Sonnige Aussichten

Interview mit Susanne Pflug, Managing Director der Canadian Solar EMEA GmbH

Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Produktion und der Verkauf von Solarmodulen. Aufgrund der technologischen Entwicklung ist in den letzten Jahren dabei die Vielfalt an Modultypen stark angestiegen. Hatte man als Kunde vor ein paar Jahren nur die Wahl zwischen zwei bis drei verschiedenen Modultypen, so stehen inzwischen über zehn verschiedene zur Auswahl.

Maximale Leistung

Die Module von Canadian Solar zählen zu den effizientesten im Markt und erreichen Wattzahlen größer 400W pro Modul. Neben einer starken Leistung erwarten viele Kunden auch ein ansprechendes Design ihres Solarmoduls, welches Canadian Solar bei seinen Produkten in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat.

Inzwischen bietet Canadian Solar Module an, die komplett schwarz sind und vor allem bei Hauseigentümern aufgrund ihrer Optik besonders beliebt sind. Eine weitere Innovation sind Module, die das einfallende Licht sowohl über die Vorder- als auch über die Rückseite nutzen (sogenannte Bifaziale Module).

„Wird das Modul schräg montiert, dann erreicht die Sonne auch die Rückseite des Solarmoduls. Die Rückseite trägt dann zusätzlich zur Vorderseite zur Stromproduktion bei. Dies ist ein relativ neuer Trend am Markt, bei dem Canadian Solar zu einem der Vorreiter zählt“, so Managing Director Susanne Pflug.

Seit gut einem Jahr bietet Canadian Solar im Rahmen seiner Diversifizierungsstrategie auch Wechselrichter an. Ebenso stärkt man den beratenden Bereich und unterstützt die Kunden in der Planung, im Design und dem Bau der Projekte.

„Unsere Kunden fragen vermehrt nach schlüsselfertigen Solaranlagen, bei denen wir nicht nur die Solarmodule als Komponenten liefern, sondern auch bei der Realisierung des Gesamtprojekts unterstützen und die Komplettlösung anbieten“, ergänzt Susanne Pflug.

Der Kundenkreis von Canadian Solar ist breit gefächert. Dazu zählen Investoren größerer Projekte genauso wie die EPCs (Engineering, Procurement, Construction), die mit der Umsetzung größer Solarparks betraut sind. Ebenfalls zum Kundenstamm zählen Solardistributoren, die wiederum an Installateure verkaufen.

„Wir beraten unsere Kunden individuell“, erklärt Susanne Pflug den Erfolg des Unternehmens. „Wir haben ein Team von Ingenieuren, die unsere Produkte erläutern und gemeinsam mit den Kunden die optimale Lösung auswählen. Im Zentrum unseres Ansatzes steht dabei immer die Reduktion der LCOE – der Levelized Cost of Electricity (=Stromgestehungskosten).

Susanne Pflug
„Eines unserer Zukunftsthemen werden Investitionen in Afrika sein.“ Susanne PflugManaging Director

Nicht zuletzt bieten wir hochwertige Produkte zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis an – aus einer Hand. Wir sind sehr kundennah und dies ist sicherlich ein wichtiger Faktor unseres Erfolges.“

Marktaussichten

Canadian Solar ist weltweit aktiv, in EMEA (Europe, Middle East & Africa) ist die Nachfrage in Spanien und Italien wieder erstarkt. Die höchste Pro-Kopf-Nachfrage findet derzeit in den Niederlanden statt. In Deutschland als heimischem Markt bleibt die Nachfrage nach Solarmodulen weiterhin stabil hoch. Außerhalb Europas zeigen aktuell Südafrika und der Mittlere Osten, hier vor allem Dubai, die anderen Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien vielversprechende Wachstumsperspektiven.

„Stromversorgung ist immer noch eine Hoheitsaufgabe. Daher werden häufig staatliche Ausschreibungen durchgeführt und es müssen nationale Regeln und Normen für eine Stromnetzeinspeisung vorliegen“, so Susanne Pflug. „Zusätzlich kann der Staat Förderprogramme verabschieden. In der Vergangenheit hatte zum Beispiel Südafrika eher geringes Interesse an Solarenergie, als Atom- und Kohlekraftwerke im Vergleich zur Solarenergie wirtschaftlicher waren – dies hat sich inzwischen geändert. In über 70% der Welt gelten Wind- und Solarenergie als eine der günstigsten Stromquellen, günstiger als Atom-, und Kohlekraft, weshalb immer mehr Länder Solarprojekte in ihrem Strom-Mix erwägen. Natürlich muss man zudem die jeweilige politische Lage des Landes mitbetrachten. Länder wie Äthiopien oder Tansania sind ebenfalls interessant, aber hier mangelt es nicht selten an politischer Stabilität.“

Partnerschaften für internationale Projekte

„Eines unserer Zukunftsthemen werden Investitionen in Afrika sein“, fügt Susanne Pflug hinzu. „Aktuell suchen wir Möglichkeiten zur Beteiligung an Start-ups und Unternehmen, die Projekte in den ländlichen Gebieten Afrikas realisieren und vor allem Lösungen für die lokalen Bedürfnisse finden. In Sub-Sahara-Afrika leben mehr als 600 Millionen Menschen ohne Zugang zu Strom. Vor allem kleine lokale Geschäfte müssen mit Strom versorgt werden, sodass sie autonom agieren können. Wir suchen Unternehmen, in die wir investieren möchten, die direkt diese Elektrifizierungsprojekte umsetzen können.“

Ebenfalls ein Thema auf der Agenda von Canadian Solar ist die Speicherung von Energie. Das Unternehmen kooperiert mit Batterieherstellern und Technologieführern in diesem Bereich, um zukunftsweisende Lösungen anbieten zu können.

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