Textile Verlässlichkeit, die Generationen verbindet
Interview mit Jochen Geiger, Geschäftsführer der Geiger Textil GmbH

Die Geschichte der Geiger Textil GmbH begann 1936 mit einer kleinen Wäscherei für Privathaushalte. Heute zählt das Familienunternehmen mit rund 380 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von etwa 37 Millionen EUR zu den größten mittelständischen Textildienstleistern Deutschlands. Am Stammsitz in Bad Säckingen werden textile Mietsysteme für Industrie und Gesundheitswesen aufbereitet. Ergänzt wird das Unternehmen durch Standorte in der Schweiz und in Ettlingen.
Rund 60% des Umsatzes erwirtschaftet Geiger inzwischen im Schweizer Markt. Seit 1989 führen die Brüder Jochen und Thomas Geiger das Unternehmen gemeinsam in 3. Generation. Was damals mit rund 25 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 600.000 EUR begann, entwickelte sich kontinuierlich weiter. Nun steht bereits die nächste Übergabe bevor: Frederik Geiger übernimmt schrittweise Verantwortung und wird das Unternehmen künftig in 4. Generation führen „Der Betrieb ist wirklich in der Lage, weitergeführt zu werden“, sagt Jochen Geiger. „Vieles wurde über Jahre aufgebaut und konsequent weiterentwickelt.“
Innovation mit persönlicher Handschrift
Das Wachstum basiert nicht auf aggressivem Vertrieb, sondern auf langfristigen Beziehungen. „Wir haben noch nie einen Kunden aktiv akquiriert“, betont Jochen Geiger. Stattdessen wächst das Unternehmen seit Jahrzehnten durchschnittlich um rund 10% pro Jahr, und zwar ausschließlich durch Empfehlungen. Die durchschnittliche Kundenbindung von 19,5 Jahren spricht ebenso für diese Philosophie wie die Verbundenheit vieler Mitarbeitender.
Technologische Weiterentwicklung gehört dennoch selbstverständlich dazu. Bereits 2010 setzte Geiger Textil als einer der ersten Anbieter RFID-Chips zur Nachverfolgung von Berufskleidung und Flachwäsche ein.
Digitalisierung, Automatisierung und moderne Prozesstechnik werden kontinuierlich ausgebaut. Gleichzeitig investiert das Unternehmen konsequent in Nachhaltigkeit. Ein neuer Dampferzeuger reduziert den Gasverbrauch um rund 20%, eine Photovoltaikanlage mit 1.100 Modulen deckt inzwischen rund 40% des Strombedarfs. Auch schwierige Zeiten bestätigten den eingeschlagenen Weg. Während der Coronapandemie blieb der Betrieb trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen jederzeit lieferfähig und versorgte Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Industriekunden zuverlässig weiter. Heute beschäftigen vor allem steigende Energiekosten und der Fachkräftemangel den Mittelständler. Für Jochen Geiger bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor jedoch unverändert: „Das beste Marketing ist, die Leute gut zu behandeln.“ Mit dieser Haltung und einer sorgfältig vorbereiteten Nachfolgeregelung sieht er das Unternehmen bestens für die kommenden Jahrzehnte aufgestellt.










