Kleine Helfer für ungetrübten Schwimmspaß

Interview mit Juri Katz, Geschäftsführer der Bünger & Frese GmbH

Die Geschichte von Maytronics beginnt 1983. „Seit 2005 lautet unsere Strategie „Dolphin for every pool“. Der Hintergrund ist: Wir haben festgestellt, dass es auf dem Markt viele Pools gibt, die keinen Roboter haben“, erzählt Juri Katz, Geschäftsführer von Bünger & Frese. In der Coronazeit boomte zudem der Markt für kleinere Pools. 2007 begann Maytronics mit der Gründung von Niederlassungen im Ausland, zunächst in den USA, dann in Frankreich, Australien und Spanien. Vor vier Jahren kauften die Israelis außerdem das deutsche Unternehmen Bünger & Frese in Achim.

„Auf dem deutschen Markt sind wir aber schon seit 40 Jahren. Er ist unser drittgrößter Markt in Europa hinter Frankreich und Spanien“, ergänzt Juri Katz. Maytronics ist zu 57% im Besitz eines Kibbuz, mit den übrigen 43% ist das Unternehmen seit 2004 an der Stock Exchange in Tel Aviv notiert. Maytronics wächst, im Schnitt jedes Jahr um etwa 15 bis 20%.

„2020 und 2021 waren es 35 bis 40%. Hätten wir die Kapazitäten gehabt, wäre es noch mehr gewesen. Das war schon abnormal. 2023 haben wir dagegen eine Stagnation“, berichtet Juri Katz. Viel mehr als vom Wetter würden die Entwicklungen von Einflüssen wie Covid und makroökonomischen Faktoren bestimmt, so der Geschäftsführer,

Flexibel in der Produktion

Neben dem Fachhandel und Baumärkten wird inzwischen ein großer Teil des Geschäfts über Onlineplattformen abgewickelt. „Sie können heute einen Pool mit Zubehör fast komplett online kaufen. Die große Zahl an Anbietern darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unterschiede groß sind“, sagt Juri Katz. Hier gehöre Maytronics zu der kleinen Gruppe der Anbieter mit großer Professionalität. Bünger & Frese arbeitet in den drei Business Units Poolroboter, Pool Safety – darunter fallen Alarmsysteme und Abdeckungen – und Pool Water Technology and Treatment.

„Wir haben sowohl Produkte für olympische Pools mit 50 m Länge als auch für ganz kleine mit 6 m Durchmesser“, erklärt Juri Katz. Der Bedarf ist da. Denn in Deutschland gibt es rund eine Million in den Boden eingelassene und ebenso viele oberirdische Pools. Hergestellt werden alle Maytronics-Produkte in Israel. Die Produktionskapazitäten dort sind für 3.500 Geräte am Tag ausgelegt. Der Geschäftsführer erklärt: „Dabei spielt eine Rolle, dass unser Geschäft saisonal ist. Wir produzieren nur auf Bestellung und müssen in der Lage sein, die Produktion schnell hochzufahren.“

Technologie, die überzeugt

Maytronics bietet Geräte für jeden Pool, darunter auch extrem robuste für Bio-Pools, welche den Robotern besonders viel abverlangen. Auch gibt es Geräte in unterschiedlichsten ‘Gewichtsklassen’: „Neben schwereren Robotern haben wir auch solche, die nur 3 bis 4 kg wiegen. Sie können auch von älteren Leuten noch bewegt werden. Jeder findet sein Gerät.“

Erst in diesem Jahr wurde eine neue Linie mit Batterie eingeführt. „Trotz der Batterie sind sie nicht viel schwerer geworden“, betont Juri Katz. Alle Produkte von Maytronics überzeugen durch ihre Technologie. „Wir versprechen, dass sie auch wirklich den Großteil des Pools scannen und säubern. Die Filtrationsleistung ist sehr gut. Und wir bieten ein preisgünstiges und langlebiges Gerät mit exzellentem Service. Der Kunde wird bei uns gut betreut“, versichert Juri Katz. Die Marke Dolphin ist in Deutschland eine von zwei bekannten Marken für Poolroboter und auch beliebt beim Wiederverkauf.

