Von der Natur inspiriert - fürs Leben enwickelt

Interview

„In der Tat ist es uns gelungen, mit Linx eine Plattform-Technologie der nächsten Generation zu schaffen“, erklärt Saeed Zahedi, Technischer Direktor der Blatchford Gruppe. „Dafür wurden wir mit dem MacRobert Award der Royal Academy of Engineering mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Im Grunde integriert Linx unsere Plattform-Technologie für den Fuß mit unserer Plattform-Technologie fürs Knie. Sensoren registrieren kontinuierlich die Bewegungsabläufe und ermöglichen durch einen ständigen Austausch nicht nur ein einzigartiges Produktdesign und größtmögliche Energieeffizienz, sondern vor allem auch ein völlig neues Niveau an Körpersymmetrie und Wohlbefinden bei einem hohem Maß an Bewegungssicherheit.“

Biomimetische Hydrauliktechnologie

Das interaktive Prothesensystem passt die Bewegungsabläufe permanent den jeweiligen Umweltbedingungen beziehungsweise den Bodenverhältnissen an. Das Gehen auf weichen oder unebenen Böden oder aber auf Steigungen wird unterstützt. Auf Rampen oder Schrägen bietet Linx sicheren Halt. Der neue ‘Master Controller’ koordiniert und unterstützt die Reaktionen. Bewegungsabläufe sind wieder intuitiv möglich.

Saeed Zahedi
Wir finden, amputierte Menschen müssen die Möglichkeit haben, die für sie bestmögliche Prothesenlösung zu erhalten. Saeed ZahediTechnischer Direktor der Blatchford Gruppe

Die biomimetische Hydraulik-Technologie, die Endolite einsetzt, nimmt sich konsequent die Natur als Vorbild. Wichtigste Technologie ist dabei die viskoelastische hydraulische Steuerungsmethode des Knöchelgelenks, die der natürlichen Bewegung beim Gehen entspricht.

„Die Technologie ahmt die Dynamik und die Qualität der menschlichen Muskel- und Gelenkbewegung nach“, so Gundi Urban, Marketing und Communication Manager der Endolite Deutschland GmbH. Die Prothesenfüße reduzieren Scherkräfte im Schaft zum Schutz des Amputationsstumpfes und entlasten die gesamte Gelenkkette.“

EchelonVT, Elan, AvalonK2

Für den Karbonfederfuß ‘Echelon’, der unabhängig voneinander arbeitende Vorfuß- und Fersenfedern sowie ein hydraulisches Knöchelgelenk besitzt, erhielt Blatchford zahlreiche Auszeichnungen. Mit ‘Elan’, ‘AvalonK2’ und ‘EchelonVT’ präsentierte das Unternehmen auf dieser Technologiebasis weitere beispiellose Entwicklungen für unterschiedliche Anforderungen.

Atmungsaktive Linertechnologie

Mit dem Silcare Breathe Liner, einer Silikonliner-Technologie, ist es dem Unternehmen abermals gelungen, einem weiteren Problem vieler amputierter Menschen Abhilfe zu schaffen. Über eine patentierte Laserperforation kann überschüssige Feuchtigkeit entweichen, sodass Stumpf und Haut trocken bleiben, keine Hautreizungen oder unerwünschten Rutschbewegungen entstehen. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Prothesenkontrolle.

Ganzheitlichkeit, Funktionalität, Individualität

Noch in diesem Jahr werden die Entwicklungsspezialisten eine weitere Produktinnovation präsentieren. „Ich kann noch nicht ins Detail gehen, aber die neue Lösung wird in ihrer Funktionalität noch einmal eine Weiterentwicklung darstellen“, so Saeed Zahedi. „Langfristig ist es unser Ziel, die Ganzheitlichkeit unserer Lösungen noch weiter voranzutreiben, insbesondere die Anschlussfähigkeit der Gelenkpfanne an das Knie zu verbessern, um noch mehr Informationen zwischen Bein und Fuß zu transportieren. Ein zentraler Aspekt wird zudem die Weiterentwicklung der Dämpfung des Aufsetzens sein. Hier sehen wir noch Verbesserungspotenzial und streben ein gleichbleibend hohes Niveau an, unabhängig vom Untergrund. Innovation war immer schon unsere DNA und wir werden auch in Zukunft mit immer neuen Ideen kommen. Langfristig werden sicherlich auch individualisierte Lösungen möglich sein. Grundsätzlich ist es unser Ziel, amputierten Menschen Lösungen anzubieten, die ihnen das Leben nicht nur erleichtern, sondern den natürlichen Bewegungsabläufen und Empfindungen möglichst nahekommen.“ „Hierzu ist noch einiges an Lobbyarbeit zu leisten“, ergänzt Gundi Urban. „Entsprechend informieren wir sowohl die Krankenversicherungen als auch die Orthopädiewerkstätten.“

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