Architektur, Technik und Sonnenschutz im Einklang

Interview mit Kurt Faltenbacher, Geschäftsführer der Faltenbacher Jalousienbau GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Faltenbacher, wie hat sich die Faltenbacher Jalousienbau GmbH & Co. KG seit der Gründung entwickelt?

Kurt Faltenbacher: Mein Vater hat das Unternehmen 1967 auf dem Dachboden gegründet und zunächst Innen- und Außenjalousien produziert. Später kamen eine größere Werkstatt, neue Hallen sowie weitere Produktbereiche wie Rollläden und Markisen hinzu. Ich bin 1995 in die Unternehmensführung eingestiegen und habe den Betrieb übernommen. Heute führe ich das Unternehmen gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer. Ein großer Meilenstein war 2016 der Umzug an unseren heutigen Produktionsstandort mit inzwischen 12.000 m2 Fläche. 2017 haben wir den Bereich integrierter Sonnenschutzsysteme von Roth nach Düsseldorf verlagert, zusätzlich produzieren wir in Plauen. Heute beschäftigen wir rund 130 Mitarbeiter an den Standorten Erbendorf, Düsseldorf/Willich und Plauen und erwirtschaften etwa 13 Millionen EUR Umsatz.

Wirtschaftsforum: Was umfasst Ihr Portfolio heute?

Kurt Faltenbacher: Wir fertigen nahezu alles rund um Sonnenschutz: außenliegende Systeme wie Raffstores, Jalousien, Markisen, Markisoletten oder Lamellendächer ebenso wie innenliegenden Sonnenschutz, Stoffrollos, Lamellenvorhänge, Plissees oder Jalousien im Isolierglas. Außer Terrassendächern produzieren wir den Sonnenschutz vollständig selbst. Standardprodukte gibt es bei uns eigentlich nicht; jede Anlage wird individuell geplant und gefertigt. Besonders im Objektbereich arbeiten wir mit eigenen Technikern und CAD-Planung. Für ein Denkmalschutzprojekt in München haben wir beispielsweise historische Messingmarkisoletten originalgetreu nachgebaut und dafür sogar eine Auszeichnung erhalten.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Faltenbacher Jalousienbau von anderen Anbietern?

Kurt Faltenbacher: Unsere Stärke ist die Kombination aus hoher Fertigungstiefe, technischer Planung und individueller Umsetzung. Wir können Sonnenschutz exakt an architektonische Anforderungen anpassen und liefern gleichzeitig die notwendigen physikalischen Berechnungen für Energie- und Lichtwerte. Gerade bei größeren Gebäuden kombinieren wir außenliegenden Sonnenschutz mit innenliegendem Blendschutz. Außerdem legen wir großen Wert auf Qualität und Langlebigkeit. Unsere integrierten Sonnenschutzsysteme im Isolierglasbereich werden umfangreichen Dauertests unterzogen und auf langfristige Belastbarkeit ausgelegt.

Wirtschaftsforum: Welche Märkte und Kunden bedienen Sie?

Kurt Faltenbacher: Unsere Kunden sind vor allem Rollladenbauer, Fensterbauer, Metallbauer, Architekten, Generalunternehmer und öffentliche Auftraggeber. Besonders häufig arbeiten wir für Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten oder Bürogebäude. Mit Montage bedienen wir den gesamten deutschsprachigen Raum, reine Produktlieferungen gehen auch nach Asien, die USA oder Kanada. Wir haben beispielsweise bereits Projekte für das FBI umgesetzt. Der Exportanteil liegt – je nach Projektlage – zwischen 10 und 35%. Neue Aufträge gewinnen wir hauptsächlich über Empfehlungen, Ausschreibungen und erfolgreich realisierte Projekte. Klassisches Marketing oder Social Media spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, ebenso Messen, die seit Corona deutlich an Bedeutung verloren haben.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Digitalisierung, handwerkliche Kompetenz und Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?

Kurt Faltenbacher: Viele unserer Maschinen arbeiten heute digital gesteuert und verarbeiten Material sehr effizient. Trotzdem bleibt rund ein Drittel der Fertigung klassische Handwerksarbeit, weil nahezu jedes Projekt individuell umgesetzt wird. Nachhaltigkeit beginnt bei uns bereits beim Produkt selbst: Sonnenschutz spart Heiz- und Kühlenergie. Zusätzlich achten wir auf möglichst wenig Materialverlust und führen Aluminium- sowie PVC-Reste wieder dem Kreislauf zu. Für die Energieversorgung unserer Standorte setzen wir auf Photovoltaik, Energiespeicher und Wärmepumpen.

Wirtschaftsforum: Welche Philosophie prägt Ihr Unternehmen und wie blicken Sie in die Zukunft?

Kurt Faltenbacher: Wir setzen auf Ehrlichkeit, Offenheit und schnelle Entscheidungen. Als mittelständisches Unternehmen profitieren wir davon, eng mit unseren Mitarbeitern zusammenzuarbeiten und Ideen direkt umzusetzen. Gleichzeitig stellen wirtschaftliche Unsicherheiten, der Klimawandel sowie neue Material- und Nachhaltigkeitsvorgaben die Branche vor große Herausforderungen. Für die Zukunft sehen wir dennoch gute Chancen, weil energieeffizienter Sonnenschutz immer wichtiger wird. Dabei geht es für uns nicht unbedingt darum, immer größer zu werden, sondern unseren guten Ruf zu bewahren und uns kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mich persönlich begeistert Sonnenschutz seit meiner Kindheit – und genau diese Begeisterung treibt mich bis heute an. Besonders bedanken möchte ich mich bei unseren Mitarbeitern und langjährigen Kunden, die wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

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