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Interview mit Henning Nau, Vorstand Handel der B.M.P. Pharma Trading AG

Wirtschaftsforum: Herr Nau, die B.M.P. Bulk Medicines & Pharmceuticals GmbH, heute Teil der B.M.P. Pharma Trading AG, ist bereits seit 1979 weltweit im Handel mit pharmazeutischen Wirkstoffen tätig. Wie hat sich das Unternehmen entwickelt?

Henning Nau: Heute stehen wir zum Glück wieder sehr gut da. Vor zehn Jahren sind wir durch schwierige Zeiten gegangen. Mit externer Hilfe haben wir die Firma umstrukturiert, ihr eine neue strategische Ausrichtung gegeben und verstärkt auf die Potenziale und Chancen im europäischen Markt gesetzt. Fast die Hälfte unseres Geschäfts machen wir heute in Europa, inklusive der GUS-Staaten, mit guten Wachstumsraten in den letzten Jahren. Speziell unsere Abteilung ‘Food & Function’ mit unseren insgesamt acht bisher neu gelaunchten Markenprodukten hat großes Potenzial, eines der wichtigsten Standbeine der Unternehmensgruppe zu werden.

Wirtschaftsforum: Der internationale Handel mit pharmazeutischen Wirkstoffen und Rohstoffen für die Nahrungsmittelindustrie ist ein sehr anspruchsvolles Geschäft. Was ist Ihr Geheimnis für langjährigen Erfolg?

Henning Nau: Das frühzeitige Erkennen von Chancen und Risiken. Herr Jörß, Gründer und Hauptanteilseigner der Firma, hatte speziell in den 1990ern, als der Handel noch wirklich boomte, häufig ein goldenes Händchen und den Mut, Entscheidungen zu treffen, die bestimmend für die weitere Entwicklung der Firma waren. Heute wären viele dieser Geschäfte aufgrund von internationalen Regularien nicht mehr möglich. In 2006 waren wir als internationales Handelshaus weltweit eine der ersten Firmen, die von der deutschen Arzneimittelbehörde ein sogenanntes GMP-Zertifikat erhielten, welches noch heute Bestand hat und unseren Kunden hilft, die BMP als zuverlässigen und innovativen Lieferanten zu approbieren und zu registrieren.

Wirtschaftsforum: Im Laufe der Jahre ist die Erfahrung und Kompetenz von BMP immer umfangreicher geworden. Was sind heute Ihre großen Stärken?

Henning Nau: Das Verständnis für unterschiedliche Märkte und Kulturen. Mehr als drei Viertel unserer Produkte, von denen wir etwa die Hälfte nach Lateinamerika verkaufen, beziehen wir im asiatischen Raum. In unserem Unternehmen arbeiten Mitarbeiter, die in der jeweiligen Landessprache mit Herstellern, Lieferanten und Kunden verhandeln. Das gibt unseren Vertragspartnern ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen. Des Weiteren zeichnet sich die BMP durch eine sehr hohe Flexibilität aus. Handel ist Wandel; Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren, ist unsere Stärke.

Wirtschaftsforum: Welche Auswirkungen haben Trends wie die Digitalisierung auf Ihr Geschäft?

Henning Nau: So gut wie gar keine. Unser Geschäft ist immer noch sehr personenbezogen. Es gab und gibt immer wieder Versuche, den Handel von pharmazeutischen Wirkstoffen über E-Commerce-Plattformen abzubilden, bisher aber ohne substanziellen Erfolg. Eine unserer großen Herausforderungen im Unternehmen besteht darin, den jungen Mitarbeitern dieses B2B-Geschäft beizubringen – in einer Welt, die von E-Mail, WhatsApp, Facebook und Instagram dominiert wird. Die wirklich großen und wichtigen Geschäfte werden entweder ‘face to face’ in Meetings oder über das Telefon abgeschlossen und nicht über soziale Medien.

Wirtschaftsforum: Welche Vision haben Sie für die Zukunft der BMP?

Henning Nau: Wir möchten ‘gesund’ weiterwachsen und haben uns die Umsatzmarke von 50 Millionen EUR als Zielvorgabe in den nächsten fünf bis zehn Jahren gesetzt. Dieses wird wahrscheinlich nur durch externes Wachstum möglich sein. Wir sind schon seit längerer Zeit auf der Suche nach möglichen Partnern, die ein weiteres Standbein für die Firmengruppe sein könnten. Bisher sind die Verhandlungen aber immer auf der Zielgeraden gescheitert. Wir möchten für unsere Anleger ein attraktives, kleines Börsenunternehmen sein, welches gute Renditen erwirtschaftet und es weiter attraktiv macht, in unser Unternehmen zu investieren.

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