Urlaub genießen – mit allen Sinnen

Interview mit Guendalina Rampazzi, Marketingmanagerin des Castello del Sole Ascona

Wirtschaftsforum: Frau Rampazzi, das Castello del Sole ist Teil des Weingutes Terreni alla Maggia. Wie begann die gemeinsame Geschichte?

Guendalina Rampazzi: Terreni alla Maggia ist ein Weingut mit landestypischen Spezialitäten, das sich in Ascona, im südlichen, italienischsprachigen Teil der Schweiz am Lago Maggiore, befindet. Der Besitz umfasst 150 ha; 10 ha davon nimmt das Castello del Sole ein. Dieses wurde schon mehrfach als bestes Ferienhotel der Schweiz ausgezeichnet, ein Fünfsternehotel mit 79 Zimmern, eingebettet in einen herrlichen Park und mit einem privaten Strand. Gegründet wurde Terreni alla Maggia bereits 1930. Es gab zwar schon ein kleines Hotel, aber das Gut war zunächst ein rein landwirtschaftlicher Betrieb. Mit dem Weinbau wurde 1948 begonnen, nachdem das Gut 1942 in den Besitz der Familie Bührle übergegangen war. Heute führt mit Gratian Anda bereits die 3. Generation das Familienunternehmen.

Wirtschaftsforum: Was macht das Castello del Sole so besonders?

Guendalina Rampazzi: Dank unserer Lage direkt am Lago Maggiore und unserer Verbindung mit dem Weingut sind wir als Hotel wirklich einzigartig, ja, konkurrenzlos. Wir haben alles: die einzigartige Landschaft mit dem See und unserem Park und in kulinarischer Hinsicht den eigenen Wein und die Erzeugnisse aus der eigenen Landwirtschaft. Unsere Gäste genießen damit Dinge, die auf unserem eigenen Grund und Boden gewachsen sind. Dazu kommt ein 20 ha umfassendes Naturschutzgebiet, das ebenfalls zum Gut gehört und besonders dem Vogelschutz dient. Wir haben hier unglaublich viel Platz und damit auch sehr viel Ruhe – das schätzen unsere Gäste sehr. Darüber hinaus haben wir ein tolles Mitarbeiterteam, in dem es kaum Fluktuation gibt und das von unseren Gästen viel Lob erfährt.

Wirtschaftsforum: Beschreiben Sie uns den Stil und das Ambiente Ihres Hauses: Was erwartet Ihre Gäste?

Guendalina Rampazzi: Da unsere Saison von Ende März bis Ende Oktober reicht, nutzen wir die Wintermonate regelmäßig für Renovierungsarbeiten. Unser Ambiente ist mediterran, sehr warm und modern, mit warmen Farben und vielen Elementen und Details aus Holz und Stein. Einen großen Teil der Zimmer haben wir bereits renoviert; aktuell sind unsere großen Suiten im Pavillon Locarno an der Reihe, von denen man einen besonders schönen Blick auf die umliegende Gegend hat. Im nächsten Winter werden noch die übrigen Zimmer renoviert – dann ist wirklich ‘alles neu’.

Wirtschaftsforum: Es ist aber nicht nur das besondere Ambiente, das Gäste anzieht: Das Castello del Sole ist auch für Wellness und vor allem auch für Kulinarik auf Sterneniveau bekannt.

Guendalina Rampazzi: Tatsächlich haben wir das größte Spa im Tessin mit 2.500 m2 Fläche und einer Vielzahl verschiedener Wellness-, Fitness- und Gymnastikanwendungen sowie Sauna, Dampfbad und einen In- und Outdoor-Pool, wo es sich unsere Gäste gutgehen lassen können. Das ist die eine Seite. Die andere ist unsere buchstäblich ‘ausgezeichnete’ Küche. Unser Chefkoch ist Matthias Rock, der mit unserem Restaurant Locanda Barbarossa einen Michelin-Stern und 18 Gault Millau-Punkte verzeichnet. Für seine Signature-Menüs Sapori del nostro, das bedeutet ‘Geschmackvolles aus unserem Garten’ verwendet Matthias Rock ausschließlich Produkte, die entweder auf Terreni alla Maggia oder aber bei lokalen Erzeugern angebaut wurden. Mit dem ‘Tre Stagioni’ haben wir ein Halbpension-Restaurant, das mit 16 Gault Millau-Punkten ausgezeichnet wurde und wo unsere Gäste das Frühstück und das Abendessen zu sich nehmen können. Das Mittagessen servieren wir während der Saison im Ristorante al Parco, unserem Gartenrestaurant, das sich im Herzen unseres wunderschönen Parks befindet. Last, but not least bietet unsere Strandbar unseren Gästen eine reiche Auswahl an Cocktails und Snacks.

