Fortschritt braucht starke Verbindungen
Interview mit Alexander Kinzel, geschäftsführender Gesellschafter Maxim Faber, geschäftsführender Gesellschafter und Naim Gasmi, geschäftsführender Gesellschafter

Wirtschaftsforum: Herr Kinzel, Herr Faber, Herr Gasmi, Sie haben GFK Ingenieure gemeinsam gegründet. Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt?
Naim Gasmi: Wir hatten zuvor bereits eng zusammengearbeitet und festgestellt, dass wir fachlich und menschlich sehr gut harmonieren. Irgendwann haben wir uns gefragt, was wir als Arbeitgeber besser machen könnten. Dabei ging es uns nicht darum, einzelne Vorteile anderer Unternehmen zu kopieren. Wir wollten vielmehr dort ansetzen, wo es aus unserer Sicht häufig Defizite gibt: bei Verlässlichkeit, Wertschätzung, Familienfreundlichkeit und einem ehrlichen Miteinander.
Alexander Kinzel: Uns verbindet außerdem ein ähnlicher beruflicher Hintergrund. Naim und ich kommen aus der Elektrotechnik, Maxim ist Bauingenieur. Wir haben umfangreiche Erfahrungen in der Infrastruktur und insbesondere im Bahnsektor gesammelt. Diese unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich sehr gut. Entscheidend war jedoch das gegenseitige Vertrauen. Auf dieser Grundlage ist GFK Ingenieure entstanden.
Wirtschaftsforum: Welche Werte prägen das Unternehmen heute?
Naim Gasmi: Unsere vier zentralen Werte sind Familie, Loyalität und Leidenschaft, Qualität und Kompetenz sowie Innovation. Familie bedeutet für uns Rückendeckung, Vertrauen und Verlässlichkeit. Das zeigt sich ganz praktisch: Unsere Büros verfügen über große, offen zugängliche Kinderzimmer. Wenn Schulen oder Kindergärten geschlossen sind, können die Kinder mitkommen. Wir alle haben Familien und wissen, dass beruflicher Einsatz nur funktioniert, wenn auch das private Umfeld berücksichtigt wird.
Wirtschaftsforum: Wie sichern Sie bei Ihrem schnellen Wachstum die fachliche Qualität?
Alexander Kinzel: Wissenstransfer spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir führen regelmäßig interne Schulungen durch, in denen unsere Fachleute Erfahrungen und aktuelles Wissen weitergeben. Die Themen kommen unmittelbar aus der Praxis – beispielsweise aus dem Projektmanagement, der Terminplanung oder dem Bau- und Vertragsrecht. Aus diesem Ansatz ist die GFK Akademie hervorgegangen. Wir bieten bereits Schulungskonzepte für Kunden, Partnerunternehmen und Baufirmen an. Damit verbinden wir theoretisches Wissen gezielt mit den Anforderungen konkreter Projekte.
Wirtschaftsforum: Was verstehen Sie unter Innovation?
Naim Gasmi: Innovation bedeutet für uns, den Mitarbeitenden zuzuhören und gute Ideen tatsächlich umzusetzen. Ein Beispiel ist unser Multikopter-Team. Der Impuls dafür kam aus der Belegschaft. Heute verfügen wir über mehr als zehn ausgebildete Piloten und setzen Multikopter unter anderem für Bestandsaufnahmen, Bauwerksinspektionen, Soll-Ist-Vergleiche und die Dokumentation des Baufortschritts ein. Das erhöht die Transparenz und kann Zeit, Kosten und Risiken reduzieren.
Wirtschaftsforum: Der Schwerpunkt Ihres Geschäfts liegt in der Eisenbahninfrastruktur. Welche Leistungen decken Sie dort ab?
Maxim Faber: Wir begleiten Projekte sehr umfassend: von Projektleitung und Projektsteuerung über die Planung verschiedener Gewerke bis zur Bauüberwachung sowie Plan- und Abnahmeprüfung. Dabei arbeiten wir sowohl an großen, öffentlich bekannten Vorhaben als auch an kleineren Maßnahmen. Zu unseren Projekten zählen unter anderem Generalsanierungen, der digitale Knoten Stuttgart und die S4 in Hamburg. Gleichzeitig betreuen wir rund 100 Bahnübergänge.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet GFK Ingenieure aus Kundensicht von anderen Anbietern?
Maxim Faber: Was wir intern leben, übertragen wir auf die Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir kalkulieren fair, kommunizieren transparent und stehen zu unserem Wort. Auch bei knappen Kapazitäten nutzen wir Engpässe nicht aus. Unsere Kunden sollen wissen: Bei uns ist drin, was draufsteht.
Alexander Kinzel: Hinzu kommt unsere breite fachliche Aufstellung. Unsere Mitarbeiter arbeiten nicht lediglich ein Leistungsverzeichnis ab. Wenn in einem Projekt ein Problem entsteht, bündeln wir die Kompetenzen im Unternehmen und suchen nach einer tragfähigen Lösung. Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Einzelleistungen zu verkaufen, sondern das gesamte Projekt zum Erfolg zu führen.
Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?
Naim Gasmi: Uns treibt keine bestimmte Zahl bei Beschäftigten oder Standorten an. Natürlich muss ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein. Langfristig entscheidend ist für uns aber, dass unsere Werte ihre Bedeutung behalten. Wenn uns das gelingt und wir dauerhaft hohe Qualität liefern, ist weiteres Wachstum eine Folge guter Arbeit – nicht der alleinige Zweck unseres Handelns.
Maxim Faber: Gleichzeitig stellen wir uns bewusst breit auf. Wir investieren auch in Bereiche, die aktuell weniger stark nachgefragt werden, etwa den Hochbau. So können wir Chancen nutzen, wenn sich Märkte verändern, und unseren Mitarbeitenden langfristige Sicherheit bieten. Diese Verbindung aus Diversifizierung, Qualität und Verlässlichkeit ist die Grundlage unserer weiteren Entwicklung.












