„Architektur ist ein essenzieller Teil der Lösung“

Interview mit Claudia Peschel, Geschäftsführerin der bharchitektengesellschaft

„Wir werden uns in Zukunft viel mehr mit der Fragestellung auseinandersetzen müssen, wie wir Bestandsgebäude ertüchtigen und fit für die Zukunft machen können“, ist Claudia Peschel, eine der sechs Geschäftsführenden Gesellschafterinnen der bharchitektengesellschaft mbH aus München, überzeugt.

Ihrem Unternehmen kommt diese gesamtbauwirtschaftliche Entwicklung durchaus zugute: denn ihr Architekturbüro hat sich in den über 30 Jahren seines Bestehens gerade in der Sanierung von bestehenden Objekten sowie bei entsprechenden Erweiterungsbauten eine beachtliche Expertise aufbauen können.

Bauen für die öffentliche Hand

Der Großteil der Planungs- und Ausführungsaufträge der bharchitekten stammt dabei von öffentlichen Auftraggebern: So arbeitet das Unternehmen derzeit unter anderem an einem Erweiterungsbau für das Rathaus der Gemeinde Zorneding, der mit vorgefertigten Wänden in Holzbauweise ausgeführt werden soll: „Im Neubausegment ist Pre-Fabricated Building schon lange zum etablierten Standard geworden und hält nun auch im Sanierungsbereich Einzug. Gerade vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Fachkräftemangels werden die Vorteile einer Vorfertigung der einzelnen Komponenten im Werk unter kontrollierten Bedingungen besonders deutlich“, antizipiert Claudia Peschel eine sich bereits abzeichnende Entwicklung.

Architektur als Teil der Lösung

Im Rahmen eines weiteren Projekts engagiert sich das Unternehmen derzeit zudem in der Sanierung einer denkmalgeschützten Villa in Windisch-Eschenbach, in der nach Ende der Bauarbeiten das Landesamt für Digitalisierung eine neue Heimat finden soll. Mit einem Erweiterungsbau für eine Grundschule bei Olching will bharchitekten zudem einen Beitrag zu offenen, teamorientierten Lernlandschaften leisten und mit der Planung eines Wertstoffhofs im Landkreis Erding seine Expertise auch in der Umsetzung moderner Recyclingkonzepte einsetzen. „Architektur kann ein essenzieller Teil der Lösung sein – von Bildung über Verwaltung bis hin zu Abfallverwertung“, fasst Claudia Peschel ihr berufliches Selbstverständnis zusammen.

Die beiden Gründer des Architekturbüros haben das Unternehmen dabei inzwischen verlassen – ihre Initialen im Firmennamen sind nur noch eine Reminiszenz. „Natürlich haben unsere Gründer uns geprägt“, erläutert Claudia Peschel. „Aber Architektur ist in erster Linie Teamarbeit, und unser Unternehmen entwickelt sich aus sich selbst heraus weiter. Dieser Prozess der beständigen Weiterentwicklung darf auch niemals zu einem Ende kommen – denn neue Blickwinkel von jungen Kolleginnen sind unerlässlich, um uns fit für die Zukunft zu machen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Bau

„Der letzte Rendite-Euro interessiert uns nicht“

Interview mit John Frederik Dresselmann, Geschäftsführer der Reinhold Pohl GmbH

„Der letzte Rendite-Euro interessiert uns nicht“

Die Geschichte der Reinhold Pohl GmbH beginnt mit einem ostpreußischen Flüchtlingsjungen, der sich im Ruhrgebiet eine Existenz aufbaute. Heute steht das Unternehmen für hochspezialisierte Instandhaltung von Industrieschornsteinen. Geschäftsführer John Frederik…

Baustelle 4.0: GPS statt Schnur und Bandmaß

Interview mit Michael Finette, Geschäftsführer Baubetrieb Finette GmbH

Baustelle 4.0: GPS statt Schnur und Bandmaß

Der deutsche Wohnungsbau bricht ein, Baustoffe verteuern sich, Fachkräfte fehlen. Wer in diesem Umfeld bestehen will, braucht ein klares Profil, verlässliche Qualität und die Bereitschaft, in moderne Technik zu investieren,…

„Wir arbeiten tatkräftig an der Energiewende mit!“

Interview mit Jan und Hendrik Kwade, Geschäftsführer der JKS Jan Kwade & Sohn GmbH

„Wir arbeiten tatkräftig an der Energiewende mit!“

Das norddeutsche Bauunternehmen Jan Kwade & Sohn setzt sein umfassendes Leistungsspektrum heute vornehmlich für Kunden der Energiewirtschaft sowie für andere Bauunternehmen ein. Zu tun gibt es dort genug: Denn nicht…

Spannendes aus der Region München

Strategie statt Chaos in der Kommunikation

Interview mit Björn Bröhl, Geschäftsführer der Scompler Technologies GmbH

Strategie statt Chaos in der Kommunikation

In Zeiten der digitalen Kommunikation produzieren Unternehmen mehr Content denn je – doch häufig fehlt die Strategie dahinter. Social Media-Posts werden ad hoc erstellt, Kampagnen ohne roten Faden gestartet. Die…

Kontinuität als Erfolgsfaktor im modernen Direktvertrieb

Interview mit Elke Kopp, Geschäftsführerin der Mary Kay Cosmetics GmbH

Kontinuität als Erfolgsfaktor im modernen Direktvertrieb

Direktvertrieb, Frauenförderung und starke Marken: Mary Kay Cosmetics steht weltweit für hochwertige Kosmetik und unternehmerische Chancen für Frauen. Im Gespräch erklärt Geschäftsführerin Elke Kopp, verantwortlich für die Märkte Deutschland, Schweiz…

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Interview mit Riccardo Turri, CEO der Starpool s.r.l.

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Wellness war lange ein Synonym für Entspannung. Heute geht es zunehmend um Regeneration, Prävention und einen bewussteren Umgang mit Körper und Geist. Die Starpool S.r.l. aus Ziano di Fiemme in…

Das könnte Sie auch interessieren

Fest im Fundament, offen für Neues

Interview mit Kurt Mayer, Geschäftsführer der Goldbeck Rhomberg AG

Fest im Fundament, offen für Neues

Systembau klingt nach Norm und Nüchternheit. Goldbeck Rhomberg zeigt seit 25 Jahren, dass das ein Missverständnis ist. Das Joint Venture zwischen dem deutschen Systembauriesen Goldbeck und dem Vorarlberger Traditionsunternehmen Rhomberg…

Architektur, die Vertrauen schafft

Interview mit Daniel Seppi, CEO der Dreika AG

Architektur, die Vertrauen schafft

Die Bankenwelt verändert sich rasant. Digitale Angebote gewinnen an Bedeutung, Filialnetze werden neu geordnet und die persönliche Beratung konzentriert sich zunehmend auf komplexe Anliegen. Für die Dreika AG ist dieser…

Architektur zwischen Madrid und ­Berlin

Interview mit Anja Lunge, Architektin und Nanna Wülfing, Architektin bei Nieto Sobejano Arquitectos

Architektur zwischen Madrid und ­Berlin

Ursprünglich kamen die spanischen Architekten Enrique Sobejano und Fuensanta Nieto für ein Projekt in Halle (Saale) nach Deutschland: Heute ist ihre Berliner Niederlassung größer als ihr ursprüngliches Madrider Büro. Warum…

TOP