Ein Markt mit Potenzial

Grundsätzlich sieht Juri Katz auf dem deutschen Markt weiterhin Potenzial. Er sagt: „Es gibt viele Privathäuser, die noch keinen Pool haben. Nach wie vor werden also Pools neu gebaut; sie werten ja auch das Grundstück auf. In älteren Pools muss die Technik erneuert werden. Die Menschen haben Geld, allerdings warten sie im Moment erst einmal ab, weil aufgrund von Themen wie Inflation, Energiepreise, Wassermangel und Krieg die Unsicherheiten groß sind.“

Das Feedback des Fachhandels sei jedoch positiv. „Dort liegen bereits Bestellungen für das nächste Jahr vor“, so Juri Katz. In der Produktion so flexibel zu sein, dass die stark schwankenden Bedürfnisse des Marktes immer erfüllt werden können, sei eine Herausforderung, betont er und berichtet: „In der Covid-Zeit war die Nachfrage so groß, dass nicht alle Anfragen bedient werden konnten.“ Dazu kommt das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland. In Israel sei es dagegen nicht schwierig, Fachkräfte zu gewinnen.

Roboter der Zukunft: selbstständige Helfer

Die Vision seines Unternehmens beschreibt er als ‘Winning drive’. „Wir haben keine Angst, Entscheidungen zu treffen, haben den Glauben, unsere Ziele zu erreichen, haben eine Leidenschaft für Innovation, setzen höchste Maßstäbe und sind immer einen Schritt voraus.“

Rund 1.300 Mitarbeiter sind weltweit für Maytronics tätig. Der soziale Zusammenhalt und gemeinsame Aktivitäten werden großgeschrieben. „Das ergibt sich schon daraus, dass wir einem Kibbuz gehören. Dementsprechend ist bei uns der Mensch sehr wichtig. Diese Werte werden in alle Filialen getragen. Die Mitarbeiter haben drei Pausen am Tag und bekommen Frühstück und Mittagessen“, erzählt Juri Katz.

Was die Perspektiven des Unternehmens angeht, sagt er: „Wir denken in die Zukunft. Wir investieren viel, um neue Produkte und Innovationen auf den Markt zu bringen.“ Juri Katz denkt zum Beispiel an eine neue Generation von Robotern, die dem Kunden die Poolpflege noch einfacher macht: „Der Roboter hat den Sinn, ihm zu helfen, indem er ihm das manuelle Bürsten und Säubern erspart. Bisher muss der Roboter aber noch aus dem Wasser geholt, gesäubert und wieder aufgeladen werden. Ein selbstständiger Roboter könnte dem Kunden auch das abnehmen.“ Eine andere Möglichkeit wäre die Entwicklung eines Roboters, der Verunreinigungen selbst sieht und sich eigenständig zu den entsprechenden Stellen bewegt.

Probleme lösen, Herausforderungen meistern

Juri Katz ist seit 14 Jahren im Unternehmen. Das Pool-Geschäft war für ihn damals neu – er hatte zuvor in einer chemischen Firma und im Food-Bereich, unter anderem für Dr. Oetker, gearbeitet. Über seine jetzige Tätigkeit sagt er: „Ich habe den besten Job der Welt!“ Denn was ihn motiviert, ist die tägliche Herausforderung. „Kein Tag ist wie der andere. Manche Menschen finden es schlimm, Probleme lösen zu müssen. Ich mag diese Herausforderungen, zum Kunden zu fahren und Lösungen zu finden.“

Ihn reizt es auch, die Verbindung zwischen der internen Seite der Firma und den Kunden herzustellen. Marketing und Sales Business sind seine Leidenschaft. „Ich repräsentiere Bünger & Frese nach außen und andersherum den Kunden in der Firma“, erklärt er. Sich mit Themen und Planungen für die Zukunft zu beschäftigen, macht ihm Spaß. „Es geht immer darum, wie die Zukunft aussehen wird, was der Kunde will und wohin die Reise gehen soll, oder welche Produkte applikativ und welche unnötig sind. In zwei Wochen werden wir diese und andere Fragen besprechen, wenn wir die Strategie für 2024 erarbeiten.“

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