Wirtschaftsforum: Ihr Konzept beinhaltet ‘Farm to Table’, also die nachhaltige Verwendung lokal erzeugter Produkte. Auf welche Weise agieren Sie darüber hinaus nachhaltig?

Guendalina Rampazzi: Zum einen verwenden wir gegenüber dem Gast kein Plastik mehr und wählen auch unsere Lieferanten entsprechend aus. Vor allem aber sind unsere Produkte nachhaltig: Wir stellen unseren eigenen Honig her. Unser Flaggschiff ist unser Merlot ‘Ascona Riserva’, der 2019er Jahrgang wurde mit 97 Punkten von Decanter ausgezeichnet. Unsere Landwirtschaft baut darüber hinaus seit 1997 als einziger Betrieb ressorcensparend Reis im Trockenanbau an, ebenso drei verschiedene Maissorten für Polenta.

Mehr zum Thema

„Unser Kerngeschäft ist Massivholz“

Interview mit Moreno Vender, Geschäftsführer der Vender Legnami s.r.l.

„Unser Kerngeschäft ist Massivholz“

Holz ist einer der ältesten Baustoffe der Welt und zugleich einer, der heute aktueller denn je ist. Wer nachhaltig bauen, bestehende Gebäude sanieren oder historische Bausubstanz erhalten möchte, kommt an…

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Interview mit Riccardo Turri, CEO der Starpool s.r.l.

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Wellness war lange ein Synonym für Entspannung. Heute geht es zunehmend um Regeneration, Prävention und einen bewussteren Umgang mit Körper und Geist. Die Starpool S.r.l. aus Ziano di Fiemme in…

Wenn Klinikessen Hightech wird

Interview mit Marc Donners, Geschäftsführer der ELECTRO CALORIQUE ­Speisenverteilsysteme GmbH

Wenn Klinikessen Hightech wird

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Reha-Zentren müssen ihre Abläufe neu organisieren: Fachkräftemangel, Kostendruck und steigende Hygieneanforderungen verändern selbst scheinbar etablierte Prozesse. Besonders die Verpflegung rückt dabei in den Fokus. Die ELECTRO CALORIQUE…

Spannendes aus der Region Ascona

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Interview mit Ramon Werner, Verwaltungsratspräsident der de Sede AG

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Manche Möbel füllen einen Raum, andere prägen ihn. Genau für diesen Anspruch steht die de Sede AG aus Klingnau in der Schweiz. Das Unternehmen fertigt exklusive Ledermöbel, die weit über…

Im Tausendstel zu Hause

Interview mit Tobias Wild, Geschäftsführer der WILD & KÜPFER AG

Im Tausendstel zu Hause

Hochpräzision im Tausendstel-Millimeter-Bereich, Reinräume für Medizintechnik und Pharma, selbstfahrende Transportfahrzeuge in der Produktion: Die Wild & Küpfer AG aus Schmerikon ist kein typischer Kunststoffverarbeiter. Das Schweizer Familienunternehmen hat sich konsequent…

Wasserstoff ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit

Interview mit Dr. Hans Michael Kellner, Geschäftsführer der Messer Schweiz AG

Wasserstoff ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit

Die Energiewende stellt Industrie und Mobilität vor tiefgreifende Herausforderungen. Steigende Anforderungen an CO2‑Reduktion, Versorgungssicherheit und Effizienz rücken innovative Gastechnologien in den Fokus. Die Messer Schweiz AG, seit über 100 Jahren…

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Interview mit Riccardo Turri, CEO der Starpool s.r.l.

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Wellness war lange ein Synonym für Entspannung. Heute geht es zunehmend um Regeneration, Prävention und einen bewussteren Umgang mit Körper und Geist. Die Starpool S.r.l. aus Ziano di Fiemme in…

Stille Helfer made in Switzerland

Interview mit Sandro Meier, Geschäftsführer der Hefe Schweiz AG

Stille Helfer made in Switzerland

Backhefe ist ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Lebensmittelherstellung und spielt insbesondere im Bäckerhandwerk eine zentrale Rolle. Der kleine Würfel ist ein lebender Zellorganismus, ein stiller Helfer, der Brot locker, aromatisch…

„Wir machen aus einem Hotel ein Erlebnis – nicht umgekehrt“

Interview mit Katharina Wiegert, Geschäftsleitung, und Erik Sanchez, Geschäftsführer der Seehotel Heidehof GmbH

„Wir machen aus einem Hotel ein Erlebnis – nicht umgekehrt“

Ein See, viel Natur – und zwei junge Unternehmer, die daraus mehr machen wollen als klassische Hotellerie. Katharina Wiegert und Erik Sanchez sprechen über mutige Ideen, ungewöhnliche Konzepte und darüber,…

TOP