Bauen mit Handschlagqualität

Interview mit Jürgen Fien, Geschäftsführer der Fien GmbH Bauunternehmen

Die Geschichte der Fien GmbH begann 1954 mit der Gründung durch Josef Fien. Seine Enkel Sigfried und Werner übernahmen den Betrieb 1979 und entwickelten ihn in den 1990er Jahren weiter. Nach einer schwierigen Phase Anfang der 2000er-Jahre wurde das Unternehmen als Einzelfirma weitergeführt. 2011 stieg Jürgen Fien in den Betrieb ein. 2015 erfolgte die Umfirmierung zur Fien GmbH. Seit 2024 führt er das Unternehmen, das heute 40 Mitarbeitende beschäftigt, allein.Breit aufgestellt, regional ­verwurzelt
Das Leistungsspektrum reicht von Sanierungen und Wohnungsbau bis zu Gewerbe- und Industrieprojekten. Neben kleineren Aufträgen übernimmt das Unternehmen auch Rohbauprojekte mit einem Volumen von bis zu 5 Millionen EUR. Zu den jüngsten Referenzen zählen der Neubau einer Bank mit Wohnungen sowie ein größeres Industrieprojekt.

Die meisten Baustellen liegen im Umkreis von rund 25 km um Wehr. Viele Aufträge entstehen über Empfehlungen und Stammkunden. „Zuverlässigkeit, hohe Qualität und Termintreue sind unsere größten Stärken“, sagt Jürgen Fien. Vom Vergabegespräch über die Baustelle bis zur Abrechnung bleibt er persönlich eingebunden. Entscheidungen können schnell getroffen werden, zugleich wissen Kunden jederzeit, wer für ihr Projekt verantwortlich ist.

Digitalisierung als Langstrecke
Die Digitalisierung zählt zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Rapportwesen, Fotodokumentation, Planverwaltung und Abrechnung sollen stärker miteinander verknüpft werden. Die Herausforderung liegt in der Vielzahl unterschiedlicher Systeme. Neue Lösungen müssen parallel zum laufenden Betrieb eingeführt, von den Mitarbeitenden akzeptiert und mit Kunden, Steuerberatung und weiteren Partnern abgestimmt werden. Digitalisierung ist für Jürgen Fien deshalb kein kurzer Kraftakt, sondern ein Prozess über Monate und Jahre. Auch bei der Nachwuchsgewinnung geht das Unternehmen neue Wege. Über Instagram zeigt Fien Einblicke in Baustellen, Team und Arbeitsalltag. Das wirkt: Nach vielen Jahren ohne Bewerbungen interessieren sich wieder junge Menschen für Ferienjobs und Ausbildungsplätze. Moderne Arbeitskleidung, gutes Werkzeug und ein respektvoller Umgang gehören ebenso dazu wie verlässliche Perspektiven.

Mittelstand mit Handschlag­qualität
Die Unternehmenskultur ist familiär und direkt. Viele Mitarbeitende sind seit Jahren im Betrieb. Künftig möchte man bei Fien Prozesse vereinfachen, Fachkräfte halten und Leistungen wie betriebliche Altersvorsorge oder Bonusmodelle ausbauen. Wachstum bleibt möglich, doch nicht um jeden Preis. Entscheidend ist, dass Qualität, persönliche Verantwortung und der Zusammenhalt im Team erhalten bleiben.

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