eine Vision für den Golf Club St. Leon-Rot?

Eicko Schulz-Hanßen: Unser Gründer Dietmar Hopp hat ein klares Ziel: Wir wollen einer der schönsten Golf-Clubs in Deutschland mit den nettesten Mitgliedern sein. Das bedeutet also, Top-Qualität und ein breites Service-Angebot zu liefern. Dabei wird es bei uns aber immer um die Menschen selbst gehen. Wir sind eine Netzwerk-Plattform von Menschen für Menschen. Bei uns sollen die Menschen sich austauschen und eine gute Zeit haben. Für unsere St. Leon-Rot Academy haben wir eine ausgeprägte Vision. Wir sind hier sehr ehrgeizig und ernten dafür häufig ein Naserümpfen. Aber wir sind der Ansicht, dass wir große Ziele ausloben müssen, denn sonst dürfen wir von der Jugend auch keine sportlichen Höchstleistungen erwarten.

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