Alte Anlagen mit neuester Technologie fit für die Zukunft machen

Interview mit Daniel Zeidler, CEO der Gebrüder Meier AG

Wirtschaftsforum: Herr Zeidler, die Gebrüder Meier AG ist mittlerweile schon seit über 100 Jahren im Markt aktiv. Welche Leistungen stehen heute im Zentrum Ihrer Unternehmenstätigkeit?

Daniel Zeidler: Wir sind unserer Kernkompetenz immer treu geblieben und engagieren uns somit auch heute noch vornehmlich in der Reparatur, Wartung und Revision von Motoren, Generatoren und Getrieben, wobei sich dieses Leistungsspektrum durch mehrere Unternehmensakquisitionen und neue Standorterschließungen in unserer Firmenbiografie sukzessive erweitert hat und heute auch Themenfelder wie Notstromaggregate sowie den Steuerungsbau erfasst, in dessen Rahmen wir für unsere Kunden ganze Produktionslinien automatisieren.

Viele der von uns gewarteten und instandgesetzten Maschinen sind dabei schon über ein Jahrhundert alt, weshalb das Wissen um die erforderlichen technischen Reparaturverfahren im Markt immer knapper wird. Dank unserer dezidierten Spezialisierung auf diese Fragestellungen kann die Gebrüder Meier AG hier jedoch weiterhin als kompetenter Partner auftreten und hat so das Vertrauen vieler Kunden mit hohen Anforderungen an ihren Maschinenpark gewonnen.

Wirtschaftsforum: Wird dieses Leistungsspektrum auch perspektivisch Ihre Unternehmenstätigkeit bestimmen?

Daniel Zeidler: Wir sehen in diesem Themenfeld auch für die Zukunft eine bedeutsame und einträgliche Nische und wollen unsere Position als starker Knowhow-Träger weiter schärfen, um unseren Kunden nicht zuletzt durch unsere hohe Expertise im Sondermaschinenbau einen nachhaltigen Mehrwert zu bieten. Während oftmals vornehmlich Standardlösungen angeboten werden, legen wir unser starkes Augenmerk auf die spezifischen Anforderungen, für die der Kunde eine maßgeschneiderte Lösung erwartet – genau an diesem Punkt liegt die gewachsene Stärke der Gebrüder Meier AG. Obwohl wir uns oftmals mit sehr alten Anlagen beschäftigen, greifen wir dabei auf modernste Methoden zurück, um Themen wie Preventive Maintenance und künstliche Intelligenz sinnvoll bespielen zu können. Hier sehe ich auch für unser Unternehmen in den nächsten Jahren ein starkes Entwicklungspotenzial.

Wirtschaftsforum: Wenn das fachliche Know-how zur Instandhaltung und Reparatur dieser Anlagen und Maschinen im Markt immer knapper wird – wie gelingt es dann der Gebrüder Meier AG, diese Expertise in Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels im eigenen Unternehmen abzubilden?

Daniel Zeidler: Natürlich müssen wir dabei zuvorderst als attraktiver Arbeitgeber auftreten – doch das ist bei uns keine Angelegenheit, die vornehmlich den Hochglanzprospekten vorbehalten bleibt, sondern wird von uns täglich im betrieblichen Alltag gelebt. Ein besonders wichtiger Aspekt fällt dabei unserer Unternehmenstätigkeit und der Breite unseres Leistungsspektrums zu: Zu unserem Portfolio gehören kleinere Antriebe und Getriebe bis hin zu den Großmaschinen mit Stückgewichten über 100 t, welche wir neben der Revision auch neu konstruieren und herstellen. Abwechslungsreichtum und spannende fachliche Herausforderungen sind unseren Mitarbeiterinnen damit garantiert, wovon sich gerade besonders engagierte und kompetente Fachkräfte gerne begeistern lassen. Gleichzeitig investieren wir auch bei unserer Belegschaft nachhaltig in die Zukunft – auf aktuell circa 170 Mitarbeiter kommen derzeit zwölf Auszubildende an unseren drei Standorten in Bern, Luzern und Zürich. Mit unserer klaren Positionierung als Ausbildungsbetrieb legen wir dabei sicherlich einen besonders wichtigen Grundstein für die Zukunft unseres Unternehmens. Hinzu kommt die gesamtwirtschaftliche Bedeutung unseres Geschäftsfeldes: denn mit unserem Commitment zur Reparatur und Instandhaltung von bisweilen auch sehr alten Anlagen leisten wir einen echten Beitrag zu einer guten Nachhaltigkeitsbilanz auf dem Weg zu einer Circular Economy – eine Haltung, die gerade viele junge Menschen mit besonderem Enthusiasmus teilen. Dieses Herzblut und die besonders starke Kundenorientierung machen sicherlich den Wesenskern der Gebrüder Meier AG aus – und ein besseres Erfolgsrezept für die Zukunft kann ich mir kaum vorstellen.

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